Guardians of the Galaxy 2: Filmkritik zum aberwitzigen Weltraum-Action-Spaß
Ring frei für die wohl coolsten (& sicherlich schrägsten) Marvel-Superhelden: Am 27. April 2017 startet mit "Guardians of the Galaxy 2" die heiß ersehnte Fortsetzung der mit ordentlich Humor erzählten Außenseitersaga von 2014 in den deutschen Kinos. Was ihr euch bei einem Kinobesuch von dem abgefahrenen Sci-Fi-Abenteuer erwarten könnt, erfahrt ihr in unserer Filmkritik!
Seitdem der draufgängerische Outlaw Peter Quill aka Star-Lord, die grünhäutige Amazone Gamora, der muskelbepackte wie tumbe Drax, der rotzfreche Waffen- und Ausbruchspezialist Rocket und das einsilbige Pflanzenwesen Groot die üblen Pläne des Schurken Ronan vereitelt haben, sind die die selbsternannten Guardians of the Galaxy im Universum bekannter als ein bunter Hund. Ihre besonderen Fähigkeiten sind überall gefragt und so tingelt das schräge Quintett in der ganzen Galaxie umher, um fiesen interdimensionalen Monstern den Garaus zu machen. Doch als Langfinger Rocket einem Auftraggeber, namentlich den Sovereign People, einem Volk von genetisch zur Perfektion veränderten Wesen, ein paar mächtige Batterien klaut, sieht deren Anführerin Ayesha rot und hetzt den Guardians nicht nur ihre eigenen Leute, sondern auch die Ravagers unter der Führung von Yondu auf den Hals. Da Yondu seinen Ziehsohn Star-Lord (mal wieder) nur halbherzig verfolgt, macht sich unter seiner Anhängerschaft Unwillen breit, bis es schließlich zur Meuterei kommt. Dann mischt sich plötzlich auch noch Star Lords Vater - ein intelligenter Planet in Menschenform namens Ego (der Name ist Programm!) - samt der sozial etwas unterentwickelten Alien-Dame Mantis ein, Gamoras hasserfüllte Adoptivschwester Nebula taucht wieder auf, die Guardians werden getrennt, der Zusammenhalt der illustren Truppe arg strapaziert. Das Chaos ist perfekt...
Marvels Space Opera "Guardians of the Galaxy" war DER Überraschungshit 2014: Die schrägen (Anti-)Helden, der augenzwinkernde Humor, die flotten Sprüche, die bombastische Action und selbstverständlich der unglaublich gelungene Awesome Mix #1 machten den 10. Eintrag ins Marvel Cinematic Universe (MCU) zu einem wild-ausgelassenen Spaß-Trip. Was für ein Glück, dass Marvel-Chefproduzent Kevin Feige die (damals) wenig bekannten Figuren aus der Mottenkiste geholt und das gewagte Projekt in die Hände des exzentrischen Filmemachers James Gunn (Super - Shut Up, Crime!), gelegt hat, der die Underdogs mit einer großen Portion Selbstironie neu erfunden hat! Der Film schlug ein wie eine Bombe - unterschied er sich doch im Erzählton und stilistisch deutlich von allen anderen Marvel-Filmen. Allerdings hatte Gunn die Herausforderung zu meistern, innerhalb von rund zwei Stunden fünf sehr unterschiedliche Charaktere einzuführen und zusammenzubringen sowie einen Schurken aufzubauen, den es am Ende zu bekämpfen gilt - dadurch wirkte das Ganze zuweilen etwas hektisch und wirr. In "Guardians of the Galaxy 2" konnte sich Gunn hingegen viel mehr auf die Beziehungen und Dynamik innerhalb der Gruppe konzentrieren. Im Vordergrund steht ganz eindeutig die Frage, was es bedeutet, eine Familie zu sein. Das Ergebnis: Unglaublich witzige ( insbesondere das Duo Mantis & Drax sorgen für köstlich humorvolle Einschübe), aber auch sehr gefühlvolle Momente, die wirklich berühren. Man weint Tränen vor Lachen - aber nicht unbedingt nur deswegen! Wir erfahren mehr über die komplizierte Beziehung zwischen Gamora und Nebula, lernen neue Facetten an Drax kennen, erfreuen uns an einem (zugegeben ganz süßen, irgendwie aber entbehrlichen) Baby Groot mit Wutproblemen und finden heraus, warum der grummelige Yondu den kleinen Peter damals nicht abgeliefert, sondern bei sich behalten hat.
Nichtsdestotrotz kommt in "Guardians of the Galaxy 2" natürlich auch die Action nicht zu kurz: Eine ganze Reihe von erstklassigen Effektschlachten und Verfolgungsjagden im All wechseln sich mit beinharten Nahkämpfen und wilden Schießereien ab - der Body-Count des Films dürfte wieder ziemlich hoch liegen (Teil 1 führt die Liste der "tödlichsten" Hollywood-Filme mit großem Abstand an). Und wie bereits im Vorgänger spielt erneut die coole Musik aus den 1970er und 1980er Jahren eine wichtige Rolle, im Vergleich mit dem Awesome Mix #1 zieht die musikalische Untermalung der Fortsetzung aber den Kürzeren. Besonders erfreuliches gibt es im Hinblick auf den Gegenspieler zu berichten: Der Bösewicht ist nicht so eindimensional und von Grund auf Böse wie etwa ein Ronan oder Red Skull und wird erfreulicherweise nicht über den ganzen Film aufgebauscht, nur um dann am Ende ziemlich abzustinken - tatsächlich fordert der Kampf gegen den Schurken diesmal sogar Opfer.
FAZIT / Zum Schreien komisches, aber auch ernste Töne anschlagendes Weltraum-Abenteuer mit bestens aufgelegten Darstellern. Besser noch als Teil 1 - der Awesome Mix #1 bleibt jedoch (vorerst) ungeschlagen.

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Freu mich schon wie ein Kind auf den Film. Ich hoffe dass auch die Hintergrundbilder wieder so schön gezeichnet werden wie im ersten Teil... Auch wenn es für Viele wohl relativ unwichtig ist: die (Wltraum-) Kulisse war einfach nur großartig.