Furi: Furios, fordernd, faszinierend - Das durchgedrehte Action-Spektakel im Test
Dreckig schwer, gutaussehend und momentan sogar noch für PS-Plus-Mitglieder gratis zum Download verfügbar - wir haben dem ungewöhnlichen Action-Titel auf den Zahn gefühlt und sind dabei tausend Tode gestorben. In unserem Test erfahrt ihr, warum der wirre Action-Mix dennoch richtig viel Laune macht.
Wer kennt das nicht: Man wacht in einem Gefängnis auf, während ein Wärter mit drei Gesichtern einen foltert. Plötzlich taucht jedoch ein Typ im Hasenkostüm auf, drückt einem ein Schwert in die Hand und sagt, man solle den Wärter und noch ein paar Spinner killen, um frei zu sein. Was sich wie ein Fiebertraum unter LSD-Einfluss anhört (und auch noch genauso aussieht), ist allerdings der Beginn in der Geschichte von Furi. Und da man schließlich tut, was einem Irre mit Karnickelmaske so flüstern, treten wir zum Kampf an.
Willkommen in der (Kugel-)Hölle!
Furi entpuppt sich trotz des schönen Samuraischwerts unseres Protagonisten jedoch nicht als simpler Slasher, sondern als skurrile Mischung aus Twinstick-Shooter, Bullet Hell und Elementen aus Spielen der Action-Spezialisten (Turtles mal ausgenommen) von Platinum Games. Dabei tritt unser Held mit dem toten Pudel auf dem Kopf nicht gegen Gegnerhorden an. Nur ein einzelner Kontrahent steht uns gegenüber. Ein Level besteht quasi daraus, einen Bossgegner in mehreren Phasen zu besiegen. Zunächst beginnt ein Kampf in Twinstick-Shooter-Manier, bei der ihr den Fiesling mit eurem Blaster treffen müsst und gleichzeitig versucht, den teils bildschirmfüllenden Attacken des Bosses auszuweichen.
Quelle: play4
Genau wie die Nahkämpfe sind auch die Shooter-Abschnitte
richtig knackig. Nur mit Geschick und guten Reflexen kann man hier bestehen.
Habt ihr ihn schließlich genug geschwächt, geht es in den Nahkampf, wo ihr dann endlich euer Schwert zückt. Einfach drauflosprügeln solltet ihr hier aber auch nicht. Nur wer den Gegner genau beobachtet und innerhalb von Sekundenbruchteilen dessen Angriffe blockt oder ihnen ausweicht, kann eine eigene erfolgreiche Attacke durchbringen.
Quelle: play4
Dieser leicht schräge Karnickelmann stiftet euch zur Revolte an.
Doch egal, ob ihr ihn nun unter Beschuss nehmt oder ihn mit eurem übergroßen Zahnstocher verdrescht, Furi ist schon auf dem normalen Schwierigkeitsgrad verdammt hart und bringt euch stetig an den Rand der Verzweiflung. Umso befriedigender ist es allerdings auch, wenn man den Kontrahenten endlich zur Strecke gebracht hat. Trotz des fordernden Gameplays bleibt Furi jedoch meistens fair. Ihr besitzt insgesamt drei Leben und wenn ihr eine Kampfphase überstanden habt, lädt sich eure Energie wieder auf und gewinnt sogar ein verlorenes Leben wieder. Geht ihr zu Boden, lädt aber auch die Energie des Bosses nach.
Zwischen den Kämpfen führt euch der bekloppte Hasenmann zum nächsten Level und redet wirres Zeug. Die Schauplätze bieten jedoch ein minimalistisches, aber richtig cooles und zum durchgeknallten Kontext passendes Design. Nur auf das stark auffällige und dadurch unfassbar nervige Tearing hätten wir nun wirklich verzichten können.
