Geisterjäger Delaware St. John 3 - Die Seacliff Tragödie
Veraltet. Rückständig. Unzeitgemäß. Traditionelle Adventures werden häufig kritisiert. Und das zu Unrecht: Geheimakte Tunguska, Ankh, A Vampyre Story, Overclocked und viele weitere ihrer Gattung mögen zwar klassisch sein, jedoch sind sie weiß Gott nicht veraltet. Es sind Spitzenspiele, voll auf der Höhe unserer Zeit.
So. Diese Liebeserklärung an ein Genre sei im Hinterkopf zu behalten, wenn Sie nun die Worte lesen: Geisterjäger Delaware St. John 3 - Die Seacliff Tragödie ist veraltet, rückständig, ganz und gar unzeitgemäß. Nicht mal vor zehn Jahren hätte man ihnen ein derart drittklassiges Produkt aufschwatzen, geschweigedenn für stolze 18 Euro verkaufen dürfen.
Das Adventure tritt in die Fußstapfen seiner beiden Vorgänger, was im Grunde genommen die reinste Schande ist - die Spiele enttäuschten, ein Nachfolger hätte grundlegender Überarbeitung bedarft. Doch leider ist alles beim Uralten geblieben: In der Ego-Sicht klickt man sich durch überraschend detailarm gerenderte Standbilder, die nicht den Hauch von Leben oder Bewegung kennen. Dazu eine Sprachausgabe der Finsternis, die in quälend langen Monologen für Bauchschmerzen sorgt. Handlung und Charaktere sind vorhanden, womit alles Positive zu diesem Thema gesagt ist. Sie, der Geisterjäger Delaware, huschen des Nachts über einen Jahrmarkt, um dort ... ja was eigentlich? Vermutlich um Geister zu suchen. Effektiv klickt man sich durch die leeren Bilder, trifft keine Menschenseele und löst simple Rätsel, wenn man denn mal eines findet.
Kurz: So macht das keinen Spaß. Wenn Sie sich beim Knobeln zwischen vorgerenderten Standbildern richtig gruseln wollen, sollten sie lieber zu Scratches oder Barrow Hill - Der Fluch der Kelten greifen. Die sind nicht nur günstiger, sondern auch um Längen besser. Hoffen wir, dass der Geisterjäger Delaware-Zyklus nun sein Ende (mit Schrecken) gefunden hat.
