PC-Zusammenstellungen: Mittelklasse-PCs; Oberklasse-PCs; Alternative High-End-Komponenten

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Gigabyte Radeon R9 390 Gaming G1
Quelle: Gigabyte

Spieletaugliche PCs kann man sich ab etwa 500 Euro zusammenstellen. Wir geben Tipps zur Wahl der Komponenten und haben einige Beispiel-PCs von 500 bis 1330 Euro vorbereitet, die natürlich auch als Inspiration für eine Aufrüstung dienen können.

Nach den beiden Einsteiger-PCs kommen wir nun zu PCs, die auch für hohe Details bei modernen Blockbuster-Games ausreichen. Dank solider CPUs ist auch für eine gute Basis gegeben, um den PC durch ein simples Grafikkarten-Update wieder fit machen, falls er in einiger Zeit bei den dann neuesten Spielen ein wenig schwächeln sollte.

Mittelklasse für 700 und 850 Euro

In der Mittelklasse haben wir zwei Vorschläge vorbereitet - der eine PC ist mit 700 Euro deutlich günstiger als der andere PC, der 850 Euro kostet. Der Hauptgrund: Prozessor und Mainboard des zweiten PCs sind zum Übertakten gedacht.

Bitfenix Shinobi Quelle: Bitfenix Bitfenix Shinobi Durch das OC (Overclocking = Übertakten) des Prozessors gewinnt ihr an CPU-Leistung, was allerdings bei aktuellen Spielen noch keinen besonders nennenswerten Vorteil einbringt. Ihr müsst dafür aber 60 Euro Aufpreis bei der CPU sowie weitere 30 Euro für ein solides OC-Mainboard aufbringen. Auch der Kühler ist ein wenig teuer, zudem wählen wir beim Netzteil ein modulares Modell, also ein Netzteil, bei dem ihr nicht benötigte Kabel weglassen könnt. Dies erleichtert das Verlegen der wirklich relevanten Kabel und sorgt damit indirekt für eine bessere Belüftung. Bei der Grafikkarte haben wir mit einer AMD R9 280X zudem auch etwa 15 Prozent mehr Leistung als mit der Nvidia GTX 960 unseres günstigeren PCs. Die CPU des 700-Euro-PC würde aber ebenfalls bereits eine völlig ausreichende Grundlage auch für High-End-Grafikkarten bieten - wenn ihr wollt, könnt ihr also auch eine deutlich stärkere Grafikkarte dort einbauen. Beispiel: wenn ihr eine Nvidia GTX 970 oder AMD R9 390 wählt, kommt ihr in etwa auf die 850 Euro unseres Übertakter-PC, habt aber damit einen deutlich stärkeren PC. In der Summe ist es also für die Spieleleistung die bessere Wahl, wenn ihr bei einem festen Budget auf eine Übertaktbarkeit verzichtet. Die Möglichkeit, OC zu betreiben, macht das System wiederum im Zweifel ein wenig zukunftssicherer.

Komponente Mittelklasse-PC 700 Euro Preis ab   Mittelklasse-OC-PC 850 Euro Preis ab
Prozessor Intel Core i5-4460 175 Euro   Intel Core i5-4690k 235 Euro
Mainboard ASRock H97 Pro4 85 Euro   MSI Z97S SLI Krait Edition 115 Euro
Arbeitsspeicher Crucial Ballistix Sport 2x4GB DDR3-1600 50 Euro   Kingston HyperX Fury DDR3-1866 50 Euro
Grafikkarte MSI GTX 960 2GD5T OC 195 Euro   XFX R9 280X Double Dissipation 230 Euro
Gehäuse BitFenix Shinobi 55 Euro   Sharkoon S28 60 Euro
Netzteil FSP Fortron/Source Raider 550W 55 Euro   Cooler Master G550M 550W 65 Euro
Festplatte 1000GB, 7200 U/Min, 3,5 Zoll 50 Euro   1000GB, 7200 U/Min, 3,5 Zoll 50 Euro
SSD keine     keine  
DVD-Laufwerk Brenner je nach Verfügbarkeit im Shop 15 Euro   Brenner je nach Verfügbarkeit im Shop 15 Euro
CPU-Kühler Cooler Master Hyper TX3 Evo 20 Euro   be quiet! Pure Rock 30 Euro

Oberklasse PCs für 1050 und 1330 Euro

Auch hier haben wir jeweils einen Vorschlag für OC-Fans und einen für diejenigen, die auf eine Übertaktbarkeit verzichten, und erneut ist die Basis der Intel Sockel 1150. Von der puren Spieleleistung her sind sich aber beide PCs trotz des Preisunterschiedes von beinahe 300 Euro sehr ähnlich, denn der Intel Core i7-4790K (oder auch der i7-4770K) ist derzeit nur um etwa fünf Prozent schneller als der Xeon E3-1231 V3 aus unserem günstigeren PC, und zwar selbst dann, wenn ihr den Core i7 übertaktet. Wann sich der Mehrtakt auszahlen wird, steht noch in den Sternen.

Gigabyte Radeon R9 390 Gaming G1 Quelle: Gigabyte Gigabyte Radeon R9 390 Gaming G1 Doch für den Preisunterschied sind neben CPU und Mainboard auch noch andere Dinge verantwortlich: dem Übertakter-PC haben wir eine größere Festplatte und SSD, ein hochwertigeres Gehäuse und Netzteil sowie einen OC-Kühler spendiert. Was die Grafikkarten betrifft: diese könnt ihr natürlich auch tauschen - welche der beiden Grafikkartenserien, also AMD R9 390 oder Nvidia GTX 970, die bessere ist, hängt eher von euren Präferenzen ab: die AMD R9 390 aus dem Übertakter-PC wiederum bietet ein wenig mehr Leistung als die Nvidia GTX 970 und verfügt zudem über acht Gigabyte Grafik-RAM. Dafür ist ihr Stromverbrauch bei Last deutlich höher, und somit auch eine leise Kühlung etwas schwieriger - hier müsst ihr selber abwägen, welche Vor- und Nachteile für euch wichtiger sind. Unser Fazit ist aber ähnlich dem Fazit bei unseren Mittelklasse-PC: der Aufpreis für die Übertaktbarkeit ist eigentlich viel zu hoch, zumal bislang nur ein sehr kleiner Leistungsvorteil durch den größeren Takt entsteht. Technisch handelt es sich beim Xeon E3-1231 v3 nämlich ebenfalls um einen Core i7, dem lediglich die eigene Grafikeinheit fehlt. Diese benötigt man bei einem Spiele-PC aber nicht, da man ja eine dedizierte Grafikkarte nutzt. Da der Xeon aber günstiger als ein Core i7 ist, auch als ein nicht-übertaktbarer Core i7, bietet er ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und dank Hyperthreading eine hohe Zukunftssicherheit. Hyperthreading bedeutet, dass die CPU pro Kern zwei Threads verwalten kann - somit wird der Vierkerner Xeon E3-1231 v3 (ebenso wie die Core i7 mit vier Kernen) quasi zu einer Achtkern-CPU.

Komponente Oberklasse-PC 1050 Euro Preis ab   OC-Oberklasse-PC 1330 Euro Preis ab
Prozessor Intel Xeon E3-1231 v3 250 Euro   Intel Core i7-4790K bzw. 4770k 345 Euro
Mainboard Gigabyte GA-H97-D3H 100 Euro   Asus ROG Maximus VII Ranger 160 Euro
Arbeitsspeicher Kingston HyperX Fury 2x8GB DDR3-1600 95 Euro   G.Skill RipJawsX 2x8GB DDR3-2133 110 Euro
Grafikkarte Zotac GeForce GTX 970 (4GB) 320 Euro   Gigabyte R9 390 Gaming G1 (8GB) 330 Euro
Gehäuse Nanoxia Deep Silence 3 65 Euro   NZXT Source 340 75 Euro
Netzteil Enermax Triathlor ECO 550W 70 Euro   Thermaltake Gold London 550W 75 Euro
Festplatte 1000GB, 7200 U/Min, 3,5 Zoll 50 Euro   2000GB, 7200 U/Min, 3,5 Zoll 80 Euro
SSD SanDisk X110 128GB 55 Euro   Crucial MX200 250GB 95 Euro
DVD-Laufwerk Brenner je nach Verfügbarkeit im Shop 15 Euro   Brenner je nach Verfügbarkeit im Shop 15 Euro
CPU-Kühler EKL Alpenföhn Brocken Eco 30 Euro   Thermalright Macho HR-02 Rev.B 45 Euro

CPU-Alternativen für High-End-Settings

Unsere Empfehlung bezüglich Preis und Leistung ist eindeutig der Oberklasse-PC mit dem Xeon E3-1231 v3 und einer Nvidia GTX 970 oder AMD R9 390. Wer mehr Leistung will, muss nämlich deutlich draufzahlen.

Detailansicht Gigabyte GA-H97-D3H Quelle: PC Games Hardware Detailansicht Gigabyte GA-H97-D3H Allein die Möglichkeit zum Übertakten bringt schon mindestens 100 Euro Mehrpreis, obwohl man kaum mehr Leistung in Spielen erzielt. Noch extremer wird die Diskrepanz aus Preis und Leistung, wenn man zum Sockel 2011-3 greift. Die günstigste CPU ist der Intel Core i7-5820K für 400 Euro, das günstigste passende Mainboard kostet 190 Euro. Es bietet dafür zwar auch Features für Gaming-Enthusiasten wie beispielsweise volle Übertaktbarkeit und auch SLI/Crossfire (Nutzung von zwei Grafikkarten gleichzeitig) mit zwei PCIe-Steckplätzen, die über vollen x16-Speed verfügen. Beim Sockel 1150 bieten die Mainboards im SLI-Betrieb meist nur 8x-Speed, was einen kleinen Leistungsnachteil darstellt. Vollen x16-Speed bekommt man für den Sockel 1150 nur bei einem Dutzend Mainboards zwischen 160 und 400 Euro. Aber was bedeutet dies aber am Ende? Der Fall ist klar: ihr bezahlt für einen PC mit dem Sockel 2011-3 allein für den Prozessor 150 Euro mehr, für das Mainboard weitere 100 Euro mehr als für ein Set aus dem Xeon E3-1231 V3 mit passendem Sockel 1150-Mainboard. Dabei ist das Leistungsplus für den Intel Core i7-5820K (Sockel 2011-3) bei Verwendung der gleichen Grafikkarte in Spielen derzeit weniger als 10 Prozent - ihr bezahlt also mindestens 250 Euro Aufpreis für nur sehr wenig Mehrleistung.

Zotac GTX 980 Ti Quelle: Zotac Zotac GTX 980 Ti Wer sich dessen aber bewusst ist, vielleicht auch für andere Anwendungen auf die sechs Kerne (12 Threads) setzt und die Optionen wie OC-Features und vollen x16-Speed bei SLI/Crossfire nutzen will, der kann natürlich trotzdem auf den Sockel 2011-3 setzen. Aber wer ein wenig auf Preis-Leistung achtet, der sollte sich das Geld lieber sparen und dafür ein wenig früher aufrüsten, als es mit dem Sockel 2011-3 vielleicht nötig wäre.

Grafikkarten-Alternativen für High-End-Settings

Auch bei den Grafikkarten sind die bei unseren Oberklasse-PCs genutzten Modelle eigentlich bereits das empfehlenswerte Maximum. Die Nvidia GTX 980 (ab 480 Euro) leistet zum Beispiel etwa 15 Prozent mehr als die AMD R9 390, kostet aber auch mindestens 150 Euro mehr. Die AMD R9 390X wiederum ist zwar im Vergleich zur Nvidia GTX 980 ihren Preis von 430 Euro durchaus wert und sorgt für 10 bis 15 Prozent mehr Leistung als die AMD R9 390, aber 100 Euro sind aus unserer Sicht trotzdem zu viel - es ist sinnvoller, sich die Mehrausgabe zu sparen, mit etwas weniger FPS (Bilder pro Sekunde) auszukommen und dafür dann ein paar Monate früher eine neue Grafikkarte zu kaufen. Wer aber trotzdem bewusst in den Enthusiastenbereich vordringen will und dafür auch bereit ist, viel Geld zu bezahlen, sollte direkt den Sprung zur Nvidia GTX 980 Ti oder der neuen AMD Fury X wagen. Hier sind 30 bis 40 Prozent mehr Leistung drin als mit der AMD R9 390, aber dafür zahlt ihr auch mindestens 350 Euro mehr, da die beiden High-End-Modelle von AMD und Nvidia erst ab 670 Euro zu haben sind.

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