Es war einmal in Deutschland: Filmkritik zu charmanter Komödie
Zehn Jahre nach "Irina Palm" inszeniert Sam Garbarski eine ungewöhnliche Komödie rund um jüdische Teilacher. Besonderen Raum nimmt hier David- gespielt von Moritz Bleibtreu- ein, der etwas vor den Anderen zu verbergen scheint...
David, ein Holocaustüberlebender, lebt im Nachkriegsfrankfurt mit anderen Juden und Flüchtlingen in einem Zwischenlager. Bald versammelt der umtriebige Geschäftsmann eine Gruppe Gleichgesinnter, um als Teilacher - jiddisch für Hausierer - mit Wäsche die Deutschen um ihr Geld zu erleichtern und sich so die Passagen nach Amerika zu verdienen. Der Rubel rollt, jedoch verschwindet David immer wieder mal. Der Grund: Die US-Besatzungsbehörden verdächtigen ihn der Kollaboration mit den Nazis, weil David einst Hitler persönlich Witze erzählt haben soll ...
Auf drei Ebenen wird diese auf den Romanen von Michel Bergmann basierende jüdische Räuberpistole mit Charme, augenzwinkerndem Humor und einem Hauch Tragik erzählt. Nur so richtig vermengen mögen sich diese drei Geschichten nicht. Die Vertretertricks, Davids Vergangenheit und seine Gegenwart im US-Verhör bilden nie eine Einheit. Trotzdem blitzt immer wieder ein Hauch von Zug des Lebens durch.
Fazit
Keine homogene Geschichte, aber eine vor allem dank des Ensembles sympatische Tragikomödie in Form eines Schelmenstücks
