Wie Fortnite: Battle Royale & Playerunknown's Battlegrounds auf dem Fundament von Klassikern aufbauen

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Wie Fortnite: Battle Royale & Playerunknown's Battlegrounds auf dem Fundament von Klassikern aufbauen
Quelle: PC Games

Redakteur Peter Bathge ergründet in seiner neuesten Kolumne zum Online-Hype 2017-18, wie seine damaligen Lieblings-Shooter aus Quake-Zeiten das Battle-Royale-Genre inspiriert haben - und warum die neuesten Ableger der Shooter-Urgesteine auch dieses Jahr chancenlos gegen die Emporkömmlinge PUBG und Fortnite sein werden.

Das Battle-Royale-Genre hält 2017 und 2018 den Online-Shooter-Markt fest in seiner Hand, egal ob man nun Fortnite (jetzt kaufen 25,00 € ) oder Playerunknown's Battlegrounds (PUBG) betrachtet, oder aber H1Z1: King of the Kill. So neu und aufregend diese Art des Gegeneinander-Antretens auf Multiplayer-Servern auch sein mag; das Last-Man-Standing-Prinzip dieser aktuellen Spielerfavoriten kann seine Ursprünge bis in eine Zeit zurückverfolgen, in der die meisten jugendlichen Fans von PUBG & Co. noch gar nicht geboren waren. Zu einer Reihe von Ego-Shootern, deren eigene Urenkel heute an der Dominanz der Battle-Royale-Cousins verzweifeln.

Fortnite und PUBG: Parallelen zu Klassikern

Unreal Tournament (hier das inzwischen auf Eis gelegte Remake) war einer der Multiplayer-Hits im Jahr 2000. Quelle: Epic Games Unreal Tournament (hier das inzwischen auf Eis gelegte Remake) war einer der Multiplayer-Hits im Jahr 2000. Die 90er Jahre waren ohne Zweifel eine unheimlich einflussreiche, spannende und mit Top-Titeln gespickte Dekade der Videospielgeschichte. Doch für mich persönlich ging es in den frühen 2000ern erst so richtig los. Denn dann drängte sich nach Adventures (The Secret of Monkey Island) und Rollenspielen (Wie oft habe ich Baldur's Gate 2 durchgespielt!) plötzlich ein ganz anderes Genre ins Zentrum meiner Aufmerksamkeit: das der Ego-Shooter. Den Doom-Hype einige Jahre zuvor hatte ich verschlafen, die ersten beiden Quake-Teile waren an mir vorbei gegangen, auch weil mein damaliger Rechenknecht mit der Grafik"pracht" dieser 3D-Kunstwerke hoffnungslos überfordert gewesen wäre.

Doch zwei bis heute indizierte Multiplayer-Shooter (ein Spiel, das viel mit Quake Live gemein hat und der Vorgänger von Unreal Tournament 2003 dt.) stellten dann in vielerlei Hinsicht eine Initialzündung für mich und Zehntausende andere Spieler dar, machten bekannte Spielmodi wie das aus Team Fortress bekannte Capture the Flag endgültig massentauglich - oder eben Deathmatch, das erbarmungslose Spiel auf Leben und Tod in einer Arena. Wie aufregend, sich mit anderen Spielern aus aller Welt zu messen, damals noch per ISDN-Verbindung! In ultraschnellen, für mein Alter von zarten 14 Jahren viel zu brutalen Schusswechseln entschied allein das Geschick im Umgang mit Maus und Tastatur über den Sieg. Das und die Map-Kenntnisse, die man sich zuvor in Dutzenden Stunden Training angeeignet hatte.

Denn Deathmatch, das bedeutete in diesen Jahren auch immer eine Hatz nach den besten Waffen auf der Karte, egal ob Lightning Gun oder BFG. Die in bestimmten Abständen respawnenden Tötungsinstrumente aufzusammeln, war genauso essenziell wie das Finden von Health-Packs und Rüstungsplättchen. So ausgerüstet konnte man dann in den Kampf gegen andere Spieler einsteigen und zum tödlichen Tanz der Raketengeschosse bitten, auf legendären Karten wie DM17.

PUBG-Kolumne: Bekannte Elemente, neue Ideen

Fortnite Quelle: Epic Games Große Map statt kleiner Arenen: Bei Kartengröße und Respawns unterscheiden sich Fortnite und PUBG deutlich von den alten Deathmatch-Shootern. Wenn euch als Battle-Royale-Fan Teile dieser Beschreibung der Deathmatch-Shooter von anno dazumal bekannt vorkommen, dann ist das kein Zufall: Playerunknown's Battlegrounds, Fortnite und wie sie alle heißen haben die alten Konzepte von UT und Quake erfolgreich weiterentwickelt. Die Suche nach wertvollem Loot, das Ausrüsten der Lieblingswaffe, Duelle auf Leben und Tod - die DNS der Urahnen ist unverkennbar, auch wenn dem Konzept natürlich neue, faszinierende Ideen wie das Abspringen aus dem Flugzeug oder die zufallsbasierte Eingrenzung des Spielfelds injiziert wurden. Zwei große Änderungen zum guten, alten Deathmatch fallen besonders ins Auge.

So gibt es in PUBG, Fortnite und H1Z1 keinen Respawn wie früher. Einmal virtuell abgeschossen, bleibt euer Alter Ego für den Rest der Runde tot. Wer weiterspielen will, muss schon in eine andere Partie einsteigen, im laufenden Match geht es nicht weiter. Das bringt natürlich deutlich mehr Nervenkitzel als das reine Streben nach der höchsten Punktzahl am Ende einer Partie: Jeder Fehler kann der letzte sein. Ein Prinzip, das sich schon Counter-Strike und spätere Genre-Vertreter wie Ubisofts Überraschungshit Rainbow Six: Siege zunutze gemacht haben.
Playerunknown's Battlegrounds ist besonders bei Zuschauern auf Twitch enorm beliebt. Im Jahr 2000 musste man fürs Zugucken noch auf die QuakeCon. Quelle: PC Games Playerunknown's Battlegrounds ist besonders bei Zuschauern auf Twitch enorm beliebt. Im Jahr 2000 musste man fürs Zugucken noch auf die QuakeCon.

Und dann ist da natürlich noch der Sprung von den kleinen Arenen der 90er und 2000er Jahre hin zu einer riesigen Map. Battle-Royale-Shooter machen die Suche nach dem Gegner zum Teil des Spielerlebnisses. Statt Daueraction in Arenen, deren begrenzter Raum ein Aufeinandertreffen früher oder später unvermeidlich macht, steht das spannende Katz-und-Maus-Spiel zwischen den über den ganzen Landstrich verstreuten Kontrahenten im Vordergrund - auch wenn gerade in PUBG diese Phase des Spieles bei mir persönlich eher Langeweile hervorruft. Versteckspiele und nervöse Warterei mit gespitzten Ohren in Lauerstellung machen den besonderen Reiz des Battle-Royale-Genres aus; das und die gegen Ende explosionsartig entladene Spannung, wenn dann plötzlich doch aus der so gigantischen Spielwelt ein stecknadelkopfgroßes Mini-Schlachtfeld wird, wo die letzten Überlebenden auf engstem Raum einander an die Gurgel gehen.

Denn wie schon damals beim Deathmatch gilt: Nur einer kann gewinnen!

Deathmatch ist out, Battle Royale ist in

Nicht nur auf den virtuellen Schlachtfeldern von Fortnite oder PUBG wird mit harten Bandagen gekämpft. Auch der sehr reale Videospielmarkt, insbesondere was die Online-Shooter angeht, ist mittlerweile eine Battle-Royale-ähnliche Todeszone. Während Blizzards Overwatch Millionen begeistert und auch Dice mit Battlefield 1 seit Ende 2016 einen riesigen Erfolg feiert, blieben andere Trittbrettfahrer des Multiplayer-Trends auf der Strecke, vom Monster-Koop-Shooter Evolve über den an legendärem Spielerschwund leidenden MOBA-Mix Battleborn bis hin zum uninspirierten Cliffy B.-Projekt Lawbreakers.

PUBG: Miramar von oben Quelle: PC Games PUBG erweitert das bekannte Deathmatch um interessante neue Ideen wie den Sprung aus dem Flugzeug. Dabei schien der Trend zuerst unverkennbar: Je mehr das reine Fraggen aus Selbstzweck an Faszination bei den Spielern verlor, desto stärker nahm die Popularität missionsbasierter Online-Shooter wie Counter-Strike und Battlefield zu. Danach kam der Fokus auf Helden mit speziellen Eigenschaften auf; eine Entwicklung, die entgegengesetzt zum "Alle haben die gleiche Chance"-Prinzip des Deathmatches lief und in Overwatch ihre bisherige Krönung erlebte. 2017 scheint sich jedoch bei vielen Spielern wieder ein gewisses Bedürfnis nach einer Simplifizierung der Online-Gefechte durchgesetzt zu haben.

Einer der Gewinner dieses Schlagabtausches der letzten Jahre ist zweifellos PUBG mit millionenfachen Verkäufen bereits im Early-Access-Stadium. Dass dieser Erfolg in gewisser Weise auch auf dem Fundament der Uralt-Shooter Quake und UT fuß, davon können sich Traditionsstudios wie id Software und Epic Games allerdings auch nichts kaufen. Denn das noch vor kurzem für möglich gehaltene Revival der Oldschool-Multiplayer-Ballereien ist dank des Battle-Royale-Hypes zumindest aufgeschoben, wenn nicht gar komplett gescheitert.Das neue, 2014 angekündigte Unreal Tournament wurde von dieser Entwicklung besonders hart getroffen. Obwohl wir der Pre-Alpha-Version im Vorfeld bereits großes Spielspaß-Potenzial attestierten (es spielt sich wirklich so klasse wie früher!), steht der Multiplayer-Shooter im Stil der 2000er Jahre nun vor dem Aus, die Entwicklung wurde pausiert. Wegen Fortnite: Battle Royale natürlich, das ebenfalls bei UT-Entwickler Epic Games entsteht.

Immerhin: Epic profitiert vom PUBG-Hype, weil man clever und schnell das erfolgreiche Konzept für seinen Crafting-Shooter Fortnite kopierte. Angesichts von mehr als zwei Millionen Fortnite-Spielern gleichzeitig dürfte Epic die Entscheidung leicht gefallen sein, UT auf Eis zu legen. Anders sieht die Sache beim Quake-Nachfolger Quake Champions aus.

Quake Champions wird es beim Release 2018 schwer haben, auf einem übersättigten Online-Shooter-Markt, neue Käuferschichten anzusprechen. Quelle: Bethesda Quake Champions wird es beim Release 2018 schwer haben, auf einem übersättigten Online-Shooter-Markt, neue Käuferschichten anzusprechen. Mit Quake Champions wollten Bethesda und id Software Helden-Hype und Oldschool-Spielgefühl verbinden. Doch beim Release 2018 dürfte sich der Ego-Shooter zwischen alle Stühle setzen: Die Veteranen rebellieren gegen die Unterschiede der spielbaren Charaktere und neue, junge Spieler sind vollauf mit ihren Battle-Royale-Eskapaden beschäftigt. Somit dürfte der Urenkel eines der Spiele, das PUBG indirekt zu Weltruhm verholfen hat, dieses Jahr massiv floppen - gerade wegen PUBG.

Aber so sind Deathmatches nun mal: Brutal. Blutig. Battle Royale.

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    • Kommentare (18)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Orzhov Mitglied
        Zitat von Shadow_Man
        "Doch beim Release 2018 dürfte sich der Ego-Shooter zwischen alle Stühle setzen: Die Veteranen rebellieren gegen die Unterschiede der spielbaren Charaktere und neue, junge Spieler sind vollauf mit ihren Battle-Royale-Eskapaden beschäftigt. "

        Dann ist man auch selbst schuld, wenn man sich zwischen die Stühle setzen lässt. Man muss sich für eine Richtung entscheiden und die dann durchziehen.
        Warum nicht ein Quake alter Schule mit neuer schönen Grafik? Warum sich dem anderen anbiedern und sich selbst dann überflüssig machen?

        Ich muss ja ehrlich sagen, dass mich solche Shooter wie H1Z1, PUBG und Fortnite völlig kalt lassen. Ein neues UT dagegen, was so ist wie die alten Teile, das würde ich mir wohl sofort kaufen ;)
        Man wollte halt so viele potentielle Käufer wie möglich ansprechen und hat dabei vielleicht vergessen das man nie alle zufriedenstellen kann.
      • Von Orzhov Mitglied
        Zitat von Shadow_Man
        "Doch beim Release 2018 dürfte sich der Ego-Shooter zwischen alle Stühle setzen: Die Veteranen rebellieren gegen die Unterschiede der spielbaren Charaktere und neue, junge Spieler sind vollauf mit ihren Battle-Royale-Eskapaden beschäftigt. "

        Dann ist man auch selbst schuld, wenn man sich zwischen die Stühle setzen lässt. Man muss sich für eine Richtung entscheiden und die dann durchziehen.
        Warum nicht ein Quake alter Schule mit neuer schönen Grafik? Warum sich dem anderen anbiedern und sich selbst dann überflüssig machen?

        Ich muss ja ehrlich sagen, dass mich solche Shooter wie H1Z1, PUBG und Fortnite völlig kalt lassen. Ein neues UT dagegen, was so ist wie die alten Teile, das würde ich mir wohl sofort kaufen ;)
        Man wollte halt so viele potentielle Käufer wie möglich ansprechen und hat dabei vielleicht vergessen das man nie alle zufriedenstellen kann.
      • Von bynemesis Anfänger/in
        das neue UT haben die konstant gegen die Wand gefahren, es war bisher nicht richtig gut. also besser canceln und gut ist (gameplay änderungen wurden immer dämlicher zuletzt).

        und dass man früher nur Deathmatch gespielt hat und es das einzig Wahre war... naja stimmt nicht.
        TDM, CTF oder andere Teammodes bieten da deutlich mehr Tiefe und bringen mehr Taktik mit ins Spiel.
        Deathmatch war eigtl langweilig, genauso wie jetzt PUBG (welches noch viel langweiliger ist). :P

        und was PUBG/Fortnite einfach fehlt, ist das Movement.
        Gerade UT/Quake leben vom komplexen Movement, viele Anfänger lernen sowas schwer oder nie.
        wenn ich von A nach B möchte, habe ich in UT/Quake was zu tun und Spass daran. Bei PUBG ist es stupides rumlatschen und zum einschlafen.

        zu Quake Champions:
        die verschiedenen champs sind weniger das Problem und sind derzeit sogar gut balanced (gameplay ist sogar richtig gut).
        eher technische Probleme stoßen einige Veteranen sauer auf (hitboxen oder netcode der manchmal eskaliert).
        ansonsten warten hier viele auf mehr content/ctf modus und auf die fixes gegen die Kinderkrankheiten.
        monatlich gibts hier auch ein großes update und die devs wissen was noch zu machen ist.
      • Von suggysug Spiele-Enthusiast/in
        Zitat von Shadow_Man
        Ich muss ja ehrlich sagen, dass mich solche Shooter wie H1Z1, PUBG und Fortnite völlig kalt lassen. Ein neues UT dagegen, was so ist wie die alten Teile, das würde ich mir wohl sofort kaufen ;)
        This! Genauso sehe ich es auch.
        UT wäre bei mir direkt in der Vorbestellung drin.

        Ich versteh nicht warum Epic erst ein neues UT vor hatte nur um es mittendrin dann auf Eis zu legen. /.Facepalm
      • Von Shadow_Man Mitglied
        "Doch beim Release 2018 dürfte sich der Ego-Shooter zwischen alle Stühle setzen: Die Veteranen rebellieren gegen die Unterschiede der spielbaren Charaktere und neue, junge Spieler sind vollauf mit ihren Battle-Royale-Eskapaden beschäftigt. "

        Dann ist man auch selbst schuld, wenn man sich zwischen die Stühle setzen lässt. Man muss sich für eine Richtung entscheiden und die dann durchziehen.
        Warum nicht ein Quake alter Schule mit neuer schönen Grafik? Warum sich dem anderen anbiedern und sich selbst dann überflüssig machen?

        Ich muss ja ehrlich sagen, dass mich solche Shooter wie H1Z1, PUBG und Fortnite völlig kalt lassen. Ein neues UT dagegen, was so ist wie die alten Teile, das würde ich mir wohl sofort kaufen ;)
      • Von Kanezzo Mitglied
        Quake war immer geil! :D
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