Roadmaps 2016 Intel, AMD und Nvidia: Grafikkarten von Intel und AMD
Das noch frische Jahr 2016 wird natürlich auch Neuheiten von Intel, AMD und Nvidia bringen: einige neue Prozessoren und Grafikkarten sind zu erwarten. Wir fassen bisher bekannte Fakten, aber auch Gerüchte rund um die Roadmaps - also die Planungen - der drei Hardwaregiganten zusammen.
Nvidia-Grafikkarten
Für Nvidia läuft es derzeit gut - trotz des kleinen Mini-Skandals rund um die Ende 2014 herausgekommene GTX 970. Erst durch Käufer-Berichte kam heraus, dass von den vier Gigabyte Grafikspeicher nur 3,5 Gigabyte auch mit voller Geschwindigkeit nutzbar sind. Die GTX 970 erfreut sich dennoch großer Beliebtheit. Auch die günstigeren GTX 950, GTX 960 verkaufen sich gut, und im HighEnd-Sektor kommt man kaum an der GTX 980 Ti vorbei.
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Dies alles verdankt Nvidia aber zum Teil auch der Konkurrenz von AMD. Die Konkurrenten bieten zwar Grafikkarten an, die beim Preis-Leistungsverhältnis punkten können, aber teilweise durch einen so hohen Strombedarf negativ auffallen, dass vor allem regelmäßig spielende Nutzer einen Bogen um AMD machen und auch anderen Spielern eher Nvidia empfehlen.
Quelle: Nvidia
Vorstellung Nvidia Pascal
Doch Nvidia ruht sich nicht auf den Lorbeeren aus, sondern arbeitet an neuen Grafikkarten. Die Pascal-Serie ist schon häufiger in der Fachpresse sowie in Foren besprochen worden und sorgt für eine so hohe Erwartungshaltung, dass viele Gamer bis zum Release mit einem Neukauf warten wollen - obwohl die Veröffentlichung erst im Sommer zu ewarten ist. Ob diese Erwartungshaltung auch erfüllt werden kann, ist schwer zu beurteilen, da auch Nvidia keine eindeutigen Informationen herausgibt und teilweise mit einer Informationspolitik an die Öffentlichkeit geht, die bei einer stärkeren Konkurrenz womöglich fatal wäre. Da wurde beispielsweise die Leistungssteigerung anhand von Beispielen erklärt, die das Koppeln mehrerer Grafikkarten voraussetzen - und damit reichlich Praxis-fern sind. Auf der CES 2016 präsentierte man den angeblichen Prototypen einer Pascal-Grafikkarte, der aber nach Analyse von Fotos und Filmaufnahmen als ein mit Maxwell-Grafikchip ausgestattetes Etwas mit GDDR5-Speicher entlarvt wurde - Pascal soll allerdings nicht GDDR sondern den modernen HBM (High Bandwith Memory) als Grafikspeicher nutzen, der schon bei AMDs Fury-Modellen zum Einsatz kommt.
Quelle: Asus
Nvidia GTX 970, hier von Asus
Durch HBM wird die Speicherbandbreite deutlich erhöht - und auch dies nutzte Nvidia teilweise, um zur Vermarktung Rechenbeispiele zu kreieren, die man als eine vermeintliche extreme Leistungssteigerung im Vergleich zur aktuellen Maxwell-Generation missverstehen kann. In Wahrheit kann es aber sein, dass trotz des sehr schnellen Speichers - genau wie bei AMDs Fury-Grafikkarten - der Leistungsgewinn in Spielen durch HBM nicht so stark sein wird, wie manche hoffen. Vor allem steht auch in den Sternen, ob es bei der Frage nach dem Preis-Leistungsverhältnis wirklich einen Fortschritt geben wird, der ein Warten auf Pascal rechtfertigt. Derzeit sind noch zu viele Fakten rund um Pascal unklar.
Noch vor dem Release von Pascal dürfte aber auch noch eine Erweiterung der GTX 900er-Serie stattfinden. Eine normalerweise für Nvidia übliche Ti-Variante der Grafikkartenmodelle gibt es derzeit nämlich nur bei der GTX 980 - Modelle wie die GTX 950, 960 und 970 könnten aber auch noch um eine Ti-Version bereichert werden. Die Ti-Varianten sind dabei stärker als die Non-Ti-Versionen, genau wie es bei AMD mit den X-Versionen (R9 380X, R9 390X und so weiter) der Fall ist.
AMD-Grafikkarten
Von AMD bestätigt ist eine neue Architektur für Grafikkartenchips mit dem Codenamen Polaris, die im Rahmen der so genannten Arctic Island-Familie erscheinen werden. Unsere Kollegen der PCGamesHardware gehörten dabei zu den wenigen in Deutschland auserwählten Redaktionen, die erste Details zu Polaris direkt aus erster Hand in die Finger bekommen konnten, auch ein offizielles Video von AMD zu Polaris haben wir weiter unten eingebettet. Polaris nutzt die vierte GCN-Generation als Grundpfeiler für die neue Architektur. GCN steht für Graphic Core Next und bezeichnet eine Grundarchitektur von AMD, die seit der AMD HD 7000er-Grafikkartenfamilie genutzt wird - bei Polaris führt dies unter anderem zu nativem HDMI 2.0-Support.
Quelle: AMD (Screenshot: PCGH)
Eckdaten zu AMDs Polaris
Ein wichtiger Punkt für AMD ist dabei vor allem die Energieeffizienz, also die Frage, wie viel Strom eine Grafikkarte benötigt , um eine bestimmte Leistung zu erreichen. Dies ist nicht nur für den Notebook-Sektor wichtig, für den Polaris natürlich auch entwickelt wird, sondern auch für den Markt der Desktop-Grafikkarten. Denn gerade hier hat AMD dadurch, dass die aktuellen R9 300er-Grafikkarten auf einer alten und stromhungrigen Technik basieren, gegenüber Nvidia stark an Boden verloren. Der Konkurrent aus Kalifornien hat nämlich im Gegensatz zu AMD bei seiner aktuellen 900er-Generation vor allem ein sehr gutes Verhältnis aus Leistung und Strombedarf, so dass insbesondere Gamer, die regelmäßig mit stärkeren Grafikkarte aus der Leistungsklasse einer AMD R9 390 oder Nvidia GTX 970 spielen, auf Dauer durchaus spürbar Stromkosten einsparen können. Indem AMD mit Polaris eine Umstellung der Chip-Fertigung von 28 nm (Nanometer) auf 14 und 16 nm umsetzen wird, kann die Effizienz stark erhöht werden. Als Transistortechnik kommt dabei FinFET zum Einsatz - auch bei Intels Ivy Bridge-CPUs (Sockel 1150) wird diese Transistorenbauweise verwendet, und zwar zum ersten Mal in einer Massenproduktion, allerdings mit 22 nm Chip-Fertigung.
Quelle: PC Games Hardware
AMD Fury X - wir rechnen in den nächsten Wochen mit einer Fury X2, die zwei Fuji-XT GPUs besitzen wird.
Eine Vorführung live vor Ort, die unsere Kollegen der PCGamesHardware mitverfolgen konnten, untermauerte das Stromsparpotential der Polaris-Grafikchips. Denn hier zeigte AMD das Spiel Star Wars Battlefront auf zwei PCs: der eine ausgestattet mit einer Nvidia GTX 950, der andere mit einem Grafikkarte-Prototyp, der mit einem Polaris-Chip bestückt war. Beide PCs erzielten eine ähnliche Leistung, der AMD-PC benötigte dabei aber unter 90 Watt, während der PC mit der als sparsam geltenden Nvidia GTX 950 etwa 140 Watt verbrauchte. Diese Differenz lässt nicht nur bei Freunden von AMD, sondern auch bei neutralen Beobachtern, die sich einfach nur mehr Wettbewerb auf Augenhöhe wünschen, Hoffnung aufkommen. Als Release-Termin hat AMD die Jahresmitte ins Auge gefasst, aber natürlich ist es derzeit zu früh, um abzuschätzen wie realistisch diese Angabe noch ist. Zunächst wird sich AMD um die Hersteller von Notebooks kümmern müssen, die für ihre Planungen frühzeitig auf genaue und verlässliche Spezifikationen und Verfügbarkeiten der mobilen Polaris-Chips angewiesen sind. Unabhängig von Polaris beziehungsweise Arctic Islands wird AMD aber vermutlich schon in den nächsten Wochen auch die aktuelle R300-Serie sowie die Fury-Reihe erweitern: eine Fury X2 ist beschlossene Sache, und im Preisbereich unter 200 Euro fehlen im Portfolio von AMD noch eine R7 360X sowie eine R7 oder R9 370X.

Es sei denn es handelt sich um uralte Hardware wie eine Voodoo oder ein N64 oder so.
Meine 770 2G stößt halt an ihre Grenzen, aber für 3,5 GB ist mir der Leistungsgewinn zur 970 nicht groß genug und die 980 zu teuer.
Im Endeffekt habe ich mich für eine, im Prinzip nicht notwendige, weil totaler Overkill für meinen Bildschirm, gebrauchte GTX980 (zufällig OC Modell, ziemlich leise) entschieden und meine 660Ti verkauft.
Die GTX980 hat dadurch insgesamt 320€ gekostet, also, damals, weniger, als meine ursprünglich angepeilte "Zotac GTX970" (damals hat's auch noch kein "Tomb Raider" dazu gegeben, "Syndicate" wollte ich noch nicht).
Damit kann ich leben. Und, wenn ich lustig bin, auch einfach die 3D-Vision-Brille anstöpseln und absolut ruckelfrei herumspielen.
Gebrauchte GTX980 Karten bekommst du momentan für ca. 440€, wenn du Glück hast, ca. 420€. Für eine GTX770 (2GB), GTX960-Niveau (~200€), bekommst du noch immer ca. 150€.
Das reduziert den Preis einer GTX980 auf ca. 270-290€. Eine gebrauchte GTX970 kostet, im Durchschnitt, 300€...
Wer noch eine Grafikkarte mit gewissem Restwert besitzt, kommt also, auch beim Kauf einer aktuellen High-End Karte, relativ günstig, also weit unter 350€, davon.
Wessen Karte allerdings einen Restwert unter 100€ besitzt, fährt wohl mit einer GTX970 trotzdem besser (und bekommt, falls neu, eine Augenweide von Spiel dazu).
Insgesamt über 350€ in eine, schon nächstes Jahr "technisch veraltete", High-End-Karte zu stecken, macht da weniger Sinn.
edit: Äh, natürlich kann man das Spiel auch mit einer gebrauchten GTX970 machen und "noch günstiger für sowieso ähnlich gute Leistung" davonkommen.
Der Punkt ist aber, dass es, im besten Fall, gar nicht notwendig ist, je über 350€ für High-End auszugeben.
Ansonsten kann man nur hoffen, dass AMD-GPUs so sparsam werden wie NVidia-Chips. Mit Vulkan könnte man in Zukunft ja auch so mehr Leistung aus der Karte kitzeln.