Warum geht Farthest Frontier auf Steam so ab? - Seite 2
Farthest Frontier ist im Early Access auf Steam mega erfolgreich. Wieso das an Anno und Banished erinnernde Game so abgeht, erklären wir in der Analyse!
Nichts davon wird genauer erklärt und die Schieberegler, über die man Handel betreibt, sind zum Teil auch etwas holprig übersetzt. Ein Tutorial wäre hierbei nicht mal nötig, lediglich eine Erklärung vonseiten der Entwickler wie die jeweiligen Gebäude funktionieren - etwa in Form eines Ingame-Glossars oder durch ein PDF-Handbuch auf Steam.
Auch die KI der Dorfbewohner will manchmal nicht so recht funktionieren. Eine Anglerin stand etwa ein halbes Jahr vor einem Baum, um das Ufer zu finden, das 10 Meter hinter ihr war, und hat sich lediglich bewegt, weil sie Hunger bekommen hat. Somit ist es auch nachvollziehbar, warum manche Gebäude eine Ewigkeit zur Fertigstellung benötigen. Es gab noch mehr solcher Situationen und bis heute wissen wir manchmal nicht genau, warum die Siedler handeln, wie sie handeln. Meist wissen sie das wahrscheinlich selbst nicht. Gebäude können außerdem verfallen und benötigen dann eine gewisse Menge einer Ressource zur Reparatur. Wie man die Gebäude repariert, ist allerdings ein Rätsel. Denn das meiste, was die Bewohner machen, geschieht automatisch und man gibt nur allgemeine Befehle. Es wäre jedoch gut zu wissen, nach welchem Schema die Bürger arbeiten.
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Quelle: PC Games
Das Warenmenü des Handelszentrums.
Dass man jeden seiner Untertanen auswählen und direkt zu einem bestimmten Ort schicken kann, ist eine gute Sache, jedoch ist es schade, dass man ihnen nicht direkt befehlen kann, den Stapel Holz von A nach B zu transportieren. Da muss auf jeden Fall noch nachgebessert werden, damit diese Spielmechanik Sinn ergibt.
Nicht der Rede wert ist indes das aktuell noch sehr rudimentär implementierte Kampfsystem. Das ist nämlich in seinem aktuellen Zustand noch so unausgereift, dass es keine Bedeutung hat und sich kaum beurteilen lässt.
Das alles ist hinsichtlich des Early-Access-Status jedoch nicht so schlimm. Crate Entertainment haben mit Grim Dawn bereits bewiesen, dass sie zum einen guten Kontakt zur Community pflegen und zum anderen bereit sind, ein Spiel über Jahre hinweg mit sinnvollen Inhalten und Verbesserungen zu versorgen.
Quelle: PC Games
Eine Anglerin weiß nicht so recht wo das Ufer ist.
Warum ist das Spiel so erfolgreich?
Wir vermuten, dass es mehrere Gründe dafür gibt, aber vor allem der Zeitraum entscheidend ist. Doch eins nach dem anderen. Farthest Frontier spricht, wie zuvor erwähnt, Leute an, die gerne Anno, Die Siedler oder Banished mögen. Gerade Anno 1800 wird auch weiterhin noch mit Inhalten versorgt. Neueinsteiger und Wiedereinsteiger sind damit aber häufig überfordert, da Anno 1800 mittlerweile so viele neue Inhalte hat, dass man locker 200 Spielstunden in eine einzige Partie investieren kann oder muss.
Auch die Farthest Frontier eigenen Spielmechaniken, die sich schon jetzt von der Konkurrenz abheben, begründen den Erfolg. Der Jahreszeitenwechsel, die Bewohner mit ihrem Lebenszyklus oder der eher realistische Grafikstil sind zwar nicht neu, werden hier aber auf andere Art interpretiert. Selbst das Anlegen der Wege hat seinen Charme, da man hier Kurven bauen kann, wodurch Siedlungen organisch wirken.
Zu guter Letzt wären da noch das Debakel um Ubisofts neues Siedler-Spiel und der ungewöhnlich bunte Stil von Age of Empires 4. Viele Spieler fühlen sich von den Marken im Stich gelassen. Der Early-Access-Release von Farthest Frontier kommt also genau zur rechten Zeit.
Die Erfahrung mit Crate Entertainment, die durch Grim Dawn bereits eine große Fanbase haben, und der gute Early-Access-Zustand scheinen weitere Gründe für den Erfolg zu sein.
Farthest Frontier nimmt sich aus anderen Spielen einige der besten Elemente und interpretiert diese neu. Das Ganze macht jetzt schon viel Spaß, wenn man sich damit zufriedengibt, dass man das meiste selbst herausfinden muss und die erste Siedlung ziemlich sicher scheitert. Man kann jedoch jetzt schon sagen, dass die Basis bereits super funktioniert.
Wenn Crate Entertainment die Zeit im Early-Access sinnvoll nutzen und an den richtigen Stellen nachbessern, dann hat Farthest Frontier die Chance, eine neue Marke zu etablieren, die ähnlichen Erfolg wie Grim Dawn als Konkurrenzprodukt zu Diablo hat. Farthest Frontier ist auf Steam erhältlich und kostet momentan 28,99€.

Genau das ist mein Problem, ich mag das Genre aber genau die drei genannten Serien mag ich nicht, auch wenn ich mehrere Teile von Siedler und Anno früher durchaus auch mal länger gezockt habe. Und Banished wurde mir nach einer Stunde langweilig, genial für ein 1-Mann Projekt aber dadurch auch bei den Dingen die man machen kann extrem limitiert.
Mein Favorit ist und bleibt Knights & Merchants. Dessen Aufbaupart war exzellent und auch das Kampfsystem ist mit weitem Abstand das beste, gerade im Vergleich zu damaligen Annos oder Siedlern. Einzig Age of Empires konnte da mithalten bzw. das noch übertreffen, das Problem bei AoE ist, dass die Grafik so weit rausgezoomt ist, was den Wuselfaktor stört und der Fokus auf Kampf und nicht Aufbau liegt.
Ich bin gespannt auf Farthest Frontier, vielleicht gebe ich dem Genre mal wieder eine Chance.