Fatekeeper im Early Access: RPG weckt Erinnerungen an Dark Messiah und Skyrim
Eine Mischung aus Dark Souls und Skyrim? Oder doch Dark Messiah 2.0? Wir haben Fatekeeper im Early Access gespielt und zeigen euch, was das Spiel kann.
Anfang Juni erschien die Early-Access-Version von Fatekeeper und überraschte auf Steam direkt mit einem günstigen Preis. Für acht Euro könnt ihr euch in das neue Action-Rollenspiel des deutschen Entwicklerstudios Paraglacial stürzen. Der Preis hat auch seinen Grund. Denn in der Early-Access-Version von Fatekeeper bekommt ihr aktuell nur rund zwei bis drei Stunden Spielspaß.
Diese kurze Spieldauer reicht jedoch bereits aus, um die Herzen von Fans von Klassikern wie Dark Messiah und womöglich auch Dark Souls höher schlagen zu lassen. Hinter dem Grundgerüst steckt nämlich viel Potenzial.
In diesem Artikel
Fatekeeper im Early Access gespielt
Optik
Bereits zu Spielbeginn versetzt uns Fatekeeper ins Staunen. Die detailliert gestaltete Dark-Fantasy-Welt in der Unreal Engine 5.6 könnte optisch glatt als das nächste Skyrim durchgehen, hin und wieder ist die Kollisionsabfrage von bestimmten Objekten jedoch nicht zufriedenstellend. Wie sich im weiteren Spielverlauf zeigt, ist dieser Aspekt gar nicht so unwichtig.
Quelle: PC Games
Könnte glatt als neues Skyrim durchgehen ... Direkt zu Spielbeginn sind wir von der Optik des Action-Rollenspiels verzückt.
Das Kampfsystem
Unsere ersten Schritte in der linearen Spielwelt führen uns zusammen mit unserem noch unbekannten Ratten-Begleiter zu unserem Haupthub. Dort können wir über eine Karte zu anderen Orten reisen, finden einen freundlichen Drachen im Hinterhof und brauen in einem Alchemiekessel Tränke. In unserem schicken Mittelalterhaus treffen wir auch einen Schmied an, der uns in der Early-Access-Version aber leider noch keine Dienste anbietet.
Quelle: PC Games
Parieren, Dashen, Zurückstoßen und dabei die Ausdauerleiste im Blick behalten- erfahrene Action-Rollenspieler werden sich mit dem Kampfsystem von Fatekeeper direkt zurechtfinden.
Über ein Portalsystem reisen wir zunächst in die Tutorial-Zone, in der wir mit dem Kampfsystem von Fatekeeper vertraut gemacht werden. Als behäbiger Schwertkämpfer vermöbeln wir Orcs per schnellem oder wuchtigem Angriff. Unsere Nahkampfhiebe aus der Ego-Perspektive erinnern spieltechnisch dabei an Chivalry oder Dark and Darker. Mit dem richtigen Timing können wir also Angriffe parieren und Gegner mit einem mächtigen Fußtritt wegstoßen.
Quelle: PC Games
Ein bisschen Magie habt ihr auch in petto, für einen echten Magier-Build fehlt aber (noch) die nötige Menge an Magie-Ressource.
Mit unserer Dash-Fähigkeit weichen wir Angriffen aus oder preschen schnell an den Gegner heran, was unseren behäbigen Charakter zwischenzeitlich doch sehr agil macht. Genau wie beim Parieren und bei unserem mächtigen Hieb ist die Dauer unserer Sprints und Dashes durch unsere Ausdauerleiste limitiert, die sich zum Glück schnell wieder auflädt.
Kicks, Dashes und Co. müssen wir je nach Gegnertyp passend einsetzen. Denn beispielsweise können wir Pfeile von Bogenschützen nicht parieren und gegen Schildträger müssen wir deren Defensive erst mit einem Tritt brechen.
Einfach per Linksklick draufschnetzeln wird auf Dauer nicht funktionieren, denn ihr haltet nicht besonders viele Treffer aus und müsst spätestens im Kampf gegen drei Gegner gleichzeitig ein bisschen taktisch vorgehen. Denn eure Heilmöglichkeiten über Verbrauchsgegenstände sind sehr limitiert und eure Lebenspunkte regenerieren sich nicht automatisch (auch außerhalb des Kampfes nicht).
Die Kampfanimationen sind teils ziemlich brutal. Bei unseren Schwerthieben spritzt jede Menge Blut und passende Treffer trennen die Köpfe oder Arme der Gegner ab, die dann beispielsweise nur noch einhändig weiterkämpfen. Das genaue Treffer-Bild ist stellenweise aber noch etwas hakelig.
Wahlweise könnt ihr zu verschiedenen Zaubern greifen: Feuerball, Frostblitz (verlangsamt, friert ein), Windstoß (stößt Gegner zurück) und Telekinese. Aufgrund der sehr begrenzten Magie-Ressource ist ein Run als reiner Magier aktuell unrealistisch, vor allem der Telekinese-Zauber kommt jedoch oft zum Einsatz.
Damit könnt ihr manche Objekte wie Fässer durch die Gegend schleudern und die meisten Gegner zu euch heranziehen. Über eine mittlere Entfernung dient der Zauber auch dazu, Objekte wie Seilwinden zu aktivieren, an die ihr normalerweise nicht herankommen würdet.
Euer Telekinese-Zauber mit Jedi-Flair ist ein Muss gegen höher positionierte Bogenschützen und nützlich, um einzelne Gegner herauszupicken. Die Umgebung spielt eine wichtige Rolle. Stellenweise könnt ihr mit eurem Telekinese-Zauber Objekte zerstören und Gegner damit ausschalten. Nervige Feinde könnt ihr mit einem Tritt die Klippe hinunterstoßen und Fallen sowie Stacheln an der Wand können genutzt werden, um Gegner in den Tod zu locken.
Nach dem Tutorial werdet ihr durch eine lineare Kampagne geführt, bei der sich das Erkunden von kleinen Ecken abseits des Wegs aber lohnt. Immer wieder findet ihr kleine Truhen, in denen sich vor allem Kräuter für Alchemie, teilweise aber auch der nächste Torschlüssel für eure Quest befindet. In besonders dunklen Ecken müsst ihr die Fackel herausholen, um überhaupt etwas sehen zu können.
Fatekeeper wird kein Spaziergang
Fatekeeper hat im Early Access nur einen Schwierigkeitsgrad, der Spieler des Öfteren auf die Probe stellt. Wie ihr bereits im Tutorial feststellt, sind wenige ungeblockte Hiebe euer Tod und ihr müsst vom letzten Checkpoint aus starten. Sich einfach mit zwei Orcs gleichzeitig anzulegen, während der Bogenschütze im Hintergrund freie Sicht auf euch hat, ist euer Verderben.
Quelle: PC Games
Wenn acht Gegner auf einmal euren Tod wollen, müsst ihr ein bisschen taktieren.
In kleineren Wellen-Events, in denen ihr immer wieder gegen vier oder sogar acht Gegner gleichzeitig antreten müsst, sind Taktik und am Ende auch ein bisschen Frusttoleranz gefragt. Denn dann müssen Frostzauber, Telekinese, gut geplante Nahkampfattacken und Tricks mit Umgebungsdetails (Fallen, Rückzugsorte, Stachelwände etc.) sitzen. Ambitionierte Dark-Souls-Fans könnten hier auf ihre Kosten kommen.
Da kommt auf Reddit und Co. unter Fatekeeper-Fans schon mal die Frage auf, ob es an einem selbst liegt, oder ob das Spiel wirklich so schwer ist. Während sich viele Spieler am Minotaurus-Endboss des Early Access die Zähne ausbeißen, finden sich auf der anderen Seite 30-Sekunden-Speedruns des Endbosses. Lest auf der nächsten Seite mehr zum Talentbaum, dem Alchemiesystem, der Ausrüstung und weiteren Infos zum Action-Rollenspiel von Paraglacial.
