Gothic Remake auf dem Steam Deck: Mit Schluckauf durchs Krümeltal - lohnt sich das?
Gothic Remake auf dem Steam Deck spielen - ist das wirklich eine gute Idee? Wir haben das Edel-Remake mit UE5 auf dem Valve-Handheld ausprobiert. Das Ergebnis: Viel Licht, viel Schatten und vor allem: Pixelmatsch.
Mit dem Gothic Remake hat sich Alkimia Interactive großen Respekt verdient: Das Team aus dem spanischen Barcelona spendiert dem Kult-Rollenspiel eine zeitgemäße Neuauflage, die von Grund auf neu in der Unreal Engine 5 entwickelt wurde. Dabei wurden keine Kompromisse gemacht, alle Mechaniken, Besonderheiten und Finessen aus dem gefeierten Originalspiel wurden hinübergerettet und teilweise sogar erweitert. Das Ergebnis ist ein Rollenspiel, das sich zwar optisch modern präsentiert und auch einen gewissen modernen Komfort bietet, doch im Kern ist das immer noch Gothic durch und durch - und zwar im Guten wie im Schlechten, wie unser Test zu Gothic Remake zeigt.
Wie gekonnt die Entwickler mit der Unreal Engine 5 umgehen und warum das Spiel eindeutig zu den hübscheren Remakes zählt, haben unsere Kollegen von PC Games Hardware in ihrem großen Technik-Test zu Gothic Remake detailreich aufgearbeitet. Dabei erfahrt ihr vor allem, wie gut das Spiel auf eurer PC-Hardware läuft und wo die Entwickler auch moderne Hardware an ihre Grenzen bringen. Doch uns hat noch etwas anderes interessiert, nämlich die andere Seite des Hardware-Spektrums: Wie gut schneidet Gothic Remake auf dem Steam Deck ab? Wir haben es ausprobiert.
Hinweis: Gothic Remake ist zum Launch nicht offiziell für Steam Deck verifiziert, bei Kompatibilität wird nur "unbekannt" angegeben. Von Valve gibt es also noch keine Angaben, ob das Spiel für das Steam Deck geeignet ist oder nicht.
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Gothic Remake: Performance auf dem Steam Deck
Die gute Nachricht zuerst: Gothic Remake (jetzt kaufen / 49,99 € ) spielt sich so gemütlich, dass stabile 30 Bilder pro Sekunde eigentlich völlig ausreichend wären. Doch leider sieht die Praxis ein wenig anders aus, denn eine flüssige Framerate dürft ihr auf dem Steam Deck nicht erwarten. 60 Bilder sind völlig utopisch, aber auch 40fps sind selbst bei minimalen Grafikeinstellung in aller Regel unerreichbar. 30 Bilder pro Sekunde als fixe Obergrenze stellen also das Maximum dar, das ihr in den Grafikoptionen festlegen solltet.
Was uns zum nächsten Punkt bringt: Welche Grafikeinstellungen für Gothic Remake sind sinnvoll? Wie auch unsere Kollegen von PC Games Hardware in ihrem Test festgestellt haben, bietet Gothic Remake erfreulich viele Stellschrauben, um modernste Hardware zu nutzen und auch auf gehobener Mittelklasse noch ein gutes Bild abzugeben.
Quelle: PC Games
Die Grafikoptionen auf dem Steam Deck.
Leider skalieren aber weder die Engine noch die Assets sonderlich gut nach unten. Zwischen den niedrigsten und mittleren Grafikeinstellungen sind die Unterschiede - zumindest auf dem Steam Deck - kaum auszumachen, die größten visuellen Sprünge bemerkt man da vielleicht noch bei der Beleuchtung und den Schatten, die hier bereits stark zum Flackern neigt. Landschaftsdetails und Vegetation liegen dafür relativ nah beieinander, wenn man von low auf medium wechselt, auch die Reflexionen scheinen selbst auf niedrigster Stufe voll berechnet zu werden.
Das bedeutet, wenn ihr PC-Hardware nutzt, die nur knapp die minimalen Anforderungen erfüllt, bleibt nur noch sehr wenig Tuning-Potenzial, um sich die Grafik so herunterzuschrauben, dass ihr eine flüssige, angenehme Framerate ohne Stottern erzielt.
Gothic Remake: Screenshots vom Steam Deck
Und genau das wird dem Steam Deck zum Verhängnis. Zwischen den niedrigen und mittleren Grafikeinstellungen lassen sich nur sehr wenige Frames gewinnen. Und selbst wenn ihr die absolut niedrigsten Einstellungen wählt, schwankt die Framerate noch deutlich. Grundsätzlich packt das Steam Deck zwar durchaus mal 30 Bilder pro Sekunde, doch zwischendurch gibt's immer wieder heftige Framedrops. Gerade im Alten Lager, in dem sich besonders viele NPCs tummeln, sackt die Framerate regelmäßig auf 15fps oder weniger ab, was zu kurzen, aber spürbaren Rucklern führt.
Es gibt aber auch Positives zu berichten: Die Ladezeiten sind auf dem Steam Deck völlig in Ordnung, zwar länger als auf einem "richtigen" PC, aber nie über Gebühr. Die Steuerung flutscht problemlos und auch die Texte sind auf dem Steam Deck gut lesbar.
Gothic Remake: Upscaling auf dem Steam Deck
Ohne Upscaler solltet ihr Gothic Remake auf dem Steam Deck gar nicht erst in Erwägung ziehen. Der Performance-Verlust ist bei nativer Auflösung einfach zu groß. Dafür stehen mehrere Upscaling-Methoden zur Auswahl: XeSS 1.3.1., FSR 3.1.4 und Epics hauseigene Methode TSR. Moment, fehlt da nicht was? Richtig, auf dem Steam Deck wird DLSS im Gothic Remake nicht unterstützt.
Alle Upscaler haben ihre Vor- und Nachteile. Manche erzeugen ein etwas schärferes Bild, andere fühlen sich etwas direkter an - da ist Ausprobieren angesagt. Generell gilt: Mit Ultra-Performance erreicht man oft genug noch 30 Bilder pro Sekunde, was aber gerade in Bewegung zuverlässig in hässlichem Pixelmatsch endet. Auf diesen Einstellungen lassen sich zwar tatsächlich noch ein paar Frames pro Sekunde gewinnen, doch das ist die optische Kampfansage aus unserer Sicht einfach nicht wert.
Für unseren Geschmack liefern FSR und XeSS noch das beste Ergebnis (Einstellung jeweils "Ausgeglichen"). Allerdings sollte man bei FSR unbedingt Frame-Generierung abschalten, da das zu einem spürbaren Lag führt.
Fazit: Lohnt sich Gothic Remake auf dem Steam Deck?
Gothic Remake ist ein sehr hübsches UE5-Rollenspiel, das sich derzeit aber nur auf einem ordentlich ausgestatteten PC richtig wohl fühlt. Schon die Konsolenversionen für PS5 und Xbox Series dümpeln bei 30 Bildern pro Sekunde vor sich hin, dabei würde deren Hardware eigentlich locker mehr hergeben. Dafür wäre allerdings eine aufwendigere Optimierung nötig, die es der Grafik ermöglicht, besser nach unten zu skalieren. Tut sie aber leider nicht, weshalb das Steam Deck derzeit eindeutig die schlechteste Wahl darstellt, um Gothic Remake zu erleben. Mit der krümeligen Grafik kann man sich vielleicht anfreunden, doch die Frame Drops nagen spürbar am Spielspaß.
Aber: Sollte man Gothic Remake deshalb komplett auf dem Steam Deck abschreiben? Wir sagen: Nein! Denn falls Alkimia noch weiter optimiert und die niedrigen Grafikeinstellungen für schwächere Hardware und Konsolen sinnvoll zurechtstutzt, könnte Gothic Remake irgendwann doch noch ein richtiges gutes Erlebnis auf dem Steam Deck bieten. Hier müssen wir abwarten, was künftige Patches bringen werden. Zumindest zum Launch raten wir aber noch davon ab, Gothic Remake explizit für das Steam Deck zu kaufen.
