Guardians of the Galaxy 2 auf Blu-ray/DVD: Interview & Wertung

0
Test Emanuel Bergmann Simon Scholl - Autor Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Guardians of the Galaxy 2 auf Blu-ray/DVD: Interview & Wertung
Quelle: Disney

Die abgefahrene Comicverfilmung "Guardians of the Galaxy Vol. 2" gibt es seit dem 7. September in den Heimkino-Regalen. Passend dazu hat WIDESCREEN die Schauspielerin Zoe Saldana in Los Angeles für ein Interview getroffen.

Durch ihre Rollen in "Avatar", "Star Trek" und "Guardians of the Galaxy"* gehört Zoe Saldana zweifelsohne zu den derzeit größten Stars des Sci-Fi-Genres. USA-Korrespondent Emmanuel Bergmann hat die Darstellerin in Los Angeles zum Gespräch getroffen.

Ms. Saldana, Sie haben drei Kinder - wie schaffen Sie es, da so fit zu bleiben?
Disziplin. Reine Disziplin. Ich versuche mich gesund zu ernähren. Ich trainiere nicht jeden Tag, aber ich versuche, aktiv zu bleiben. Hin und wieder trinke ich eine Flasche Wein. Wir haben jetzt drei Kinder, alle nach wie vor unter drei Jahre alt. Man muss Opfer bringen. Man muss zum Beispiel früh schlafen gehen. Aber das mag ich. Ich gehe gerne früh schlafen.

Mussten Sie auch beruflich Opfer bringen?
Ich sage jetzt öfter auch mal "nein" zu Projekten, das habe ich mir früher nicht leisten können. Alles, was ich in der letzten Zeit getan habe, waren Dinge, zu denen ich vertraglich verpflichtet war. Ich kann zu Fortsetzungen schlecht "nein" sagen. Ich denke, wenn die Kinder älter sind und in die Schule gehen, werde ich noch öfter Nein sagen müssen. Aber ich bin bereit, das zu tun.

Wollen Sie in Zukunft mehr produzieren, mehr hinter den Kulissen arbeiten?
Liebend gerne. Das wäre der nächste Schritt. Ich war in der Filmindustrie in so vielen Aspekten tätig und habe alles genau beobachtet. Das wird der nächste Schritt in meiner Entwicklung sein.

Sie sind oft in Filmen, die Jungs lieben. Freuen Sie sich darauf, dass ihre Söhne Filme wie "Star Trek" oder "Avatar" sehen können?
Sie sind schon jetzt besessen von Superhelden, auch weiblichen Superhelden. Aber in dieser Hinsicht gibt es nicht so viele Spielsachen, also sind mein Mann und ich immer im Internet auf der Suche nach so was wie Gamora-Puppen oder Wonder-Woman-Figuren. Das ist gar nicht so einfach. Ich hoffe, das ändert sich.

Wie ist es für die Kids, ihre Mutter mit grüner Farbe im Gesicht zu sehen?
Das hat sie umgehauen. Sie konnten es nicht ganz verstehen. Sie haben mein Gesicht berührt und an meinen Haaren gezogen. Aber jetzt sind sie etwas älter. Ich habe gerade drei Wochen lang "Avengers: Infinity War" gedreht, und sie waren dabei. Sie glauben, ich bin mit dem Hulk verwandt. [lacht]

Irgendwie spielen Sie immer fremdartige Wesen im Weltraum mit einer anderen Hautfarbe ...
Ich weiß! Da geht es sehr bunt zu. Ich habe mich lange gegen typisch weibliche Rollen gesträubt, wo man immer nur die Freundin des Helden ist. Das wollte ich einfach nicht. Gleichzeitig liebe ich aber auch Science-Fiction. Ich finde, dass Science-Fiction ein Genre ist, das oft übersehen und unterschätzt wird. Man braucht viel Kreativität, um ein Science-Fiction-Drehbuch zu schreiben, sich das Unvorstellbare vorzustellen - auch für Schauspieler. Es ist wie Theater. Man muss sich neu erfinden. Man muss seine Gewohnheiten ändern. Aber all das zu ignorieren, nur weil es nicht als ein intellektuelles Genre gilt, das halte ich für Blödsinn.

Sie haben an ein paar der besten Sci-Fi-Filmen mitgewirkt, die es derzeit gibt. Bei vielen Projekten in diesem Genre werden die Charaktere ja nicht sonderlich ernst genommen. Wann immer es dann aber doch geschieht, ist es sehr erfrischend ...
Stimmt. Ich denke, es hängt vom Regisseur ab. Ich hatte immer das Glück, dass die Science-Fiction-Regisseure, mit denen ich gearbeitet habe, ihre Skripts selbst geschrieben haben. Wenn du derjenige bist, der die Idee konzipiert hat und du alles schon im Kopf gesehen, davon geträumt hast, dann ist es einfacher, das alles umzusetzen, wenn du die richtigen Werkzeuge hast.
Welche Art von Film würden Sie denn gerne produzieren?
Science-Fiction. [lacht]

Hatten Sie schon mal das Gefühl, dass sie von Kritikern unfair behandelt wurden?
Ich denke schon. Aber man muss aufpassen, dass man sich nicht selbst als Opfer sieht. Ich stehe nicht auf Selbstmitleid. Ich glaube, "Nina" [ein Biopic über die Pianistin Nina Simone; Anm. d. Red.] war eine Erfahrung, von der ich viel gelernt habe. Ich war ein wenig verletzt davon, wie mäßig der Film aufgenommen wurde. Das spricht natürlich auch ein Problem in Amerika an. Es ist ein sehr schmerzhaftes Thema in der afroamerikanischen Community. Es gab Leute, die sehr starke Meinungen hatten und mich verurteilten. Ich nahm so viel davon auf, wie ich konnte. Ich hoffe nur, dass ich besser werde, dass ich als Mensch besser vorausdenke, wenn ich diese Entscheidungen treffe.
Zoe Saldana als Gamora im zweiten Teil von 'Guardians of the Galaxy'. Quelle: Disney Zoe Saldana als Gamora im zweiten Teil von "Guardians of the Galaxy". Wie wird Ihre Rolle in "Avengers: Infinity War" angelegt sein?
Nun, ich spielle natürlich Gamora. Die Guardians tauchen in dem Film auf und sie werden selbstverständlich alle anderen in den Schatten stellen! [lacht]

Wie empfanden Sie die Arbeit mit Chris Pratt?
Super. Er hat ständig improvisiert, darin ist er brillant. Dieser Mann hat immer die lustigsten Sätze auf Lager, er macht ständig unpassende Witzchen. Aber er ist auch ein wirklich sanfter Mensch, ganz natürlich, ein wirklich netter Kerl. Ich schätze es sehr, mit ihm zu arbeiten, er ist einer meiner Favoriten. Sagen Sie ihm das aber nicht! [grinst]

Beim ersten Film haben Sie gesagt, es war wie eine Wette in Las Vegas, die man plötzlich gewonnen hat. Es hat wohl kaum einer damit gerechnet, wie gut der Film funktionieren würde. Sehen Sie das heute auch noch so?
Absolut. Es fühlte sich gut an, ein Teil von etwas Besonderem zu sein. Der Film kam von Herzen. Man hat große Erwartungen und Wünsche, aber man will in erster Linie nur sein Bestes geben. Es war, wie gesagt, als hätten wir im Lotto gewonnen. Es war ein tolles Gefühl. Das Lob der Kritiker war dann ein Sahnehäubchen. Es tat gut zu wissen, dass der Film akzeptiert wurde, und dass die Leute die Message verstanden haben. Es geht um Underdogs. Es geht um Waisen, die eine Familie finden, es geht um Freunde, die zusammen kommen und sich gegenseitig akzeptieren.

Möchten Sie mehr weibliche Superhelden sehen? Wir haben mit Wonder Woman die erste große weibliche Superheldin, doch es hat 75 Jahre gedauert, bis sie ihren eigenen Film bekam. Wünschen Sie sich mehr davon?
Klar. Warum sollte ich zu so etwas "nein" sagen? Ich denke, es ist wichtig für junge Frauen, Filme zu sehen, die sie besser darstellen. Das ist sehr inspirierend. Ich wünsche mir überhaupt mehr weibliche Actionhelden. Ich wünschte, Sylvester Stallone wäre eine Frau. [grinst]

*Anmerkung: Wer den zweiten Teil noch nicht gesehen hat und dies nachholen möchte, kann sich hier nochmal die ausführliche Kritik zum Spektakel durchlesen.


0
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 07/2026 PCGH Magazin 08/2026 play5 08/2026 N-Zone 07/2026 Linux Magazin 07/2026 LinuxUser 07/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk