Grusel auf Rezept
Auch wenn die Menschen unseren Geist noch gar nicht sehen, spüren sie bereits seine unangenehme Gegenwart.
Im Auftrag "Séance-Fiction" beispielsweise fristet das schwebende Gehirn Terroreyes ein höchst unbefriedigendes Dasein in einem Reagenzglas. Dank verschiedener Lösungswege haben Sie die Wahl: Entweder Sie hexen einem Menschen Pech an den Hals, so dass der unfreiwillige Tollpatsch das Reagenzglas früher oder später umstößt. Oder Sie lassen ein Gespenst die Kinesis-Fähigkeit einsetzen. Dann fliegt alles durch die Luft, was nicht niet- und nagelfest ist - dabei geht dann auch das Reagenzglas zu Bruch.
Die KI macht's
Ghost Master lässt sich keinem bestimmten Genre zuordnen. Setzen Sie das Spuken einmal aus, erinnert das Spiel tatsächlich an Die Sims: Da kümmert sich die Dame des Hauses in der Küche brav ums Abendessen, die bierbäuchigen Männer sitzen vor dem Fernseher und die Tochter im Teeanger-Alter brezelt sich im Badezimmer für die Studentenparty am Abend auf; die Charaktere brabbeln dabei übrigens ein ähnliches Kauderwelsch wie die Maxis-Vorbilder. Sind die Geister und Dämonen fleißig am Spuken, fühlt man sich als Anführer des Bösen an Dungeon Keeper erinnert. Da saust Muttis Sonntagsgeschirr durch die Küche, verwandelt sich Wasser in Blut und Angstschreie sind die schönste Belohnung. Eine Prise Commandos kommt hinzu, wenn Sie sich mit geschickter Kombination Ihrer Geister an die Lösung der Missionsziele machen.
Das Spiel überlässt Ihnen jedoch zu keinem Zeitpunkt die komplette Kontrolle - in Ghost Master beeinflussen Sie den Spielablauf indirekt. Zwar dürfen Sie Ihre Geister platzieren, wo Sie wollen, doch ob diese letztendlich tun, was Sie anordnen, ist von vielen Faktoren abhängig - unter anderem vom Zufall. Erst erfahrenen Wesen können Sie konkretere Befehle erteilen und so beispielsweise festlegen, dass eine bestimmte Fähigkeit nicht angewandt werden soll oder nur eine bestimmte Person getriezt wird. Nicht anders läuft die indirekte Beeinflussung der Menschen ab. Durch Hitze- oder Kältezauber lassen diese sich theoretisch zu bestimmten Aktionen bewegen oder mit Hilfe manches Zaubers anlocken, ob aber letztendlich das gewünschte Resultat eintritt, bestimmt ebenfalls Gevatter Zufall.
Die dunkle Seite
Gleich drei Geister quälen die Sterblichen hier gemeinsam, damit auch der letzte schreiend Reißaus nimmt.
Diese Zufallsabhängigkeit ist zusammen mit der recht knappen Spieldauer von gerade einmal zehn Stunden auch einer der größten Kritikpunkte an Ghost Master. Wenn Sie nicht den Ehrgeiz haben, die gefangenen Geister zu befreien, sondern sich stets auf die alleinige Lösung der Mission konzentrieren, verbringen Sie mit den wenigsten Einsatz länger als eine halbe Stunde. Erst recht nicht, wenn Sie sich vom Programm eine geeignete Spuktruppe zusammenstellen lassen, anstatt selbst eine passende Kombination auszutüfteln. Wirklich spaßig wird Ghost Master erst, wenn Sie selbst die richtige Mischung Ihres Einsatzkommandos ausknobeln, alle Bonusgeister befreien und sich schließlich noch daran versuchen, bei wiederholtem Durchspielen der Missionen vorgegebene Zeitlimits zu unterbieten. Das bringt noch mehr Bonuspunkte, mit denen Sie Ihren Schützlingen neue Fähigkeiten antrainieren dürfen. So sind Sie locker ein bis zwei Wochen mit Ghost Master ausgelastet.
Das kenn ich doch
Für genügend Motivation zum erneuten Durchspielen sorgen zahlreiche Zitate einschlägiger Horrorfilme. Da trabt der kopflose Reiter aus Sleepy Hollow durch die korrekt umgesetzte Kulisse, suchen drei Studenten nach einer Hexe im Wald und da tragen die so genannten Ghostbreaker die Nachnamen der Schauspieler aus den Ghostbusters-Filmen. Die Grafik-Engine setzt all das wunderschön in Szene. Schatten-, Licht- und Nebeleffekte sorgen für Atmosphäre und die Bewegungsabläufe der Charaktere wirken realistisch. Lediglich die groben und detailarmen Texturen lassen an mancher Stelle zu wünschen übrig, doch dafür geht das Spiel trotz einer Fülle an Objekten auch in größeren Levels kaum in die Knie.
Kurz vor Redaktionsschluss erreichte uns die lokalisierte Fassung von Ghost Master. Leider gelang es nicht, das Flair der englischen Version zu erreichen. Zwar wurden die Texte ohne grobe Schnitzer eingedeutscht, doch einige der Sprecher scheinen selbst als Untote im Synchronstudio herumgegeistert zu sein.

Davon ab ist Ghost Masters ein wirklich witziges, unterhaltsames Spiel. Wird das ganze zur Serie ausgebaut, ist es eine echte Alternative zu den legänderen Dungeon Keeper Spielen. Zwar fehlen bis dahin noch ein paar Schritte, aber der richtige Weg ist eingeschlagen!
Hoffentlich wird es ein Verkaufsschlager. Von der Perle will ich mehr.
Davon ab ist Ghost Masters ein wirklich witziges, unterhaltsames Spiel. Wird das ganze zur Serie ausgebaut, ist es eine echte Alternative zu den legänderen Dungeon Keeper Spielen. Zwar fehlen bis dahin noch ein paar Schritte, aber der richtige Weg ist eingeschlagen!
Hoffentlich wird es ein Verkaufsschlager. Von der Perle will ich mehr.
http://www.pcgames.de/external/gfx/icons/arrow_right.gif Zum Artikel: http://www.pcgames.de/aid...