FEAR Überhaupt laufen die Mehrspieler-Gefechte in behutsamer Geschwindigkeit ab. Es ist mehr Taktik als Action: Je nach Waffenwahl variiert das Lauftempo, wenige Treffer reichen zum Frag, das Fadenkreuz springt infolge des Rückstoßes hin und her. Monolith will eindeutig Counter-Strike-Spieler ansprechen, nicht das Publikum von Unreal Tournament 2004 (dt.).

Grafik hat ihren Preis

Beim Anblick der Screenshots fragen Sie sich wahrscheinlich, welcher Rechner diese Grafikpracht darstellen soll. Es stimmt schon: F.E.A.R. frisst Hardware mit dem Appetit eines Sumo-Ringers. Selbst auf dem Test-PC, einem Pentium mit 3.600 Megahertz, zwei Gigabyte RAM und High-End-Grafikkarte, läuft das Spiel nicht hundertprozentig flüssig. Ein klitzekleines Ruckeln, zumal im Kampf, ist immer da. Dafür sind die Gefechte visuelle Glanzstücke: Funken sprühen, Kugeln reißen Löcher in Wandtexturen, Feuer lodert superrealistisch, Licht und Schatten verhalten sich wie im richtigen Leben.

Etwas schluderig wirkt die Physik-Engine. Zwar fallen verwundete Gegner nachvollziehbar zu Boden - Ragdoll sei Dank -, doch von Objekten lässt sich das nicht behaupten. Wer auch nur in die Nähe von beweglichen Gegenständen kommt, wird ein Rattern und Zittern derselbigen feststellen, als wäre der Schauplatz über einer stark frequentierten U-Bahn-Station errichtet worden. Damit kann man leben, das ist nur ein kleiner Riss in der sonst stabilen Atmosphäre-Mauer.

Und, wie isses nun?

FEAR Seit der Serie um No One Lives Forever ist Monolith als Hort der Kreativität und des Mutes geschätzt: Die beiden Spiele gingen beharrlich ihren satirischen Weg und schossen meilenweit am Massenmarkt vorbei. F.E.A.R. fehlt dieser Zauber, es ist kompromisslos zugeschnitten auf die Mode des 21. Jahrhunderts: Zeitlupe wie in Matrix, Horror-Mädels wie in The Ring, dazu eine Verschwörungsstory, deren Auflösung am Ende kommt. Als hätte Monolith gesagt: Keine Experimente mehr, die Kassen müssen klingeln.

Das Ergebnis ist ein Ego-Shooter, der jegliche Eigenständigkeit aufgibt, um seinem Publikum zu gefallen. Und er gefällt: Die KI ist fast schon revolutionär, die Gruselsequenzen sind künstlerisch anspruchsvoll, die Gefechte reich an Zerstörung. Für einen Eintrag im Computerspiel-Geschichtsbuch langt es aber nicht. Irgendwann während der Entwicklung muss Monolith den Blick fürs Wesentliche verloren haben, anders lässt sich nicht erklären, dass manche Levels verwirrender sind als das größte Labyrinth der Welt im trunkenen Zustand. Dazu diese Schalterrätsel, die nicht schwierig, aber wie ein Fremdkörper sind im sonst schnörkellosen Spielablauf.

Am stärksten schmerzt, dass der Spaß für Geübte in unter zehn Stunden zu Ende ist: F.E.A.R. ist halt doch ein besonderes Spiel, von dem man sich wünscht, dass es länger wäre.

Wertung zu Fear (dt.) (PC)

Wertung:

9.0 /10
Pro & Contra
Außerordentlich schlaue Gegner-KIIntensive, taktische SchusswechselZum Fürchten schöne Gruselsequenzen
Teilweise extrem verwirrendes Level-DesignWenig abwechslungsreiche Schauplätze

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3
    • Kommentare (3)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von BloodyBob NPC
        Besser spät als nie!
        Wirklich verwunderlich, warum in den gigantischen Weiten des Internetzes und all seiner selbsterkorenen Spielekritiker so gut wie niemand den obengenannten Punkt anspricht- nämlich dass FEAR (im Gegensatz zu Doom 3, auch wenn der Vergleich etwas zu oft bemüht wurde) auf einer vom sonstigen Spielgeschehen völlig entkoppelten Ebene gruselt- statisches Knistern im Commlink, aha, da wird wohl nichts Gutes hinter der nächsten Wegbiegung lauern, zumeist überraschungsarmer Auftritt Almas oder Fettels und weiter geht's. Diese "Fearvents" sind wirklich, wirklich gut inszeniert und nutzen sich auch nach der zehnten Spielstunde nicht nennenswert ab. Und sie haben wenigstens mir die angenehmsten Schauer seit "Das Geisterschloss" den Rücken rauf- und runtergejagt. Aber das ist eben gleichzeitig das Problem, das hartgesottenes Doom 3-Veteranenblut nicht nennenswert in Wallung bringen kann- nach einigen solcher Sequenzen ist klar, dass man nie um seine Gesundheit fürchten muss und sich in diesen Gruseabschnitten vielmehr vom ziemlich strapaziösen Geballer erholen kann (mal ganz davon abgesehen, dass Fearvents stellenweise so ungünstig plaziert sind, dass man ohne die Knister-Ankündigung oder sonstige Effekte ungerührt daran vorbeilaufen würde- oft musste ich sogar Quickloaden und habe erst beim wiederholten Durchlaufen erkennen können, womit ich da zu gruseln versucht wurde).
        DAS ist der Unterschied, der, entgegen allen Unkenrufen, Doom 3 für mich zum unangefochtenen Panicmaker erhebt, denn dort ist der Horror neben dem Horror auch noch substantielle und allgegenwärtige Bedrohung für Leib und Leben des Spielers. Die ersten Paar Stunden Doom 3-Spielens hatten mch seinerzeit jedenfalls locker um ein Jahrzehnt altern lassen :)
        FEAR ist und bleibt ein brillanter Shooter, auch wenn sowohl Variationsarmut in Sachen Gegner- wie auch Mapdesign das Vergnügen hinreichend schmälert. Aber mal von der Handvoll Stealth-Ninjas abgesehen, die mich dann wirklich in nackte, panische Furcht versetzen konnte, wirkt es auf mich vielmehr als intelligenter Shooter mit tollen, überwiegend kinoreif inszenierten Gruseleffekten. Aber wie im Kino eben vollkommen harmlos.
      • Von BloodyBob NPC
        Besser spät als nie!
        Wirklich verwunderlich, warum in den gigantischen Weiten des Internetzes und all seiner selbsterkorenen Spielekritiker so gut wie niemand den obengenannten Punkt anspricht- nämlich dass FEAR (im Gegensatz zu Doom 3, auch wenn der Vergleich etwas zu oft bemüht wurde) auf einer vom sonstigen Spielgeschehen völlig entkoppelten Ebene gruselt- statisches Knistern im Commlink, aha, da wird wohl nichts Gutes hinter der nächsten Wegbiegung lauern, zumeist überraschungsarmer Auftritt Almas oder Fettels und weiter geht's. Diese "Fearvents" sind wirklich, wirklich gut inszeniert und nutzen sich auch nach der zehnten Spielstunde nicht nennenswert ab. Und sie haben wenigstens mir die angenehmsten Schauer seit "Das Geisterschloss" den Rücken rauf- und runtergejagt. Aber das ist eben gleichzeitig das Problem, das hartgesottenes Doom 3-Veteranenblut nicht nennenswert in Wallung bringen kann- nach einigen solcher Sequenzen ist klar, dass man nie um seine Gesundheit fürchten muss und sich in diesen Gruseabschnitten vielmehr vom ziemlich strapaziösen Geballer erholen kann (mal ganz davon abgesehen, dass Fearvents stellenweise so ungünstig plaziert sind, dass man ohne die Knister-Ankündigung oder sonstige Effekte ungerührt daran vorbeilaufen würde- oft musste ich sogar Quickloaden und habe erst beim wiederholten Durchlaufen erkennen können, womit ich da zu gruseln versucht wurde).
        DAS ist der Unterschied, der, entgegen allen Unkenrufen, Doom 3 für mich zum unangefochtenen Panicmaker erhebt, denn dort ist der Horror neben dem Horror auch noch substantielle und allgegenwärtige Bedrohung für Leib und Leben des Spielers. Die ersten Paar Stunden Doom 3-Spielens hatten mch seinerzeit jedenfalls locker um ein Jahrzehnt altern lassen :)
        FEAR ist und bleibt ein brillanter Shooter, auch wenn sowohl Variationsarmut in Sachen Gegner- wie auch Mapdesign das Vergnügen hinreichend schmälert. Aber mal von der Handvoll Stealth-Ninjas abgesehen, die mich dann wirklich in nackte, panische Furcht versetzen konnte, wirkt es auf mich vielmehr als intelligenter Shooter mit tollen, überwiegend kinoreif inszenierten Gruseleffekten. Aber wie im Kino eben vollkommen harmlos.
      • Von Slavik1985 Anfänger/in
        Naja...

        F.E.A.R. das erste Spiel bei dem ich mehrfach fast einen Herzkasper gekriegt hätte und immernoch kriege! Sicher die grafik ist etwas in die Jahre gekommen und kann sich mit anderen Titeln kaum noch messen, aber die geniale und unvorhersehbare Story macht es immernoch kaufenswert und Lust auf die Add-Ons und den 2. Teil !!!
      • Von deus-ex-machina111 Mitglied
        Naja...

        Also ich weiß nicht, ich bin normalerweise jemand, der bei gruseligen Spielen echt Angst kriegt, und "The Ring" hat mich echt geschockt, aber FEAR hat mich gruseltechnisch völlig kalt gelassen!!!

        Ja, es ist grafisch genial, die Baller-Action macht Spass, das Leveldesign ist ziemlich eintönig und die Story belangslos und dürftig präsentiert, aber die Horrorelemente haben mich nur ein paar mal wirklich erschreckt, die Flashbacks fand ich zwar interessant inszeniert, auch wenn da noch viel mehr hätte drin sein können, aber nie wirklich gruselig.

        Und ich weiß auch wieso:

        1. Die Zeitlupe nimmt der Situation den Schrecken. Kommt etwas unerwartet oder man erwartet das Unerwartete, kann man jederzeit das Geschehen verlangsamen und entweder planen wie man vorgeht oder einfach jeden Gegner einen nach dem anderen mit Kopfschüssen wegballern. Das macht das Spiel zu einfach und beschädigt die Gruselatmosphäre.

        2. Die Auftritte von Alma wiederholen sich in der Struktur und man weiß eigentlich, das sie einem nichts tut. Man weiß das einfach nie was passieren wird, auch in den Flashbacks (mit einer Ausnahme). Nett anzusehen und einige gute Ideen, aber gruselig? Höchstens ein wenig beklemmend.

        3. Die Waffen sind zu mächtig, und in Verbindung mit der Zeitlupe kriegt man ein Gefühl von Sicherheit, was meiner Meinung nach ein echter Grusel-Atmo-Killer ist. Ja es ist in erster Linie ein Ego-Shooter, und zwar ein richtig Guter, aber die Horror-Elemente leiden darunter.

        Wie auch immer, 85% wär meine Wertung für das Spiel, geben auch die meisten Magazine.
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