Expeditions: Rome im Test - Seite 2
Im Test von Expeditions: Rome prüfen wir, ob das Rollenspiel von Logic Artists mehr kann als nur mit den schicken Rüstungen der Legionäre zu glänzen. Dabei entdecken wir ein vielfältiges und taktisch spannendes Spiel, das zudem im erzählerischen Bereich überzeugen kann. Besonders die vielfältigen Entscheidungen sind eine Stärke des Titels.
Carpe Diem!
Wenn unsere Legion nicht gerade neue Gebiete erobert, oder bereits befreite Regionen verteidigt, residiert sie in ihrem Feldlager, welches wir auch mit unserer Heldentruppe aufsuchen können. Das ist als Zwischenstopp zwischen unseren Abenteuern auf der Weltkarte immer wieder unerlässlich, denn im Lager stehen uns diverse Einrichtungen zur Verfügung, um uns auf die kommenden Herausforderungen vorzubereiten. So schicken wir verletzte Gefährten und Prätorianer ins Lazarett, um dort geheilt zu werden. Wir können die Kämpfer unserer Garde auch der Schmiede, der Werkstatt und dem Zelt des Legatus zuweise, um neue Gegenstände, Kriegslisten und taktische Gegenstände herzustellen.
Wenn wir uns im Lager aufhalten, können wir zudem Anweisungen zum Ausbau der verschiedenen Einrichtungen geben. Dazu werden die bereits erwähnten Produktionsgebäude aus der Umgebung benötigt. Bei einem Händler lassen sich zudem Denarii, Sklaven, Rationen und Medizin gegeneinander tauschen. Zu guter Letzt können wir im Lager auch mit unseren Gefährten persönliche Gespräche führen, um so neue Informationen und manchmal sogar interessante Nebenaufgaben zu erlangen. Mit all seinen Möglichkeiten erfüllt das Legionslager seinen Zweck als Hauptquartier sehr gut. Es trägt zur Atmosphäre einer langanhaltenden Militärkampagne in fremden Landen bei und bietet uns vielzählige Möglichkeiten an der Aufstellung und Ausrüstung unserer Heldentruppe zu feilen. Manchmal hätten wir uns jedoch gewünscht, die Zeit auch im Lager verstreichen zu lassen und dazu nicht jedes Mal auf die Weltkarte wechseln zu müssen, nur, weil wir warten wollen, bis ein bestimmter Gegenstand hergestellt ist.
In diesem Artikel
Quelle: PC Games
Im Legionslager stehen uns diverse Einrichtungen zur Verfügung, um unsere Gefährten zu heilen oder besser auszustatten.
Alea Iacta Est!
Neben taktischen Kämpfen, Legionsschlachten und der steten Eroberung von immer mehr Bezirken hat das Spiel eine seiner größten Stärken aber in den Dialogen. Wie es sich für ein Rollenspiel gehört, wird auch in Expeditions: Rome sehr viel geredet. Diese Unterhaltungen dienen aber nicht nur dem Fortschritt der Story, sondern verlangen vom Spieler auch immer wieder Entscheidungen. Hier gelingt es den Entwicklern ein Netz aus verschiedensten Verläufen einzelner Gespräche, bestimmter Situationen und größerer Handlungsstränge auszubreiten.
Quelle: PC Games
Die Entscheidungen während der Dialoge sind häufig vielfältig, schwierig und können später unvorhergesehene Konsequenzen haben.
So treffen wir zum Beispiel auf den Anführer eines Tempels, der sich gegen Rom gewandt hat. Wir treffen dabei auch die Witwe des vorherigen Anführers, der Rom treu ergeben war. Nun stehen wir vor der Entscheidung, helfen wir der Witwe, den Tod ihres Mannes zu rächen und räumen damit gleichzeitig einen abtrünnigen lokalen Anführer aus dem Weg oder finden wir vielleicht noch andere Informationen, die ein gänzlich anderes Licht auf die Situation werfen? Bei uns endete die Situation damit, dass wir die Witwe verhaften ließen, den neuen Anführer von der Treue zu Rom überzeugen konnten und er dafür im Gegenzug seinen eher wohltätigen Führungsstil fortsetzen durfte. Für sich genommen war das bereits eine sehr interessante Angelegenheit, deren Ausgang wir am Anfang so nicht absehen konnten. Es stellte sich später auch heraus, dass unsere Lösung dieser Situation auch im größeren politischen Kontext noch von Bedeutung war.
So steht man als Spieler immer wieder vor diesen kniffligen Situationen, in denen man entweder die Wahl zwischen Pest und Cholera hat oder sich vermeintlich vorteilhafte politische Vereinbarungen später als folgenschwere Fehltritte entpuppen. Mit unseren Entscheidungen beeinflussen wir auch regelmäßig, wie Rom bei den eroberten Völkern und vermeintlichen Verbündeten aufgenommen wird. Wenn uns der Ruf eines blutrünstigen Schlächters vorauseilt, erschwert das natürlich auf friedlichem Wege Unterstützer zu gewinnen. Und da es in der Geschichte ja auch immer noch um die eigene Familie und deren sowie das eigene Schicksal geht, haben unsere Entscheidungen während aller drei Kriegskampagnen auch Auswirkungen auf das Ende. Wenn es im vierten Akt in Rom zum Showdown zwischen unserem Legatus und seinem politischen Widersacher kommt, holen uns viele der vergangenen Entscheidungen wieder ein. Uns ist es am Ende gelungen den moralischen und juristischen Sieg davon zu tragen. Allerdings nicht gänzlich ohne persönliche Kosten. Wir hätten also irgendwo in Kleinasien, Ägypten oder Gallien doch noch etwas besser machen können.

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https://de.wikipedia.org/wiki/Römisches_Recht
Ich muss ehrlich sagen, das ganze Gewäsch ist fast schon ein lehrbuchhaftes Beispiel für Polemik und Populismus. Es beweist aber vor allem, dass man allein durch hochtrabende Vokabeln nicht alles verschleiern kann.
Den Deutschen würde man den Status Hochkultur auch nicht absprechen, weil sie bis 1918 einen Kaiser hatten
Die Wertschöpfungsketten der BRD-Wirtschaft sind die Gleichen, die auch das dt. Kaiserreich getragen haben: Chemie, Maschinenbau und vorallem Elektrotechnik (nein, die dt. Autoindustrie ist längst nicht so wichtig, wie viele denken). Eigentlich wurde schon mit 1871 das alte Preußen zu Grabe getragen. Seitdem wird nur von der Substanz und den Grundlagen (siehe die durchstartende Industrialisierung ab 1871) gezehrt, die Preußen schuf.
Ein übrigens wichtiger Negativ-Einfluss aus Rom der leider auch unsere gegenwärtige Kultur bestimmt:
"Brot-und-Spiele" - die geistige Verflachung und Verdummung der Massen durch UNTER-haltung. Ist die Masse dumm, ist sie auch leichter zu beherrschen. Und in Rom waren die Gladiatorenkämpfe nichts anderes als Menschenopfer-Rituale in Form von Entertainment. Eine große Bühne für die niedersten Instikte. Grausam mag die Zeit damals gewesen sein, aber aus sowas eine reine Unterhaltungs-Show für die Massen zu machen, empfinde ich verabscheuungswürdig.
Siehe den ganzen Hype um die Netflix-Serie "Squid-Game"
Auch Fußballstadien und die ganze Inszenierung erinnern nicht umsonst an den Circus Maximus, wie damals geht es geistig dort ähnlich "gehaltvoll" zu.
Also im großen Ganzen waren für mich die Römer ein unsympathisches Aggro-Bauernvolk, dass sich jede Menge Wissen, Humanressourcen und Güter zusammenklaute und das alles dann zu einem effektiven, effizienten Imperium zusammengepuzzlet hat. Und diese Puzzle hatte dann eben eine entsprechende Vorbild-Wirkung. Was man Rom auch zugute halten kann war seine Offenheit und Flexibilität.
Oder ganz kurz und provokant ausgedrückt ist Rom das hier:
materiell :X
geistig :$
Da ist schon was wahres dran, denn dieses Bauernvolk konnte - Materialismus und Rechtssystem hin oder her - eben auf Dauer seine Wurzeln nicht verschleiern, deswegen kam ja dann auch die Degeneration.