David Perry, Mark Reign, Chris Taylor - und die Allianz für PC-Spiele ohne Packungen
"Die Idee des Besitzens von Spielen wird abnehmen"
...und auf Mehrspielermodi, möglichst kooperativ.
Von der Gegenwart zur Zukunft: David Perry, der Gründer von Shiny Entertainment (MDK, Earthworm Jim, Matrix, Path of Neo) verdient heute seine Brötchen und Autos damit, Entwickler zu beraten. Wie überreden wir Publisher, wie sorgen wir dafür, dass am Ende jemand unser Spiel kauft?
Der Ire sieht verschiedene Trends aufkommen. Einer davon ist der wahrscheinliche Niedergang der Spielepackungen, weil die Publisher, wenn die Infrastuktur es erlaubt, lieber auf die Material- und Produktionskosten sowie den Händleranteil verzichten werden. Und weil der wachsende asiatische Markt die Dinger eh in den Läden verstauben lässt.
Perry sieht noch ein paar Möglichkeiten bei der technischen Weiterentwicklung. Vor kurzem fragte ihn ein Reporter der New York Times, ob Spiele bald so gut aussähen wie Shrek - "das sollte alles kein Problem sein", lacht er.
Lizenzen sind wichtig, aber Filme dabei nicht an vorderster Front. Wertungen sind wichtig. Mehrspieler-Features sind wichtig. Laptops sind wichtig. Und natürlich das Erschließen der neuen Märkte in Asien. Gerade weil dort die Spieleschachtel kaum kommerziellen Erfolg habe, müssten sich die westlichen Publisher entsprechend anstrengen. Und tatsächlich, Electronic Arts' Battlefield Heroes ist nicht das erste "richtige" kostenlose Spiel des Branchen-Riesen. In Korea etwa bietet EA bereits eine Gratisvariante von FIFA an.
Werbung und Ingame-Item-Verkäufe sind oft noch verpönt. Laut Perry liegt das daran, dass sie zu oft ungeschickt durchgeführt werden. Er bringt eine Liste an möglichen Variationen für spielinterne Transaktionen - "und würden wir hier zehn Minuten brainstormen, uns fielen dutzende weitere Möglichkeiten ein."
Item-Verkäufe und Ingame-Werbung, dafür gebe es zig Möglichkeiten, unterschiedlich nervig, unterschiedlich aufdringlich.
Das Business werde sich wandeln, der Gedanke des "Besitzens" von Spielen abnehmen. Und die Spielebranche zur Dienstleistungsindustrie werden.
"Benutzt die Unreal-Engine 3"
Im dritten Vortrag schließlich nehmen auch Chris Taylor (Gründer von Gas Powered Games, den Machern von Dungeon Siege und Supreme Commander) und Michael Capps (Epic Games) Platz und stellen vor, was ihrer Meinung nach über den Erfolg von Spielen entscheidet.
Neben dem bereits von Dave Perry genannten Mehrspielermodus kommt immer wieder der Punkt "Zugänglichkeit auf". Chris Taylor fasst den Standpunkt zusammen: "Früher waren Handbücher normal, dann hieß es: Vergesst Handbücher, es gibt Tutorials. Jetzt sagen wir: Vergesst Tutorials." Gleichzeitig wehrt man sich aber gegen den Vorwurf, ein leicht zugängliches Spiel würde dann zwangsläufig jede Tiefe vermissen lassen.
David Perry erklärt die Wichtigkeit der asiatischen Märkte und wieso Madden NFL 09 trotz exorbitanter Verkaufszahlen viel falsch macht - "weil sie ein komplexes Werk zur Beherrschung eines komplexeren System benutzen, ohne Grundlegendes zu verbessern".
Neue Märkte und Zielgruppen wolle man erschließen. "Wir werden definitiv nicht wachsen, indem mehr 20-jährige Xbox-360-Spiele holen", erklärt Marc Capps. Umso erstaunlicher, dass EA nicht Spore, sondern eben Battlefield Heroes als Feldversuch im Gratisspiel-Sektor benutze, fügt David Perry an.
Michael Capps, der keine Gelegenheit auslässt, auf den kommerziellen Erfolg von Unreal-Engine-3-Spielen hinzuweisen, sorgt zwischendrin für Gelächter, als er ausführt, das man für Spielideen nicht direkt die bisherige Community fragen sollte. "Die wollen eh nur eine Neuauflage des Bekannten." Eine gewagte These.
Ein Wort dagegen fällt den ganzen Tag über nicht: Storytelling.
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ähm, hat sich der verfasser der bildunterschrift das bild überhaupt angesehen? Das AMD logo ist sogar größter als das von Intel :ugly:
Also ok, in Asien mag das ja funktionieren. Aber der Rest hat eben lieber was Handfestes (jegliche Relationen zu Genitalien schließe ich hierbei aus) :P
Es ist natürlich praktischer, mal eben das neueste Spiel runterzuladen, das Handbuch, welches meist dank Tuturials und ähnlichen Funktionen unnütz ist, gibt es eh im pdf. Die Packungen nehmen Platz weg (oder sind, wie ich finde, hübsch anzusehen, besonders die Games der Dos-Ära).
Ich sehe hier schwarz für den Markt, wobei es noch nichteinmal zum Schwarzmarkt mutiert. Ich jedenfalls werde mir so schnell keine Spiele runterladen, lieber kaufe ich sie.
Und für mp3´s geb ich kein Geld aus, denn das ist halt mp3 und nicht wav.
Nein, wirtschaftlich gesehen ist es gut, wen ein Produkt nicht in eine Zweitverwertung kommt, wo der Hersteller/Vertreiber kein Geld mehr sieht, ergo legt man diesen Bereich am besten trocken, dann muss jeder direkt bei dir kaufen und es gäbe keinen anderen Weg.
Das mag hier in D noch nicht so das Problem sein, schaut man mal über den Teich in die USA, wird man mitbekommen, warum man das unterbinden möchte, dort kaufen die meisten Second Hand, ganze Ketten wie EBGames, haben sich darauf eingestellt - was auch zur Folge hat, das die Spielepreise für Second Hand sehr, sehr lange oben bleiben - ein Markt an dem die Industrie nicht mehr verdient.
Zudem könnte man so die Preise diktieren - wen Du nur bei einem kaufen kannst, dann kann der auch den Preis bestimmen, von wegen nach 1,5 Jahren als Pyramidenversion, neee, dann heißt es schnell 5 Jahre alte Spiele für 25 € usw..
Wen die Spiele an Konten gebunden sind, dann ist nur der Kontenverkauf möglich (wen überhaupt, bei uns geht es, aber wie lange noch), oder man muss für jedes Spiel ein neues Konto eröffnen (+ Passwort + eMailadresse), damit man Spiele einzeln weiter veräußern kann - aufwendig, macht also kaum jemand.
Jedoch denke ich das auch aus markwirtschaftlichen Gründen die Entwickler eher ein Interesse daran haben das mehr "neue" Spiele gekauft werden und nicht Gebrauchte weiterverkauft werden können. Denn von dem Kuchen, können sie sich schlecht eine Scheibe abschneiden. ;-)
MfG
Nicht unbedingt, den mit dem "auslaufen" von echten Packungsverkäufen mit Datenträger, hast Du als Publisher einen sehr großen Markt lahm gelegt - nämlich die Zweitverwertung, sprich Ebay & Co..
Wen die Spiele an Konten gebunden sind, dann ist nur der Kontenverkauf möglich (wen überhaupt, bei uns geht es, aber wie lange noch), oder man muss für jedes Spiel ein neues Konto eröffnen (+ Passwort + eMailadresse), damit man Spiele einzeln weiter veräußern kann - aufwendig, macht also kaum jemand.