Test zu Greedfall: Durchwachsenes Rollenspiel mit tollen Ansätzen, aber zu viel verschenktem Potential

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Test zu Greedfall: Durchwachsenes Rollenspiel mit tollen Ansätzen, aber zu viel verschenktem Potential
Quelle: PC Games

Mit Greedfall möchte das französische Entwicklerstudio Spiders ein für alle Mal beweisen, dass sie das Talent, die nötigen Mittel und Werkzeuge haben ein durch und durch gelungenes Rollenspiel aufzutischen. Greedfall macht dabei keinen Hehl aus den auffälligen Inspirationen diverser Genre-Nachbarn. Das Pariser Studio mixt Elemente der alten Rollenspielschule mit denen moderner und frischer Vertreter des Genres. Ob die Mixtur aus dem Hause Spider nachhaltig beeindrucken kann, erfahrt ihr natürlich kompakt in diesem Test zusammengefasst.

Für all jene, die es in der Vergangenheit bereits in die eine oder andere Fantasy-Landschaft verschlagen hat, ist der Name Spiders vermutlich kein Fremdwort. Zwar blieb dem Pariser Studio bisher ein wirklich gelungenes Gesamtwerk verwehrt, doch einige solide Mittelmaß-Rollenspiele treiben durchaus in den rauen Gewässern der Videospielwelt. Mehrere Entwicklerköpfe, die alle gemeinsam an dem Hack-and-Slay Silverfall gearbeitet haben, gründeten Spiders 2008. Seitdem entwickelt das Studio Rollenspiele mit Singleplayer-Fokus. Egal ob das 2012 veröffentlichte Of Orcs and Men, Bound by Flame, welches im PC-Games-Test leider trotz interessanter Ansätze enttäuschte, oder das 2016 veröffentlichte Action-RPG The Technomancer. All diese Spiders-Titel blieben hinter den Erwartungen zurück. Ein Merkmal sticht dem Fachauge dabei besonders ins Auge: Jedes Spiders-Werk strotzt vor verschenktem Potential. Schade also, dass es den bisherigen Titeln verwehrt blieb, in den Olymp der Rollenspiele aufzusteigen.

Das frisch veröffentlichte Barock-inspirierte Greedfall (jetzt kaufen 34,99 € / 31,49 € ) soll das nun endlich ändern. Das Rollenspiel verspricht mit der exotischen Insel Teer Fradee eine spannende Spielwelt, die zum Erkunden einlädt. Die verschiedenen Klassen und das offene Skill-System ermöglichen unterschiedliche Spielstile und durch eine Vielzahl an möglichen Entscheidungen soll sich eine individuelle Spielerfahrung ergeben, die in multiplen Enden ihren krönenden Abschluss findet. Klingt also, als wäre Greedfall der perfekte Kandidat für Spiders Vorhaben. Oder etwa nicht?

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Ein neue Welt mit vielen Möglichkeiten

Greedfall erzählt eine auf Diplomatie und Handelsbeziehungen fokussierte Geschichte rund um die neu entdeckte und besiedelte Insel Teer Fradee. Eine der großen Städte des exotischen Traumortes, New Serene, bekommt einen neuen Gouverneur: Prinz Constantin d'Orsay, der Vetter und engste Vertraute unseres Helden oder unserer Heldin. Richtig gelesen, Greedfall präsentiert sich nämlich, wie für ein waschechtes RPG üblich, mitsamt Charaktereditor. Abgesehen von den optischen Anpassungen entscheiden wir uns zusätzlich für eine Anfangsklasse. Zur Auswahl stehen uns drei Grundskillungen, die entweder kriegerischer, strategischer oder magischer Natur sind. Greedfall besitzt jedoch ein offenes Skill-System: Im Verlauf des Spiels können wir also mithilfe von Fähigkeits-, Talents- und Attributspunkten unseren Charakter noch individueller anpassen. Bei unserer Spielfigur handelt es sich aber nicht - wie oft bei anderen Spielen des RPG-Genres - um einen namenlosen Helden. Wir schlüpfen in die Rolle des (oder der) adligen De Sardet. Uns obliegt die Verantwortung für die Beziehungen zu den unterschiedlichen Parteien auf der Insel. Hauptagenda der ans spanische Reich angelehnten Invasoren ist aber etwas ganz Anderes: Ein Heilmittel gegen die tödliche Plage Malichor zu finden. Die Krankheit breitet sich unaufhaltsam auf dem Kontinent aus und rafft seine Opfer in einer erschreckenden Anzahl grauenvoll dahin. Die Insel und ihre Bewohner verbergen viele Geheimnisse, möglicherweise sogar die so dringend benötigte Rettung für unser Volk. So weit, so gut.
Die Landschaft von Teer Fradee gefallen. Egal ob die eindrucksvollen Städte oder die schönen Landschaften, der Look ist eine der großen Stärken. Quelle: PC Games Die Landschaft von Teer Fradee gefallen. Egal ob die eindrucksvollen Städte oder die schönen Landschaften, der Look ist eine der großen Stärken. Die Spielwelt von Greedfall, die frisch besiedelte Insel Teer Fradee, ist keine Open-World. Mehrere kleine Hub-Areale sind durch kurze Ladebildschirme und einen "aufgezwungenen Lageraufenthalt" miteinander verbunden. Den Gebieten und ihrer Flora und Fauna gelingt es zunächst noch mit Leichtigkeit, unser Interesse zu wecken. Jede Gosse der Stadt suchen wir nach mit Loot gefüllten Truhen ab und in den Wäldern und Sümpfen der Insel lassen sich Herstellungsgegenstände, Waffen, Klamotten und vieles weitere finden. Bewegen wir uns von einem Gebiet ins Nächste, dann finden wir uns in unserem heimischen Lager wieder. Hier können wir Dinge kaufen und verkaufen, unsere Gruppe bearbeiten oder aus gesammelten Gegenständen Munition und Tränke herstellen, bevor wir frisch gestärkt und kalibriert unsere Reise fortsetzen. Störend empfanden wir, dass die Spielwelt leider sehr schnell ihren Reiz verliert. Die immer gleichen Fundgegenstände, schlechtes Balancing und das Gefühl, alles bereits mehrfach zuvor gesehen zu haben dämpfen den Spielspaß nach einer Weile etwas ein. Gefühlt bietet Greedfall eine Handvoll Monster, Räumlichkeiten und Gegenstände, mit denen der Titel die halbe Spielzeit lang am Jonglieren ist. Die aufgezwungenen Wartepausen zwischen den unterschiedlichen Hub-Welten hingegen haben während unserer Spielzeit kaum gestört. Veraltet wirkt es dennoch und erinnert an Spiele von vor zehn Jahren.

Dragon Age meets The Witcher?

Ebenfalls viele Gameplay-Aspekte erinnern an Spiele von vor zehn Jahren - jedoch positiv! Ganz besonders eine Reihe kommt uns da ziemlich früh in den Sinn: Dragon Age. Vieles, was auf der Menü-Karte beinahe jedes Bioware-Titels zu finden ist, lässt sich ebenfalls in Greedfall erspähen. Neben der offensichtlichen Entscheidungsfreiheit wären da die Fraktionen und Gefährten. Während unseres Abenteuers treffen wir auf insgesamt sechs verschiedene Fraktionen. Unter den Parteien finden sich interessante Gruppierungen wie die Nauten, ein raues Seefahrer-Volk, oder die naturbezogenen Einheimischen der Insel. Insgesamt präsentiert uns Greedfall fünf Begleiter. Jedes Mitglied repräsentiert eine andere Fraktion. Durch Gefährtenquests können wir im Verlauf des um die 30-stündigen-Abenteuers mehr über unsere Mitstreiter erfahren, unsere Beziehungen zu ihnen verbessern (oder verschlechtern) und sogar die eine oder andere Romanze starten.
Die fünf Wegbleiter gefallen gut und unterscheiden sich angenehm durch unterschiedlichen Beweggründe und Persönlichkeiten. Quelle: PC Games Die fünf Wegbleiter gefallen gut und unterscheiden sich angenehm durch unterschiedlichen Beweggründe und Persönlichkeiten. Durch die vielen unterschiedlichen Entscheidungen, unser sich stets veränderndes Verhältnis zu den Fraktionen und einige andere clevere Aspekte fühlt sich die Geschichte und ganz besonders unsere Rolle darin bedeutend an. Im Mittelteil des Spiels verliert sich die Handlung leider enorm und wirkt zu oft unnötig aufgeblasen. Weniger wäre besser gewesen, da der Anfang und die verschiedenen Enden des Titels nämlich richtig gut gefallen. Ein allgemein kürzeres und kompakteres Paket hätte Greedfall enorm gutgetan, die Grundbausteine sitzen nämlich exakt an den richtigen Stellen. Wenn das solide Fundament dann aber nur mit dem Ziel in die Höhe gebaut wird, aufzufallen und die ersehnte AAA-Luft zu schnuppern, obwohl es an den eigentlich benötigten Ressourcen fehlt, dann geht das meistens schief.

Der eigene Anspruch als Strick

Greedfall ist kein AAA-Titel. Das wird früh im Abenteuer klar. Greedfall sieht zwar sehr gut aus, doch fehlt es in einigen Hinsichten an dem professionellen Feinschliff, den Blockbuster-Games in der finalen Entwicklungsphase genießen. Die Gesichter, ihre Gefühle und die rein englisch vertonten Stimmen sind gut umgesetzt, die Umgebungen überzeugen und Charakteranimationen zeigen ein einigermaßen realistisches Bild. Doch oftmals blicken wir auf nicht geladene Texturen und schlagen uns mit Framerate-Einbrüchen, nervigen Bugs oder enorm schlechtem KI-Verhalten herum. Verlangt nämlich ein Questgeber von uns, dass wir uns unauffällig in ein Lager schleichen sollen, dann ist es schon verdammt eigenartig, wenn selbst sprintend niemand unsere offensichtlich unerwünschte Anwesenheit hinterfragt. Das ist zwar keinesfalls die Norm in Greedfall, kommt aber ab und an vor und fällt dadurch zu negativ ins Gewicht.
Die Bosskämpfe enttäuschen leider enorm. Eine spezielle Strategie wird so gut wie nie von uns verlangt. Ebenfalls sind die Kämpfe viel zu einfach. Quelle: PC Games Die Bosskämpfe enttäuschen leider enorm. Eine spezielle Strategie wird so gut wie nie von uns verlangt. Ebenfalls sind die Kämpfe viel zu einfach. Wer jetzt denkt, bei Greedfall handelt es sich um eine frankensteinähnliche und groteske Kreatur, den können wir beruhigen. Spiders Mixtur wirkt in keiner Sekunde unstimmig. Greedfall setzt die verschiedenen Bauteile clever zusammen und meistert es trotz alledem, mit eigener und charmanter Persönlichkeit aufzutreten. Greedfalls größtes Problem ist die eigene Ambition. Die Dauer der Handlung übertrifft deren Inhalt bei weitem. Viele Passagen werden künstlich in die Länge gezogen. Das Monsterdesign, welches stark an das Hexer-Epos The Witcher erinnert, ist verdammt gut. Manche Bossgegner bleiben selbst Tage nach der letzten Spielsession noch im Gedächtnis hängen. Doch wenn wir nach einer dicken Menge an Spielstunden immer wieder auf dieselben vier Gegnertypen eindreschen, dann fordert das nun mal seinen Tribut. Wir verlieren den Willen zu erkunden, den Wunsch nach Beute und die Lust auf Abenteuer... das ist leider der Strick für jedes Rollenspiel, egal wie qualitativ stark es sich in anderen Hinsichten präsentiert. Wenn wichtige Spielmechaniken wie das Kampfsystem oder das Questdesign nicht über solch gravierende Schwächen hinweghelfen können, dann sieht es schnell ziemlich düster aus. Glücklicherweise hat Spiders noch ein wenig mehr zu bieten und kommt mit einigen Pluspunkten im Schlepptau in die weltweiten Wohnzimmer gestapft.

Für RPG-Fans trotz alledem einen Blick wert

Die Kleidungsstücke, die wir in Greedfall finden bieten viel Abwechslung. Von ritterlichen bis hin zu schamanenhaften Outfits ist alles dabei. (1) Quelle: PC Games Die Kleidungsstücke, die wir in Greedfall finden bieten viel Abwechslung. Von ritterlichen bis hin zu schamanenhaften Outfits ist alles dabei. (1) Greedfall ist nämlich kein schlechtes Rollenspiel. Phasenweise handelt es sich bei Spiders neuestem Titel sogar um ein richtig gutes Werk! Besonders die ersten und letzten Spielstunden unterhalten auf sehr hohem Niveau. Die Welt und ihre Normen faszinieren und sehen oft beeindruckend aus. Man erwischt sich beim Verweilen und Eintauchen in den vielen wunderschönen Szenerien. Einige der Charaktere wachsen einem wirklich ans Herz und sind wir für eine Weile aufgrund von speziellen Story-Passagen von diesen getrennt, dann wurmt uns das. Die moralischen Zwickmühlen, vor die uns das Spiel setzt, sind selten einfache Schwarz-Weiß-Unterscheidung und die multiplen Enden bieten einen sehr befriedigenden Abschluss, der unsere komplette Spielerfahrung und unsere Entscheidungen sinnvoll in das Gesamtbild strickt. Selbst das etwas monotone Kampfsystem gefällt und lockt genug Spielspaß hervor.

Wir, als Rollenspielenthusiasten, hatten trotz vieler Schwächen eine Menge Freude mit Greedfall. Eine bessere Ressourcenverteilung und ein kompakteres Gesamtpaket hätten Greedfall aber mit Sicherheit in die ersehnte obere Liga gehievt. Am Ende bleibt Greedfall ein charmantes Spiel mit zu viel verschenktem Potential. Sehr schade!

Fazit

Wertung zu Greedfall (XBO)

Wertung:

7.0 /10
Pro & Contra
Gelungener SpieleinstiegViele wunderschöne SzenerienTolle und stimmungsvolle LichteffekteEine Vielzahl an Entscheidungen ...... die die Geschichte beeinflussenMehrere gelungene EndenInteressante CharaktereStarkes Monsterdesign
Zu wenig AbwechslungHandlung unnötig in die Länge gezogenEtwas zu einseitiges KampfsystemOftmals auffällig schlechtes NPC-VerhaltenKämpfe sind durch die Bank zu einfachEine Lernkurve existiert einfach nicht
Fazit

Greedfall hat tolle Ansätze und ein interessantes Fundament, übernimmt sich aber leider in beinahe jeder Hinsicht.

Meinung

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    • Kommentare (13)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Bonkic Mitglied
        87h ist für dich kurz und knackig? wow.
        wie lange hast du für witcher 3 gebraucht? 3.000h? :-D
      • Von Bonkic Mitglied
        87h ist für dich kurz und knackig? wow.
        wie lange hast du für witcher 3 gebraucht? 3.000h? :-D
      • Von o815Michi NPC
        Moin,

        ich habe den Test zu Greedfall in eurer Zeitschrift gelesen und bin etwas anderer Meinung. Ich würde eine 8 sehen. Nach dem alten System eine 81 bis vielleicht 84.
        Ich mag das Spiel, da sich nicht nur das Ende lohnt, sondern auch darauf hin zu spielen. (Ich spoilere mich gern!) Während ich Dragon Age 2 (das hochgelobte!) nie zu Ende gespielt habe, da es mir zu eintönig wurde . Ich werde Greedfall nochmalig spielen. Um auch alle einfachen Enden und Beziehungen zu erreichen!

        1. Story langgezogen: Es gibt schon die ein oder andere nervige Quest, aber insgesamt finde ich das Spiel eher kurz und knackig. Meine Spielzeit beträgt (1x) mit fast allen Quests und einer friedlichen Lösung ca.: 87h

        2. Der hohe Wiederspielwert wurde nicht angesprochen. Es gibt ein paar Optionen die das Spiel verändern! 'Verhalten der Garde" & "Wahl des Königs"

        3. Die nervige Kampf-Steuerung. Der Charakter ist dem Gegner immer zugewand. Dadurch sind Bosskämpfe sehr schwierig. Ich mag eine frei Steuerung wie in Bedhesda-Rollenspielen oder aktuell bei "Other Worlds"

        4. Einfacher Schwierigkeitsgrad
        Wenn ich den Schwierigkeitsgrad "Einfach" wähle, möchte ich einfache Kämpfe. Viele Spiele schaffen das nicht und bieten bei "Einfach" schwierige/herausfordernde Kämpfe. (Auch bei Outer Words) Ich benötige auch keine Lernkurve. Nur eines ist mir aufgefallen. Ich bin um die 10 mal im Tutorial gestorben! Ich hätte das Spiel fast schon beiseite gelegt. "Einfach!" Wenn die Bosskämpfe bei 'einfach' etwas schwieriger sind ist das noch verständlich, aber das Tutorial?

        5. Legendäre Items.
        Es gibt einige Legendäre Items (LI) im Spiel. Ich habe versucht sie alle zu finden. (Kaum eine vollständige Liste im Internet!) Am Anfang findet man noch viele verschlossene Kisten im Spiel mit LI. Während im 2. Teil des Spiels zwar noch versteckte Kisten existieren, aber nur noch "Schrott" zu finden ist. Auch erhält man
        die legendären Items nicht, wenn man eine Fraktion für den Endkampf gewinnt. (Man erhält sie nur wenn sie absagen!) ....

        6. Ich finde die erfrischenden Ideen mit den vielen Lagern, den Schnellreisezielen in der Nähe der verschiedenen Questgeber, dem manchmal etwas nervigen Lager beim Schnellreisen sehr gut! So werden viele lange nervige Laufwege abgekürzt! Das könnten mehr Spiele gebrauchen!

        7. Die Belohnungen für die 2 großen Schatzsuchen im Spiel waren ziemlich dürftig.
        'Finde alle Lagerstellen' + 'Finde alle Dokumente von Dr. Serafeddin' (Nur Gold zu einem Zeitpunkt wo man es nicht mehr braucht!)

        Grüße

        p.s. Ich hoffe es gibt trotzdem ein DLC oder Addon!
      • Von Maci Naeem Autor
        @Javata
        Hey! Danke erst mal für die hilfreiche Kritik!
        :-)

        1. Barock-inspiriert wurde von mir bewusst gewählt, da die Entwickler in einer Video-Reihe über ihre Inspiration zu Greedfall gesprochen haben und eben genau "Barock" als die stärkste der verschiedenen Quellen genannt haben. Trotz alledem geb ich dir Recht, dass Kolonialismus ebenfalls sehr passend gewesen wäre.

        2. Bezogen auf die Fraktion des Protagonisten: Den Baustil, oder besser den allgemeinen Stil, hab ich sehr spanisch/englisch aufgenommen. Gebe dir aber wieder Recht, dass es "17th-Century-Europe" vllt. besser zusammenfasst hätte.


        3. New Serene ist nicht die Hauptstadt der Insel: Korrekt, das war doof formuliert. Ist mir beim Schreiben nicht aufgefallen, viel mehr wollte ich damit ausdrücken dass es der Hauptsitz unserer Fraktion ist. :/

        4. Das mit den Fraktionen ist ebenfalls richtig, danke! Hab es ausgebessert.

        Jetzt zu deinen inhaltlichen Kritikpunkten: Jap, ich gebe dir Recht dass die Quests selten simples "Töte X Tiere von Typ Y" sind, aber der Questaufbau war in meinen Augen einfach zu selten wirklich gelungen. "Erstatte Constantin Bericht" ist, wenn es sich 5x in 1h wiederholt einfach nicht sonderlich gut gelöst. Fand die Handlung keinesfalls schlecht, war mir persönlich aber einfach zu vorhersehbar und "undynamisch" strukturiert. Das mit dem Schleichen und der Rüstung ist mir bewusst, aber selbst ohne Rüstung blieb die Situation die selbe.Grundsätzlich finde ich Greedfall keinesfalls schlecht, 8/10 muss sich aber einfach runder anfühlen (imo).

        Ich nehm mir die Kritikpunkte definitiv zu Herzen und werde versuchen beim nächsten Test Dinge genauer auszuformulieren und insgesamt ein runderes Bild aufzuzeigen!

        Danke nochmal (ernst gemeint)
        :-D
      • Von matrixfehler Spiele-Enthusiast/in
        Zitat von Javata
        Ich muss leider sagen ich finde den Test nicht sonderlich gelungen.

        Kleine sachliche Schnitzer:

        - "Barock-inspiriert". Barock ist eine Kunstepoche, Kolonialismus wäre hier passender gewesen.
        - Die Fraktion des Spielercharakteres ist eine Handelsfraktion, da würde ein Vergleich zu den Niederlanden oder ggf England viel besser passen. Die Spanier passen hingegen viel mehr zu den stark religiösen Thélème. Wird auch am Baustil deutlich.
        - New Serene ist nicht die Hauptstadt der Insel, lediglich die Niederlassung unser Fraktion. Die beiden anderen "Kolonialmächte" haben jeweils eigene, ebenso große Städte.
        - Es gibt nicht 5, sondern 6 Fraktionen (Nauten, Thélème, Münzengarde, Einheimische, Brückenallianz und die eigene (Handelskongregation mit der man es sich auch verscherzen kann)

        Was die Bewertung an geht bin ich ebenso nicht ganz zufrieden.

        - Die Haupthandlung ist wirklich gut und logisch aufgebaut und enthält mMn keine Füllquests und ist damit auch nicht zu lang. Auch die Nebenquests, gerade die der Begleiter sind ebenfalls wirklich toll. Keine der Quests (mit Ausnahme von 6 Quests von Anschlagtafeln) sind 0815 Fetchquests, es gibt kein töte X von Tier B oder bringt mir Pflanze Y 25x.
        - Es wird mit keinem Wort erwähnt, dass Begleiter die Gruppe auch verlassen können bzw den Spielercharakter hintergehen können und auch Einfluß auf die Haupthandlung nehmen. Ich will nix spoilern, daher sparen ich an Details. Ebenso können Begleiter Boni verleihen und dadurch Einfluß auf die eigene Skillung nehmen. Fände ich für ein RPG durchaus positiv zu bewerten. Ein DA:I hat hier weniger Tiefgang.
        - Wenn der Tester den Willen zum erkunden verliert dann hat er leider die besten Items des Spiels nicht gefunden. Es gibt nämlich die besten Rüstungen für das Lösen kleiner Rätsel (oft ein Brief bei einer Leicher und ähnliches). Im Gegensatz zu vielen anderen Titeln fand ich bei Greedfall das Erkunden ganz nützlich.

        Was die Bugs betrifft hatte ich keinen der im Test genannten. Und es ist allgemein kein Bug in ein Lager einer Fraktion zu rennen wenn man ihre Rüstung trägt und dabei nicht angegriffen zu werden. Im Gegenteil, darauf weißt einem das Spiel sogar hin. Wie gesagt, ich hatte keinen Bug und es kann sich bei dem Schleichen natürlich um einen Bug handeln, ich wollts nur einmal aufzeigen.

        Der finalen Bewertung würde ich aber grundätzlich zustimmen (mit Abzug der Handlung) und daher 8/10 geben. Wer das Spiel als AA-Titel kauft und sich auf ein solches AA-RPG freut wird mMn nicht enttäuscht werden.
        Und was die Laufwege betrifft: Das Schnellreisesystem ist durchaus gelungen, bis auf ein paar questbedingte Aussnahmen kommt man immer extrem nah ans Ziel.
        Kann ich so nur unterschreiben, sehe das auch so.

        Irgendwie hat der Tester teilweise Tomaten auf den Augen...
      • Von Marko76 NPC
        Solides Rollenspiel mit sehr schöner Atmosphäre. Ich persönlich habe die Spielstärke auf den Charakter angepasst (meistens schwer oder extrem), damit bleiben die Kämpfe spannend. Einzige Wermutstropfen sind die fehlende deutsche Synchronisation, dass man nicht über etwas klettern kann und diese zwei Typen die einem ständig im Weg stehen .
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