Anstoß - 11 Spielfilme zum Thema Fußball
Momentan wird weltweit in den meisten Ligen der Ball wieder rumgekickt. Passend dazu liefert das Special elf Filme, die sich in irgendeiner Form mit Fußball beschäftigen. Dabei gibt es genug Stoff für die dritte Halbzeit.
Zugegeben, Sportfilme gibt es viele. Oft laufen diese nach einem ähnlichen Schema ab: Eine relativ erfolglose Mannschaft oder ein aufstrebender Spieler mausert sich vom Underdog zum großen Gewinner - inklusive obligatorischer Umarmung am Ende. Denkt man jedoch an die richtig großen Filme zum Thema, wird es bezüglich des Fußballs ein eher kleineres Feld. Nachfolgend sind die passenden Werke aufgelistet, welche für Fans sicherlich interessant sein könnten, sofern man sie nicht bereits kennt. Die Auswahl erhebt dabei keinen Anspruch auf Vollständigkeit und mit möglichen Spoilern sollte gerechnet werden.
Die Elf in der Übersicht
- 1 Muskelprotz gegen die Nazis in "Flucht oder Sieg - Victory" (1981)
- 2 Der eigene Verein über alles: "Ballfieber - Fever Pitch (1997)"
- 3 "Mean Machine - Die Kampfmaschine" (2001) bolzt sich durch
- 4 "Shaolin Kickers" (2001): Fußball mal anders
- 5 Gegen jede Widrigkeit: "Kick It Like Beckham" (2002)
- 6 Zeitreise in " Das Wunder von Bern" (2003)
- 7 Prügeln in der "Football Factory" (2004)
- 8 Den eigenen Traum ausleben in "Goal!" (2005)
- 9 Schläge statt Rasentritte: "Hooligans" (2005)
- 10 Kampf der Geschlechter in "FC Venus" (2006)
- 11 Ein Junge erlebt eine magische Nacht in "Will - Folge deinem Traum" (2011)
Muskelprotz gegen die Nazis in "Flucht oder Sieg - Victory" (1981)
Quelle: Warner
Stallone und seine Mannen trotzen in "Flucht oder Sieg - Victory" (1981) den Nazis.
Um Propaganda zu betreiben, inszeniert Major von Steiner 1943 im besetzten Frankreich ein Fußballspiel. Dabei soll die Wehrmachtsauswahl gegen alliierte Gefangene antreten. Der britische Captain beginnt mit dem Training seines wilden Haufens. Dabei entwickelt man eine Fluchtplan: In der Halbzeitpause soll die Mannschaft durch einen Tunnel in die Freiheit entkommen. Bis dahin führt die Mannschaft der Wehrmacht mit 4:1. Als die Pause beginnt, wollen die Spieler der Alliierten das Spiel noch drehen. Eine dramatische Aufholjagd nimmt seinen Lauf.
Obwohl der Film den Fußball eigentlich als Ausrede für Action benutzt, bietet er einiges. So spielen große Fußballer wie Pelé, Bobby Moore und weitere mit. Außerdem werden wichtige Rollen von bekannten Darstellern wie Sylvester Stallone, Michael Caine sowie Max von Sydow übernommen.
Der eigene Verein über alles: "Ballfieber - Fever Pitch (1997)"
Quelle: Senator
Fiebert mit seinem Team mit: Colin Firth in "Ballfieber - Fever Pitch" (1997).
Paul ist ein riesiger Anhänger des englischen Clubs Arsenal und macht sein Leben abhängig von den Höhen und Tiefen der Mannschaft. Nebenbei ist er als Lehrer tätig. Solange er sich die Miete und Tickets fürs Stadion leisten kann, stimmt alles für ihn. Doch dann kommt mit Sarah eine neue Kollegin an die Schule. Die beiden gehen eine Beziehung ein, jedoch kann Sarah mit dem Fanatismus von Paul wenig anfangen. Ein Streit über die Prioritäten entfacht.
"Ballfieber - Fever Pitch" ist eine Romanverfilmung des britischen Schriftstellers Nick Hornby (aus dessen Feder stammt unter anderem auch "High Fidelity"). Das Buch enthält autobiografische Züge und Hornby tritt auch kurz auf. 2005 entstand zudem ein amerikanisches Remake mit Drew Barrymore und Jimmy Fallon in den Hauptrollen. Wer verstehen will, wieso man so frenetisch mit einem Verein verbunden sein kann, sollte definitiv einen Blick drauf werfen (und dazu das Buch lesen).
"Mean Machine - Die Kampfmaschine" (2001) bolzt sich durch
Quelle: UIP
Lässt sich schwer aufhalten: Vinnie Jones als "Mean Machine´- Die Kampfmaschine" (2001).
Danny "Mean Machine" Meehan war einmal der Held der Nation. Doch als er eines Tages wegen Manipulation einer Partie zwischen England und Deutschland aus dem Team geworfen wird, ist es mit dem Ruhm vorbei. Nach einer Prügelei mit der Polizei landet er zudem im Knast. Dort muss er einem Team aus Häftlingen als Trainer beistehen. Die Mannschaft tritt gegen eine Auswahl der Wärter an und schmiedet insgeheim den Fluchtplan.
Der Film ist ein britisches Remake von "Die härteste Meile" (1974). Dort wurde American Football statt Fußball gespielt und Burt Reynolds schlüpfte damals in die Rolle des Titelhelden. Mit Vinnie Jones hat man in der Neuverfilmung einen Ex-Profi in der Hauptrolle besetzt. Als Mittelfeldspieler war er er von 1984 bis 1999 aktiv und wurde durch seine körperbetonte Spielweise bekannt. Er hält noch immer den Rekord für die schnellste erhaltene gelbe Karte (drei Sekunden) nach dem Anpfiff. Kleines Detail: Jason Statham hat eine kleine Rolle als Torhüter Monk. 2005 folgte übrigens mit "Spiel ohne Regeln" ein weiteres Remake, diesmal aus Amerika (Adam Sandler in der Hauptrolle, American Football statt Fußball).
"Shaolin Kickers" (2001): Fußball mal anders
Quelle: Buena Vista
Ein Fußballspiel der etwas anderen Art: "Shaolin Kickers" (2001).
Vor vielen Jahren ließ sich der einstige Fußballstar Fung in einem entscheidenden Match dank üppigen Bestechungsgeld zum Fehlschuss überreden. Dabei wurde er aus der Liga ausgeschlossen. Als er den Kung-Fu-Meister Sing trifft, der die Kampfkunst wieder ins öffentliche Bewusstsein bringen will, entwickelt er mit ihm "Shaolin Soccer". Die Sportart vermischt Fußball mit Kung-Fu. Ihr Team schießt und prügelt sich von Sieg zu Sieg. Doch im Finale wartet das "Evil Team", bestehend aus alten Bekannten von Fung.
Diese furiose Mischung aus Hongkong klingt nicht nur auf Papier nach Spaß, sondern funktioniert auch hervorragend auf Zelluloid. Regisseur und Hauptdarsteller Stephen Chow ("Kung Fu Hustle") liefert einen unterhaltsamen Streifen mit jeder Menge Action und Humor ab, der nebenbei auch eine zarte Liebesgeschichte bietet. Vorsicht: Hierzulande ist der Film zwar ab 12 Jahren freigegeben, doch die internationale Fassung ist um über 24 Minuten gekürzt. Als ungekürzte Alternative bieten sich die Blu-ray und DVD-Fassungen aus England an.
Gegen jede Widrigkeit: "Kick It Like Beckham" (2002)
Quelle: Highlight
Eifert ihrem großen Idol nach: Jess aus "Kick it like Beckham" (2002).
Die indischstämmige Jess spielt leidenschaftlich gerne Fußball und ist dabei nicht schlecht unterwegs. Ihr großes Idol ist David Beckham vom englischen Verein Manchester United. Allerdings gehen ihre strengen Eltern nicht mit dem Hobby konform. Während eines Spiels lernt sie die gleichaltrige Jules kennen, die in einer Frauenmannschaft mitmacht. Jules lädt Jess in ihre Mannschaft ein. Der Vater drückt ein Auge zu und somit kann der Traum Wirklichkeit werden. Vor dem wichtigen Endspiel muss sie jedoch entscheiden, ob sie auf die Hochzeit ihrer Schwester geht, oder der Mannschaft beisteht.
"Kick it like Beckham" gehört zu den bekannteren Vertretern des Genres. Wer auf lockerflockige gute Laune-Filme steht, wird hier gut bedient.
Zeitreise in " Das Wunder von Bern" (2003)
Quelle: Senator
Der Freistoß läutet das "Wunder von Bern" (2003) ein.
Richard kehrt 1954 nach zehn Jahren Kriegsgefangenschaft im Rahmen der in Bern stattfindenden Fussball-Weltmeisterschaft als zerstörter Mann in die Heimatstadt Essen zurück. Sohn Matthias leidet unter der strengen Hand seines Vaters und flüchtet sich auf den Fußballplatz. Dort findet er mit Nationalspieler Helmut Rahn eine Art Ersatzvater. Als Matthias zum Finale nach Bern reisen will, stellt sich Richard erst quer, doch dann beginnt sich die Beziehung zwischen Vater und Sohn zu bessern.
Der deutsche Film ist eine Hommage an das "Wunder von Bern" aus dem Jahre 1954. Dort gewannen die Deutschen als krasse Außenseiter die WM. Der Film ist mehr Drama als Sportfilm und fokussiert sich auf die Charaktere und nur sekundär dem Geschehen auf dem Rasen. Für die Kickerszenen wurden deutsche Profispieler engagiert.
Prügeln in der "Football Factory" (2004)
Quelle: Kinowelt
Hooligans auf dem Vormarsch in "Football Factory" (2004).
Tommy und seine Kumpels sind Anhänger des FC Chelsea und wollen in erster Linie eine Pracht Prügel mit gegnerischen Fans austauschen. Gewalt, Bier und weitere Drogen gehören für sie zum Wochenende dazu wie für andere das Stück Brot oder die Portion Reis. Doch dann beginnt er zu ahnen, dass sein Lebensstil zum baldigen Untergang führen könnte.
Hier geht es deftig zur Sache, untermalt mit einem starken Soundtrack. Das Ganze erinnert ein wenig an ein im Hooligan-Milieu angesiedeltes "Trainspotting". Eine weitere Ähnlichkeit: Auch "The Football Factory" basiert auf einen Roman. Der etwas unreflektierte Umgang mit der Thematik sollte Interessierte nicht davon abhalten, sich den Film anzuschauen. Alleine schon wegen dem authentischen englischen Flair.
Den eigenen Traum ausleben in "Goal!" (2005)
Quelle: Kinowelt
"Goal!"-Jubel aus dem Jahre 2005.
Santiago ist ein junger mexikanischer Auswanderer und träumt in Los Angeles von einer großen Karriere als Weltfußballer. Als er die Gelegenheit bekommt, bei Newcastle United ein Probetraining zu absolvieren, scheint sich alles zum Guten zu wenden. Gegen den Willen des Vaters sagt er zu - und muss bald lernen, dass es ein langer Weg zur Spitze ist.
"Goal!" ist der erste Teil einer Trilogie und erzählt den Aufstieg von Santiago, der den Weg vom Armenviertel bis zu den großen Stadien beschreitet und zum Star wird. Es gibt einige Besonderheiten: Die FIFA hat die Produktion unterstützt. Außerdem wurde an den Originalschauplätzen (dem Stadion von Newcastle sowie der Trainingsplatz) gedreht und prominente Fußballer wie David Beckham, Zinédine Zidane, Alan Shearer, Frank Lampard und viele weitere sind in Kurzauftritten zu sehen.
Schläge statt Rasentritte: "Hooligans" (2005)
Quelle: Ascot
Kehrt dem braven Leben den Rücken: Elijah Wood in "Hooligans" (2005).
Matt fliegt kurz vor seinem Abschluss von der Uni und entschließt sich zur sofortigen Reise zur Schwester nach London. Dort lernt er ihren Schwager Pete kennen, Anführer der "Green Street Elite". Durch ihn erhält Matt Zugang zur harten Welt der Hooligans. Begeistert vom Zusammenhalt der Truppe wird er immer tiefer in den Sog der Gewalt hineingezogen.
Mit "Hooligans" findet sich das amerikanische Pendant zur bereits erwähnten "Football Factory". Weniger authentisch, dafür solide gespielt geht es auch hier um die Beweggründe der Szene. Zudem emanzipiert sich Elijah Wood immer mehr von seinem Image als Frodo aus den "Herr der Ringe"-Filmen.
Kampf der Geschlechter in "FC Venus" (2006)
Quelle: NFP
Beim "FC Venus" kommt es 2006 zum Ballkampf der Geschlechter.
Paul und Anna sind glücklich. Das Glück wird jedoch abrupt gestört, als sich Paul als Fußball-Fanatiker entpuppt. Anna hat die Schnauze voll von Pauls Fanatismus und gründet zusammen mit ihren Kolleginnen den FC Venus. Das Team fordert die Männer zum Duell. Gewinnen die Frauen, schwören die Männer dem Fußball ab. Das können diese natürlich nicht auf sich sitzen lassen und so wird die Herausforderung angenommen.
Christian Ulmen und Nora Tschirner spielen engagiert die Hauptrollen, können dem Kampf der Geschlechter aber nicht unbedingt viel Neues abzugewinnen.
Ein Junge erlebt eine magische Nacht in "Will - Folge deinem Traum" (2011)
Quelle: Sony
Liverpool-Legende Steven Gerrard und der titelgebende Protagonist aus "Will -Folge deinem Traum" (2011).
Will hat früh seine Mutter verloren und der Vater ist abgehauen. Unter der Obhut von Schwester Carmel hat er drei Jahre in einer Klosterschule verbracht und dabei eine Leidenschaft für den FC Liverpool entwickelt. Im Jahre 2005 steht Wills Vater Gareth vor der Türe und bringt ihm zwei Tickets für das Champions League Finale zwischen der AC Milan und dem FC Liverpool vorbei. Gareth stirbt jedoch kurz darauf. Will macht sich trotzdem mit der Unterstützung eines Freundes seines Vaters zum Stadion in Istanbul und erlebt ein Wunder.
"Das Wunder von Istanbul" lautet die Bezeichnung für das Finalspiel AC Milan - FC Liverpool. Zur Halbzeit lagen die "Reds" 0:3 in Rückstand. Doch ab der 54. Minute konnten die Engländer innerhalb sechs Minuten noch ausgleichen und schließlich das Elfmeterschießen für sich entscheiden. Der Film bindet dieses Spektakel in eine emotionale Handlung ein und bietet zudem Kurzauftritte von damaligen Spielern.

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