Fast & Furious 10 und ich: Ein verdummendes Kinoerlebnis
In seiner Kritik zu Fast & Furious 10 schreibt Redakteur Chris, warum der Action-Film seine geringen Erwartungen sogar noch unterboten hat.
Doch die ganzen Familienmitglieder und Verbündeten sind ja eh eigentlich nur Beiwerk. Fast & Furious 10 ist noch mehr als sonst eine Dominic-Toretto-Story. Er ist das Hauptziel von Bösewicht Dante. Vin Diesel muss also den Film tragen und scheitert dabei spektakulär. Mit versteinerter Miene grunzt er sich böse guckend bis zum Cliffhanger-Finale. Bei Szenen, die emotional sein sollen, gelingt es ihm nie, Emotionen zu zeigen. Er ist einfach dieselbe alte Muskelglatze mit dem Charisma eines splitternden Holzklotzes. Ich bin im Kino teilweise richtig schockiert, dass Diesel rein gar nichts ausstrahlt. Mit einem Dwayne Johnson, der ja bekanntlich das Charisma gefressen hat, oder dem leider viel zu früh verstorbenen Paul Walker und dessen charmanter, natürlicher Coolness an seiner Seite konnte Diesel als Brummbär in den Filmen funktionieren. Ohne einen Filmpartner, der seine schwache (oder nicht vorhandene) Präsenz ausgleicht, steht Vinni jedoch auf verlorenem Posten. Da helfen auch Motorröhren und böse Gucken nichts.
Schrecken ohne Ende
Gegen Ende des Films erwarten mich dann noch etwas Kitsch und Pathos sowie ein Finale, das hochdramatisch sein soll, aber eher lachhaft daherkommt und dann auch noch in einem Cliffhanger endet. Ich wollte seit einiger Zeit, dass der Film endet, aber dass er so endet, macht mich dann doch fassungslos.
Und zwar nicht, weil das Ende so überraschend oder clever, sondern weil es so verdammt schlecht ist. Mir wird plötzlich klar, dass Leterrier und die offenbar sehr verwirrten Drehbuchschreiber hier ihr Avengers: Infinity War anstrebten.
Quelle: Universal Pictures
Fast & Furious 10
Getrennte Helden, die wieder zusammenfinden müssen, um sich dem übermächtigen Feind zu stellen, und deren Geschichten einzeln erzählt werden und schließlich zum Finale zusammenlaufen. Ein Magenschlagfinale, dass den Zuschauer fragen lässt: "Was ist hier passiert? Wie sollen sie das schaffen?"
Infinity War gelingt all das hervorragend. Das riesige Ensemble wird unter einen Hut gebracht, die Story bewegt sich ständig vorwärts, das Ende schockiert. Damals saß ich im Kino, war überrascht und wollte am liebsten sofort erfahren, wie es weitergeht. Bei Fast & Furious 10 hingegen möchte ich am liebsten die Leinwand anschreien: "Wen wollt ihr hier veralbern? Natürlich passiert ihnen nichts!"
Das mache ich aber natürlich nicht, denn obwohl ich die Worte denke, bin ich nicht in der Lage, sie auszusprechen, so sehr schockiert mich dieser stumpfsinnige Film mit seinem stümperhaften Ende, für das sich jemand sehr Doofes offenbar sehr schlau fühlte.
Ich würde am liebsten sofort gehen, die Jungs hinter mir tauschen sich auch schon lautstark darüber aus, für was für einen "Kackfilm" sie ihr Taschengeld rausgeschmissen haben. Meine Beine wollen mir jedoch nicht gehorchen. Stattdessen bemerke ich, dass ich wie der größte Idiot mit offenem Mund dasitze und staune.
Ich staune darüber, dass die Macher diesen Film tatsächlich so abliefern durften. Dass Universal offenbar alles egal ist. Dass nicht auch nur ein Fünkchen Wert auf Sinn (im Kontext der Reihe) oder Qualität gelegt wurde. Dass offenbar niemand zumindest DIESES Ende hinterfragt hat.
So bekomme ich wenigstens die After-Credit-Szene noch mit. Die vermag es aber auch nicht, mir Lust auf den nächsten Teil zu machen. Ich schlurfe schließlich aus dem Saal, durch die Lobby, durch den Regen über den Parkplatz, lasse mein breites Gesäß in den Autositz fallen und denke mir noch während ich die Tür zuschlage: Wie soll ich über diesen Mist eine Rezension verfassen?

Herrlich.^^
Nein Nein, nicht wegen dem Film oder der Kommentare hier, die sind mir, nun ja.
Würdigt denn niemand die Arbeit des Autors? Sieht das niemand hier auf dieser Site?
Also ganz Ehrlich, selten habe ich, und das gerade hier auf PCGames und auch anderen Stocksteifen mit der Rute gerichteten Sites so einen Erfrischenden Bericht gelesen. Ich Kugel mich immer noch.
Mit allem Respekt, aber so stelle ich mir auch mal einen AAA bericht vor. Frei von der Lippe geredet, ähm geschrieben, einfach so wie es wirklich ist. Erfrischend, spaßig und doch mit Fakten auf den Kern gebracht.
Und das alles ohne den ganzen "Woke" Müll, sondern nur einfach erfrischend geschrieben. Und das auf PCGames. Na das man das noch erleben darf.
Ein Hoch auf den Schreiber dieses Artikels.
Also ich habe schon lange nicht mehr so viel Spass gehabt hier etwas über mehrere Seiten zu Lesen.
Gut Gemacht.