Girl on the Train: Filmrezension zur Bestseller-Verfilmung

0
Test Carola Hofmann - Autorin Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Girl on the Train: Filmrezension zur Bestseller-Verfilmung (1)
Quelle: Constantin

Paula Hawkins' Roman erschien in Deutschland vor nicht einmal zwei Jahren - und jetzt flackert schon die Verfilmung des internationalen Bestsellers über unsere Leinwände. Emily Blunt erwacht eines Morgens verdreckt und blutig und kann sich nicht an die vergangene Nacht erinnern. Leider ist in den letzten Stunden aber eine Frau spurlos verschwunden - hat Emily Blunt etwas damit zu tun?

Rachel (Emily Blunt), eine geschiedene Mittdreißigerin mit Alkoholproblem, pendelt jeden Tag mit der Regionalbahn von einem Vorort nach London. Unterwegs hält der Zug vor einem Einfamilienhaus, das sie einst mit ihrem Exmann Tom (Justin Theroux) bewohnte. Tom lebt dort inzwischen mit Anna (Rebecca Ferguson) und einem gemeinsamen Baby. Nebenan wohnen Megan (Haley Bennett) und Scott (Luke Evans), die Rachel mit ihrer blühenden Fantasie als perfektes Liebespaar idealisiert. Bis sie durch das Zugfenster etwas beobachtet, das die heile Fassade bröckeln lässt. Am nächsten Tag ist Megan verschwunden. Rachel wacht mit einem alkoholbedingten Filmriss auf. Was ist passiert, als sie den Blackout hatte?

Nicht nur der Titel erinnert an Gillian Flynns Thriller "Gone Girl", den David Fincher 2014 erfolgreich verfilmte. Auch thematisch weist "Girl on the Train" der britischen Autorin Paula Hawkins Parallelen mit Flynns Bestseller auf. Beide Romane blicken auf Abgründe in bürgerlichen Vororten, erzählen aus verschiedenen Perspektiven und setzen die Ehe als Hölle aus Lügen und Geheimnissen in Szene.
Der "The Help"-Regisseur Tate Taylor jongliert mit der Struktur aus Rückblenden und dem unzuverlässigen Erzählen der Protagonistin, die Emily Blunt ("Sicario") am Rande des völligen Zusammenbruchs spielt. Nach und nach blitzen Erinnerungsfetzen auf und Rachels Zeichnungen zeigen immer deutlicher, was mit der vermissten Megan geschehen ist. Das Rätselspiel zum investigativen Score von Danny Elfman streut wechselnde Verdachtsmomente, bis Taylor die Spannungsschraube nach einem Twist kräftig anzieht. Mit geschickt platzierten Leerstellen funktioniert "Girl on the Train" als spannungsreiche Variation von Hitchcocks "Das Fenster zum Hof", auch wenn die Thematik schon oft behandelt wurde.

Wertung zu Girl on the Train

Wertung:

8.0 /10

FAZIT / Verschachtelt erzähltes und pointiert inszeniertes Thrillerdrama mit einer intensiven Performance von Emily Blunt.

0
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk