Frozen Synapse im Test: Indie-Hit mit Tiefgang für Taktik-Experten
Spielgewordener Minimalismus mit Tiefgang und guten Ideen - Frozen Synapse ist ein weiterer Triumph der Indie-Szene. Das Taktik-Spiel benötigt nicht viel, um dank seines Tiefgangs den Spieler wochenlang zu fesseln. Im Test lest ihr, warum ihr euch Frozen Synapse unbedingt ansehen solltet!
Das Bild schimmert künstlich und blau, einfache Linien zeichnen Wände und Räume nach. Wie ein futuristischer Lageplan liegt das Spielfeld da, schlicht und klinisch, kein Detail soll die Übersicht verschandeln. Auf der Karte agieren kleine Männlein, grün und rot, sie suchen Deckungen, schießen aufeinander. Mit seinem schlichten Stil mag man Frozen Synapse zunächst für ein uraltes Automatengeballer aus der Spielhalle halten. Auf den zweiten Blick entpuppt es sich aber als Online-Taktikperle, wie sie moderner kaum sein könnte.
Das Spielprinzip ist simpel: Sie befehligen rundenweise einen Trupp aus drei bis fünf Soldaten über eine Einsatzkarte, die sich stufenlos zoomen lässt. Ihre Truppen unterteilen sich in fünf Waffenklassen, sie können mit Maschinengewehren, Schrotflinten, Scharfschützengewehren, Raketenwerfern oder Granatwerfern ins Gefecht ziehen. Auf den Karten verteilte Hindernisse in zwei Höhenstufen bieten außerdem Sichtschutz und Deckung vor Feinden. Das Spielgeschehen läuft in zwei Schritten ab. Los geht's mit der Planungsphase: Hier geben Sie Ihren Mannen Laufwege vor, lassen sie an bestimmten Stellen in die Hocke gehen oder weisen ihnen eine feste Blickrichtung zu. Es gibt rund ein Dutzend solcher Befehle, die sich auch frei kombinieren lassen. Was nach wenig klingt, eröffnet in der Praxis eine Fülle an taktischen Möglichkeiten. Gutes Teamwork unter Ihren Einheiten und die kluge Nutzung der Waffen ist natürlich Pflicht: Mit Bazooka-Einheiten sprengen Sie etwa Löcher in Deckungen, was MG-Schützen und Snipern ein freies Schussfeld ermöglicht.
Sie können auch alle Kommandos in einer Runde rückgängig machen oder nachträglich verändern – so testen Sie den "Was wäre, wenn?"-Fall oder checken, ob die erteilten Befehle so überhaupt funktionieren. Haben beide Parteien ihre Züge für die aktive Runde ausgearbeitet, werden diese über den Server ausgetauscht – danach folgt die Ausführungsphase. Hier agieren alle Einheiten gleichzeitig anhand der erteilten Befehle und die Spannung steigt ruckartig: Geht der sorgfältig geschmiedete Plan auf? Verhält sich der Gegner so, wie man es vermutet hat? Jeder Fehltritt, jedes gelungene Manöver kann das Kräfteverhältnis stark verschieben!
Quelle: PC Games
Frozen Synapse im Test: Indie-Hit mit Tiefgang für Taktik-Experten (3)
Neben dem Multiplayermodus bietet das Spiel auch eine Kampagne mit 55 Einsätzen. Die Story handelt von Machtkämpfen in einem futuristischen Utopia und wird in Textdialogen präsentiert, außerdem gibt's weitere Infos zu Hintergründen und Charakteren in ausführlichen Dossiers. Die Entwickler haben sich bemüht, ihr Spiel in ein glaubwürdiges Szenario einzubetten, und wer das Lesen nicht scheut, kann sich lange mit der Cyberpunk-Story beschäftigen – auch wenn ihre Präsentation sterbenslangweilig ist. Die Missionen sind jedoch vielseitig: Geiseln retten, eine bestimmte Zeit lang gegen eine Übermacht bestehen, Zivilisten eskortieren – eine gelungene Auswahl. Seine ganze Stärke entfaltet Frozen Synapse allerdings nur im Mehrspielermodus. Spielpartner sind blitzschnell und bequem gefunden, außerdem können Sie so viele Spiele gleichzeitig bestreiten, wie Sie möchten. Ist ein neuer Zug in einer laufenden Partie verfügbar, erhalten Sie einfach eine Benachrichtigung. Auf Wunsch schickt Ihnen das Spiel sogar eine E-Mail ins Postfach. Für den Multiplayerpart stehen vier Spielmodi zur Wahl, jeweils in einer "Light"- und "Dark"-Variante.
Der Unterschied: In einem Light-Match sehen beide Spieler stets alle Einheiten auf der Karte. Im dunklen Modus benötigen Ihre Truppen hingegen eine direkte Sichtlinie zu gegnerischen Soldaten, um deren Positionen auszumachen, was die Spannung enorm erhöht. Gute Extras wie ein integrierter IRC-Chat oder die Möglichkeit, Partien und Ergebnisse direkt auf YouTube, Facebook und Twitter hochzuladen, runden das Gesamtpaket ab. Frozen Synapse ist mittlerweile als verpackte Version im Fach- und Versandhandel erhätlich.

Man muss sich also immer überlegen was der Gegner wahrscheinlich machen wird, und seinen Figuren Anweisungen so geben, um das zu antizipieren. Und nach Möglichkeit natürlich die Befehle so geben, dass man verschiedene Taktiken des Gegners kontern kann. Also wenn man von Minimalismus redet ist das wirklich nur auf die Grafik bezogen. Den Figuren kann man wirklich Millimeter- und auf die Millisekunde genau Anweisungen geben, und dank dem UI klappt das auch ziemlich anstandslos.
Es ist halt wirklich ein "Mind Game", wenn weil man einschätzen muss was der Gegner tut.
Hat übrigens finde ich auch ein ziemlich coole Szenario, mit Cyberspace und so Zeug. Ich glaube die Rolle die man selbst übernimmt ist ja die einer KI und die kann in Sekundenbruchteilen die ganzen Simulationen durchführen, was für den Spieler dann zu einem rundenbasierten Spiel wird. Insofern also vielleicht das erste Spiel das den Stillstand zwischen den Runden sinnvoll erklärt. :)
Jap, im Moment kauf ich haufenweise Indiespiele. Heute auch wieder: The Basement Collection und Home :-D
ach, im zweifelsfall würde ich das so sehen, dass so nicht nur ein Team mit Geld unterstützt hast ;-)