PC-Zusammenstellungen: Mittelklasse-PCs; Oberklasse-PCs; Alternative High-End-Komponenten
Spieletaugliche PCs kann man sich ab etwa 500 Euro zusammenstellen. Wir geben Tipps zur Wahl der Komponenten und haben einige Beispiel-PCs von 500 bis 1330 Euro vorbereitet, die natürlich auch als Inspiration für eine Aufrüstung dienen können.
Nach den beiden Einsteiger-PCs kommen wir nun zu PCs, die auch für hohe Details bei modernen Blockbuster-Games ausreichen. Dank solider CPUs ist auch für eine gute Basis gegeben, um den PC durch ein simples Grafikkarten-Update wieder fit machen, falls er in einiger Zeit bei den dann neuesten Spielen ein wenig schwächeln sollte.
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Mittelklasse für 700 und 850 Euro
In der Mittelklasse haben wir zwei Vorschläge vorbereitet - der eine PC ist mit 700 Euro deutlich günstiger als der andere PC, der 850 Euro kostet. Der Hauptgrund: Prozessor und Mainboard des zweiten PCs sind zum Übertakten gedacht.
Quelle: Bitfenix
Bitfenix Shinobi
Durch das OC (Overclocking = Übertakten) des Prozessors gewinnt ihr an CPU-Leistung, was allerdings bei aktuellen Spielen noch keinen besonders nennenswerten Vorteil einbringt. Ihr müsst dafür aber 60 Euro Aufpreis bei der CPU sowie weitere 30 Euro für ein solides OC-Mainboard aufbringen. Auch der Kühler ist ein wenig teuer, zudem wählen wir beim Netzteil ein modulares Modell, also ein Netzteil, bei dem ihr nicht benötigte Kabel weglassen könnt. Dies erleichtert das Verlegen der wirklich relevanten Kabel und sorgt damit indirekt für eine bessere Belüftung. Bei der Grafikkarte haben wir mit einer AMD R9 280X zudem auch etwa 15 Prozent mehr Leistung als mit der Nvidia GTX 960 unseres günstigeren PCs. Die CPU des 700-Euro-PC würde aber ebenfalls bereits eine völlig ausreichende Grundlage auch für High-End-Grafikkarten bieten - wenn ihr wollt, könnt ihr also auch eine deutlich stärkere Grafikkarte dort einbauen. Beispiel: wenn ihr eine Nvidia GTX 970 oder AMD R9 390 wählt, kommt ihr in etwa auf die 850 Euro unseres Übertakter-PC, habt aber damit einen deutlich stärkeren PC. In der Summe ist es also für die Spieleleistung die bessere Wahl, wenn ihr bei einem festen Budget auf eine Übertaktbarkeit verzichtet. Die Möglichkeit, OC zu betreiben, macht das System wiederum im Zweifel ein wenig zukunftssicherer.
| Komponente | Mittelklasse-PC 700 Euro | Preis ab | Mittelklasse-OC-PC 850 Euro | Preis ab | |
|---|---|---|---|---|---|
| Prozessor | Intel Core i5-4460 | 175 Euro | Intel Core i5-4690k | 235 Euro | |
| Mainboard | ASRock H97 Pro4 | 85 Euro | MSI Z97S SLI Krait Edition | 115 Euro | |
| Arbeitsspeicher | Crucial Ballistix Sport 2x4GB DDR3-1600 | 50 Euro | Kingston HyperX Fury DDR3-1866 | 50 Euro | |
| Grafikkarte | MSI GTX 960 2GD5T OC | 195 Euro | XFX R9 280X Double Dissipation | 230 Euro | |
| Gehäuse | BitFenix Shinobi | 55 Euro | Sharkoon S28 | 60 Euro | |
| Netzteil | FSP Fortron/Source Raider 550W | 55 Euro | Cooler Master G550M 550W | 65 Euro | |
| Festplatte | 1000GB, 7200 U/Min, 3,5 Zoll | 50 Euro | 1000GB, 7200 U/Min, 3,5 Zoll | 50 Euro | |
| SSD | keine | keine | |||
| DVD-Laufwerk | Brenner je nach Verfügbarkeit im Shop | 15 Euro | Brenner je nach Verfügbarkeit im Shop | 15 Euro | |
| CPU-Kühler | Cooler Master Hyper TX3 Evo | 20 Euro | be quiet! Pure Rock | 30 Euro |
Oberklasse PCs für 1050 und 1330 Euro
Auch hier haben wir jeweils einen Vorschlag für OC-Fans und einen für diejenigen, die auf eine Übertaktbarkeit verzichten, und erneut ist die Basis der Intel Sockel 1150. Von der puren Spieleleistung her sind sich aber beide PCs trotz des Preisunterschiedes von beinahe 300 Euro sehr ähnlich, denn der Intel Core i7-4790K (oder auch der i7-4770K) ist derzeit nur um etwa fünf Prozent schneller als der Xeon E3-1231 V3 aus unserem günstigeren PC, und zwar selbst dann, wenn ihr den Core i7 übertaktet. Wann sich der Mehrtakt auszahlen wird, steht noch in den Sternen.
Quelle: Gigabyte
Gigabyte Radeon R9 390 Gaming G1
Doch für den Preisunterschied sind neben CPU und Mainboard auch noch andere Dinge verantwortlich: dem Übertakter-PC haben wir eine größere Festplatte und SSD, ein hochwertigeres Gehäuse und Netzteil sowie einen OC-Kühler spendiert. Was die Grafikkarten betrifft: diese könnt ihr natürlich auch tauschen - welche der beiden Grafikkartenserien, also AMD R9 390 oder Nvidia GTX 970, die bessere ist, hängt eher von euren Präferenzen ab: die AMD R9 390 aus dem Übertakter-PC wiederum bietet ein wenig mehr Leistung als die Nvidia GTX 970 und verfügt zudem über acht Gigabyte Grafik-RAM. Dafür ist ihr Stromverbrauch bei Last deutlich höher, und somit auch eine leise Kühlung etwas schwieriger - hier müsst ihr selber abwägen, welche Vor- und Nachteile für euch wichtiger sind. Unser Fazit ist aber ähnlich dem Fazit bei unseren Mittelklasse-PC: der Aufpreis für die Übertaktbarkeit ist eigentlich viel zu hoch, zumal bislang nur ein sehr kleiner Leistungsvorteil durch den größeren Takt entsteht. Technisch handelt es sich beim Xeon E3-1231 v3 nämlich ebenfalls um einen Core i7, dem lediglich die eigene Grafikeinheit fehlt. Diese benötigt man bei einem Spiele-PC aber nicht, da man ja eine dedizierte Grafikkarte nutzt. Da der Xeon aber günstiger als ein Core i7 ist, auch als ein nicht-übertaktbarer Core i7, bietet er ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und dank Hyperthreading eine hohe Zukunftssicherheit. Hyperthreading bedeutet, dass die CPU pro Kern zwei Threads verwalten kann - somit wird der Vierkerner Xeon E3-1231 v3 (ebenso wie die Core i7 mit vier Kernen) quasi zu einer Achtkern-CPU.
| Komponente | Oberklasse-PC 1050 Euro | Preis ab | OC-Oberklasse-PC 1330 Euro | Preis ab | |
|---|---|---|---|---|---|
| Prozessor | Intel Xeon E3-1231 v3 | 250 Euro | Intel Core i7-4790K bzw. 4770k | 345 Euro | |
| Mainboard | Gigabyte GA-H97-D3H | 100 Euro | Asus ROG Maximus VII Ranger | 160 Euro | |
| Arbeitsspeicher | Kingston HyperX Fury 2x8GB DDR3-1600 | 95 Euro | G.Skill RipJawsX 2x8GB DDR3-2133 | 110 Euro | |
| Grafikkarte | Zotac GeForce GTX 970 (4GB) | 320 Euro | Gigabyte R9 390 Gaming G1 (8GB) | 330 Euro | |
| Gehäuse | Nanoxia Deep Silence 3 | 65 Euro | NZXT Source 340 | 75 Euro | |
| Netzteil | Enermax Triathlor ECO 550W | 70 Euro | Thermaltake Gold London 550W | 75 Euro | |
| Festplatte | 1000GB, 7200 U/Min, 3,5 Zoll | 50 Euro | 2000GB, 7200 U/Min, 3,5 Zoll | 80 Euro | |
| SSD | SanDisk X110 128GB | 55 Euro | Crucial MX200 250GB | 95 Euro | |
| DVD-Laufwerk | Brenner je nach Verfügbarkeit im Shop | 15 Euro | Brenner je nach Verfügbarkeit im Shop | 15 Euro | |
| CPU-Kühler | EKL Alpenföhn Brocken Eco | 30 Euro | Thermalright Macho HR-02 Rev.B | 45 Euro |
CPU-Alternativen für High-End-Settings
Unsere Empfehlung bezüglich Preis und Leistung ist eindeutig der Oberklasse-PC mit dem Xeon E3-1231 v3 und einer Nvidia GTX 970 oder AMD R9 390. Wer mehr Leistung will, muss nämlich deutlich draufzahlen.
Quelle: PC Games Hardware
Detailansicht Gigabyte GA-H97-D3H
Allein die Möglichkeit zum Übertakten bringt schon mindestens 100 Euro Mehrpreis, obwohl man kaum mehr Leistung in Spielen erzielt. Noch extremer wird die Diskrepanz aus Preis und Leistung, wenn man zum Sockel 2011-3 greift. Die günstigste CPU ist der Intel Core i7-5820K für 400 Euro, das günstigste passende Mainboard kostet 190 Euro. Es bietet dafür zwar auch Features für Gaming-Enthusiasten wie beispielsweise volle Übertaktbarkeit und auch SLI/Crossfire (Nutzung von zwei Grafikkarten gleichzeitig) mit zwei PCIe-Steckplätzen, die über vollen x16-Speed verfügen. Beim Sockel 1150 bieten die Mainboards im SLI-Betrieb meist nur 8x-Speed, was einen kleinen Leistungsnachteil darstellt. Vollen x16-Speed bekommt man für den Sockel 1150 nur bei einem Dutzend Mainboards zwischen 160 und 400 Euro. Aber was bedeutet dies aber am Ende? Der Fall ist klar: ihr bezahlt für einen PC mit dem Sockel 2011-3 allein für den Prozessor 150 Euro mehr, für das Mainboard weitere 100 Euro mehr als für ein Set aus dem Xeon E3-1231 V3 mit passendem Sockel 1150-Mainboard. Dabei ist das Leistungsplus für den Intel Core i7-5820K (Sockel 2011-3) bei Verwendung der gleichen Grafikkarte in Spielen derzeit weniger als 10 Prozent - ihr bezahlt also mindestens 250 Euro Aufpreis für nur sehr wenig Mehrleistung.
Quelle: Zotac
Zotac GTX 980 Ti
Wer sich dessen aber bewusst ist, vielleicht auch für andere Anwendungen auf die sechs Kerne (12 Threads) setzt und die Optionen wie OC-Features und vollen x16-Speed bei SLI/Crossfire nutzen will, der kann natürlich trotzdem auf den Sockel 2011-3 setzen. Aber wer ein wenig auf Preis-Leistung achtet, der sollte sich das Geld lieber sparen und dafür ein wenig früher aufrüsten, als es mit dem Sockel 2011-3 vielleicht nötig wäre.
Grafikkarten-Alternativen für High-End-Settings
Auch bei den Grafikkarten sind die bei unseren Oberklasse-PCs genutzten Modelle eigentlich bereits das empfehlenswerte Maximum. Die Nvidia GTX 980 (ab 480 Euro) leistet zum Beispiel etwa 15 Prozent mehr als die AMD R9 390, kostet aber auch mindestens 150 Euro mehr. Die AMD R9 390X wiederum ist zwar im Vergleich zur Nvidia GTX 980 ihren Preis von 430 Euro durchaus wert und sorgt für 10 bis 15 Prozent mehr Leistung als die AMD R9 390, aber 100 Euro sind aus unserer Sicht trotzdem zu viel - es ist sinnvoller, sich die Mehrausgabe zu sparen, mit etwas weniger FPS (Bilder pro Sekunde) auszukommen und dafür dann ein paar Monate früher eine neue Grafikkarte zu kaufen. Wer aber trotzdem bewusst in den Enthusiastenbereich vordringen will und dafür auch bereit ist, viel Geld zu bezahlen, sollte direkt den Sprung zur Nvidia GTX 980 Ti oder der neuen AMD Fury X wagen. Hier sind 30 bis 40 Prozent mehr Leistung drin als mit der AMD R9 390, aber dafür zahlt ihr auch mindestens 350 Euro mehr, da die beiden High-End-Modelle von AMD und Nvidia erst ab 670 Euro zu haben sind.
