GTA 6: Rockstar-Entwickler werfen Studio Crunch und ungleiche Bezahlung vor
Rockstar-Entwickler erheben schwere Vorwürfe gegen das GTA-6-Studio. Es geht um Crunch, Vertragsklauseln, unklare Boni und ungleiche Bezahlung. Was ist da los?
Wenige Monate vor dem geplanten Release von GTA 6 wächst der Druck auf Rockstar Games. Mehrere Entwickler und Mitglieder der Rockstar Game Workers Union werfen dem Studio in einem Bericht von Game Developer vor, Crunch zu normalisieren, unklare Bonusstrukturen zu nutzen und ungleiche Bezahlung nicht ausreichend anzugehen. Eine Sache ist aber richtig brisant. Übrigens verbreiten sich auch mehr Infos zum neuen Rockstar-Spiel im Netz. Ein Händler nannte vermeintliche Grafik-Modi vor den Vorbestellstart zu GTA 6.
GTA 6: Entwickler sprechen von Crunch als Vertragsbestandteil
Laut Game Developer erklärte ein Rockstar-Entwickler, Crunch sei so verbreitet, dass eine Abmeldung von den Working Time Regulations standardmäßig in Verträge eingebaut worden sei. Dieses britische Arbeitsrecht kann freiwillig aufgegeben werden. Darin sehen viele Beschäftigten ein Problem. Wer einen Job annehmen möchte, könnte sich faktisch unter Druck gesetzt fühlen, einer solchen Opt-out-Regelung zuzustimmen.
Die Rockstar Game Workers Union habe daraufhin intern darüber informiert, dass Beschäftigte sich jederzeit wieder in die Schutzregelung eintragen können. Laut dem Bericht führte diese Kampagne dazu, dass Rockstar den Prozess vereinfachte und die Pflicht entfernte, dafür ein Gespräch mit der Personalabteilung führen zu müssen.
Ein weiteres Problem ist die Definition von Crunch. Laut den Entwicklern gebe es keine gemeinsame Grenze dafür, wann Überstunden als Crunch gelten. Rockstar soll inzwischen bestimmte Vergütungen für zusätzliche Arbeitszeit anbieten. Beschäftigte kritisieren jedoch, dass bezahlte Überstunden nicht automatisch bedeuten, dass Crunch verschwindet. Wenn bestimmte Teams regelmäßig unter starkem Druck stehen, bleibt die Belastung bestehen. Berichten zufolge trifft Crunch außerdem nicht alle Bereiche gleich. Manche Teams sollen Phasen hoher Arbeitsbelastung besser vermeiden können, während andere Disziplinen häufiger betroffen sind.
Auch Boni und Bezahlung stehen in der Kritik
Neben Crunch erheben Beschäftigte auch Vorwürfe zur Bezahlung. Laut Game Developer soll Rockstar eine Kultur ungleicher Bezahlung ermöglicht oder zumindest nicht ausreichend bekämpft haben. Entwickler behaupten, dass sich die mittlere geschlechtsspezifische Lohnlücke im Studio vergrößert habe und Maßnahmen zur Angleichung gestrichen worden seien. Dem Bericht zufolge können erhebliche Teile der erwarteten Bezahlung über Boni laufen, deren Höhe nicht immer transparent nachvollziehbar sei. Ein Entwickler behauptete, bis zu 20 Prozent der erwarteten Vergütung könnten durch subjektive oder rückwirkende Kritik verloren gehen.
Die Vorwürfe fallen in eine Phase, in der Rockstar-Beschäftigte in Großbritannien formelle Gewerkschaftsanerkennung anstreben. Schon vor Red Dead Redemption 2 wurde Rockstar wegen harter Arbeitsbedingungen stark kritisiert. Die aktuellen Vorwürfe legen nahe, dass viele Beschäftigte die Probleme nicht als gelöst ansehen. GTA 6 erscheint derzeit geplant am 19. November 2026 für PlayStation 5 und Xbox Series X/S. Kürzlich wurden auch die Inhalte der Ultimate Edition vorgestellt. Was sagt ihr zum Thema Crunch?
Quelle: GamesRadar und Game Developer
