GTR 2
Keine Karriereaussichten
Eine komplexe Fahrschule erleichtert den Umgang mit den PS-Geschossen.
Abgesehen vom Training stecken die Unterschiede gegenüber dem Vorgänger eher im Detail. Das bedeutet jedoch auch, dass die Schweden abermals auf einen umfangreichen Karrieremodus verzichteten. Stattdessen steht wie in GTR eine komplette Saison im Mittelpunkt, bei der Sie Ihr Team über mehrere extrem spannende Rennen zum Meistertitel fahren. Aufgrund der angestaubten Lizenz treffen Sie in GTR 2 lediglich Boliden und Strecken aus dem Jahr 2003 und 2004 an - was dem Spielspaß aber keinen Abbruch tut. Nur Fans britischer Rennställe sind etwas enttäuscht, da der schicke Aston Martin DBR9 damals noch nicht über die Pisten röhrte. Wobei - wer braucht den schon, wenn er auch mit einem Lamborghini Murcielago, der Chrysler Viper, einem Ferrari 550 Maranello oder dem BMW M3 über den Asphalt brettern kann?
Spaß trotz hohem Realismus
Quelle: PC Games
Die Gegner kämpfen nicht nur härter als früher, sie spulen auch die Runden nicht mehr so perfekt runter.
Für die ungemein realistischen Fahrmodelle zahlte man in GTR einen hohen Preis, denn die giftigen Heckschleudern waren auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad kaum noch zu bändigen. Selbst mit 30 km/h kam es in harmlosen Kurven zu unglaubwürdigen Drehern. Damit ist in GTR 2 Schluss! Die Rennflitzer lassen sich deutlich geschmeidiger und präziser durch die Schikanen zirkeln, ohne dass der ausgeprägte Realismus darunter leidet. Weniger geübte Piloten werden dabei auf Wunsch von ABS oder Traktionskontrolle unterstützt, aber selbst ohne elektronische Helfer bleiben die Rennwagen sehr gut beherrschbar und sind nicht mehr nahezu unfahrbar wie früher.
Nichtsdestotrotz bedarf es schon viel Training und Geschick, um heil ins Ziel zu kommen. Bei der Wahl des Eingabegeräts lässt Ihnen GTR 2 die Qual der Wahl. Wer sich schon immer mal wie ein echter Rennfahrer fühlen wollte, greift am besten gleich zu einem hochwertigen Force-Feedback-Lenkrad, mit dem Sie jede noch so kleine Bodenwelle spüren. Aber auch per Gamepad oder Tastatur sind passable Rundenzeiten drin. Sehr gewöhnungsbedürftig ist hingegen die neue Maussteuerung.
Der Rennablauf ist an Authentizität kaum zu überbieten. So werden die originalgetreu nachgebildeten Strecken beispielsweise abseits der Ideallinie auf Dauer immer rutschiger, kalte Reifen wollen auf den ersten Metern noch nicht so recht haften und Beschädigungen sind optisch noch differenzierter dargestellt. War bei GTR der Knackpunkt noch die übermächtige KI, treten Sie diesmal gegen absolut menschlich agierende Computergegner an. Die verbremsen sich beim Kampf um die Plätze, bauen Unfälle und stecken bei Überholmanövern auch mal zurück. Super!
Auch ist die Konkurrenz nicht vor technischen Defekten gefeit: Wenn wenige Runden vor Schluss der Motor Ihres Erzrivalen spektakulär Feuer fängt, steigt die Schadenfreude schnell ins Unermessliche.
Immer im Auge behalten sollten Sie den Himmel. Wie bei echten Rennen können schon mal plötzlich Wolken aufziehen und die Piste in eine glitschige Rutschbahn verwandeln. Wohl dem, der in dem Chaos einen kühlen Kopf bewahrt und die richtigen Reifen von seiner animierten Boxencrew montieren lässt. Denn bereits nach wenigen Minuten kann es wieder aufhellen. Aber Vorsicht: Die Strecke trocknet wie im echten Leben unterschiedlich schnell ab!
Ein absoluter Höhepunkt jeder GT-Saison und der ultimative Härtetest für Mensch und Maschine ist das 24-Stunden-Rennen in Spa, das dank fließender Tag- und Nachtwechsel auch optisch ein echter Leckerbissen ist. Apropos Optik: GTR 2 und GT Legends gleichen sich in diesem Punkt wie ein Auspuff dem anderen. Cockpits und Autos strotzen nur so vor Details und sehen den echten Vorbildern zum Verwechseln ähnlich. Abseits der Strecke herrscht allerdings nach wie vor Tristesse. Fahnenschwenkende Zuschauer oder hübsche Streckenbegrenzungen bleiben abermals in der Box. Dafür treiben einem die aufwendigen Regeneffekte und brachialen Motorensounds Freudentränen in die Augen.
