Gesetz der Straße - Brooklyn's Finest (Kinokritik/Review)

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Gesetz der Straße - Brooklyn's Finest (5)
Quelle: Kinowelt

Düster, dreckig, beklemmend: der neue Film von Training Day-Regisseur Antoine Fuqua mit Richard Gere als Streifenpolizisten, Don Cheadle als melancholischen Undercover-Cop und Ethan Hawke als schmierigen Proleten.

Schwarz-weiß ist der Kachelboden in der Kirche, in der Drogenfahnder Sal (Ethan Hawke) betet. Wie ein Schachbrett sehen die Fliesen aus. Die Menschen, um die es in Gesetz der Straße geht, agieren selber wie Figuren auf einem Brettspiel. Sie weisen jegliche Verantwortung für ihre Taten von sich - als seien sie fremdbestimmte Marionetten, die Opfer äußerer Umstände. Entsprechend bittet Sal auch nicht um Vergebung für seine Sünden. Nein, er weint vor Wut, weil er sich von Gott alleine gelassen fühlt. Die moralische Einteilung in Gut und Böse, Schwarz oder Weiß greift bei dem Bullen längst nicht mehr. Für ihn sind die Grenzen vollkommen verwischt. Sein ganzes Leben ist ein grauer Klumpen - so trostlos wie die braune Backstein-Wüste Brooklyn.

Gesetz der Straße - Brooklyn's Finest (9) Quelle: Kinowelt Gesetz der Straße - Brooklyn's Finest (9) Zwischen den klobigen Mietshäusern, die Regisseur Antoine Fuqua immer wieder aus der Vogelperspektive zeigt, wirken die Menschen wahrlich wie Mäuse in einem ausweglosen Labyrinth. Es ist, als würde hier niemals die Sonne scheinen. Wenn Sal sich eine Auszeit nehmen will, muss er sich in den muffigen Keller seines Familienheims zurückziehen. Der Schimmel in der Bude macht seiner Gattin und den Kindern schwer zu schaffen. Sal will seinen Lieben etwas Besseres bieten. Deshalb stiehlt er Geld von Gangstern, um so ein neues Haus zu finanzieren.

Gesetz der Straße - Brooklyn's Finest (1) Quelle: Kinowelt Gesetz der Straße - Brooklyn's Finest (1) Alles andere als eine blütenreine Weste haben auch Sals Kollegen, der Undercover-Bulle Tango (Don Cheadle) und der Streifenpolizist Eddie (Richard Gere). Tango lebt schon so lange als verdeckter Ermittler unter Drogendealern, dass er Brutalität und Kriminalität als normal empfindet. Eddie hingegen steht kurz vor dem Ruhestand. Der mürrische Gesetzeshüter hat sich im Laufe seiner Karriere wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert. Selbst als er die Chance erhält, in den wenigen Tagen vor der Pensionierung etwas Gutes zu tun, bleibt er lethargisch.

Alle drei Männer - Eddie, Tango, Sal - sind auf ihre Weise auf der Suche nach Erlösung. Sie verweigern sich jedoch der Selbstinspektion. Regisseur Fuqua positioniert seine Protagonisten wiederholt vor Spiegeln. Die sinnbildlich vorgehaltene Reflexion nutzt am Ende aber nur einer der drei Antihelden. Die Schicksale der Brooklyn-Cops kreuzen sich übrigens nur lose; die Handlung ist ein Geflecht aus erdrückenden Momenten aus dem Leben der drei Männer.

Gesetz der Straße - Brooklyn's Finest (6) Quelle: Kinowelt Gesetz der Straße - Brooklyn's Finest (6) Entsprechend dauert es, bis man sich in die Story eingefunden hat. Ist man aber erst mal drin, entfaltet die authentische Radikalität, mit der Fuqua das Milieu von Cops und Gangstern porträtiert, ihre volle Wirkung. Ebenso wie das grandiose Schauspiel der drei Hauptdarsteller. Vor allem Gere und Hawke liefern hier Meisterleistungen. Gesetz der Straße ist keine leichte Kost und erst recht kein massentauglicher Unterhaltungsfilm. Der Streifen ist schwer zugänglich; doch dafür geht die Inszenierung umso intensiver an die Nieren. Fans von anspruchsvollen Thriller-Dramen sollten dem Streifen daher unbedingt eine Chance geben!

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Wertung zu Gesetz der Straße - Brooklyn's Finest

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