Endless Dungeon: Actionreicher Nachfolger im Test

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Test Felix Schütz - Redakteur Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Endless Dungeon: Actionreicher Nachfolger im Test
Quelle: Amplitude Studios

Fast wie der Vorgänger, aber eben nur fast: Endless Dungeon mixt Twinstick-Action mit taktischem Tower Defense und Rogue-lite-Elementen. Das macht richtig Spaß, könnte aber noch so viel besser sein.

Die Gegner unterteilen sich in vier Sorten, jede ist anfällig gegen einen bestimmten Schadenstyp - Käfer reagieren zum Beispiel empfindlich auf Feuer, Blobs bekämpft man dagegen am besten mit Säure. Der richtige Turm am richtigen Ort kann da eine Menge bewirken. Neue und verbesserte Türme schaltet ihr an Forschungsstationen frei, die zufällig in den Levels verteilt sind. Das ist anfangs motivierend, verliert aber mit der Zeit an Reiz, denn die Upgrades bieten keinerlei Tiefgang: Ein Stufe-2-Geschütz bekommt zum Beispiel keine besonderen Effekte verpasst, es teilt einfach nur härter aus.

Ab und zu entdeckt man auch Händler oder Upgrade-Stationen, an denen ihr dann passive Verbesserungen für eure Helden kaufen könnt. Die meisten davon liefern aber nur bessere Grundwerte, zum Beispiel mehr Angriffskraft oder eine höhere kritische Trefferchance. Richtig kreative Effekte, die eure ganze Spielweise auf den Kopf stellen können, haben wir leider nie entdeckt. Da hätten wir uns wirklich gewünscht, dass sich das Spiel mehr vom überragenden Hades inspirieren lässt, das selbst nach vielen Stunden noch mit coolen Upgrade-Kombinationen überrascht.

Wenn ihr eine Tür öffnet, deckt ihr einen neuen Raum auf und erhaltet wertvolle Ressourcen. Quelle: Amplitude Studios

Die große Frage: Öffnen oder nicht?

Ein bewährtes Element aus Dungeon of the Endless wurde nahezu unverändert übernommen: Türme, Upgrades, Waffen - all das kostet wertvolle Ressourcen, nämlich Wissenschaft, Industrie und Nahrung. Diese Rohstoffe mehren sich nur, wenn ihr weitere Türen öffnet. Und auch das kennen wir schon: An bestimmten Sockeln darf man wieder Generatoren errichten, die einen dicken Bonus auf eine Ressource gewähren. Ein simples Konzept, das uns aber immer wieder grübeln lässt: Welchen Generator brauchen wir gerade dringender? Sollen wir alle Industrie-Punkte in starke Geschütze stecken? Die knappe Nahrung für Heilpakete ausgeben? Und Wissenschaft für eine neue Waffe eintauschen? Oder heben wir uns die Rohstoffe lieber für den nächsten Level auf?

Hier ist taktisches Überlegen und eine gute Portion Glück gefragt: Wenn's gut läuft, entdeckt man schon früh Bauplätze für Generatoren, die noch dazu weit von den Feinden entfernt liegen, so kann man sich schnell ein schönes Ressourcenpolster aufbauen. Wer Pech hat, stolpert dagegen von einem Gegnernest ins nächste oder wird von allen Seiten attackiert, bevor man seine Defensive aufgebaut hat. Umso wichtiger ist es, nicht blindlings alle Türen aufzureißen, denn jeder neue Raum kann einen weiteren Angriff auslösen. Oft lohnt es sich sogar, bestimmte Türen für Erste geschlossen zu halten, um die Gegner so durch längere Wege zu schicken. Manche Räume haben auch keinen Strom, um sie zu aktivieren, müsst ihr dann Dust ausgeben - die sagenumwobene, seltene Ressource, die sich durch alle Endless-Spiele zieht.

In jedem Run müsst ihr eure Türme aufs Neue erforschen und freischalten. Quelle: Amplitude Studios Spannende Zufallsereignisse sind aber leider äußerst selten: In unserer Spielzeit haben wir nur ab und zu Stromausfälle erlebt, dabei wird der Dungeon komplett abgedunkelt, alle Türme schalten sich ab und wir müssen wie von Sinnen zu zwei Computern flitzen, um dort die Energiezufuhr einzuschalten. Das ist nett, aber auf Dauer zu wenig. Überraschende Mini-Bosse, optionale Herausforderungen oder Räume mit besonderen Eigenschaften haben wir so gut wie gar nicht erlebt. Da sollten die Entwickler ruhig noch etwas nachliefern!

Spaßige Action ohne Tiefgang

In Dungeon of the Endless haben eure Helden noch automatisch gekämpft, doch damit ist nun Schluss: In Endless Dungeon kontrolliert ihr eure Charaktere selbst und ballert die Feinde wie in einem typischen Twin-Stick-Shooter von der Bildfläche. Auch wenn Amplitude in dem Genre neu ist, spielt sich die Action überraschend gut und präzise. Auch die Waffenauswahl geht fürs Erste in Ordnung, es gibt verschiedene Pistolen, Gewehre, Raketenwerfer und anderes Zeug in unterschiedlichen Qualitätsstufen. Die Wummen machen Spaß und hauen ordentlich rein, allerdings haben die Entwickler etwas bei den Zerstörungs- und Physikeffekte gespart. Dass wir gerade 30 Alien-Viecher in Fetzen geschossen haben, sieht man dem Level beispielsweise nicht an. Für etwas mehr Dynamik in Kämpfen hätten wir uns außerdem noch eine Ausweichbewegung gewünscht, doch letztendlich bleibt es beim Laufen und Schießen.

Die Bosse sind nett in Szene gesetzt und verlangen immer nach einer besonderen Taktik. Quelle: Amplitude Studios Das Problem: Genau wie bei den passiven Upgrades fehlt es vor allem den Waffen an interessanten Affixen oder Modifikatoren. Selbst seltene Knarren bieten im Grunde nur bessere Werte, aber leider keine coolen Bonuseigenschaften, die auch mal einen übertrieben starken Build ermöglichen würden. In diesem Punkt ist Endless Dungeon noch ausbaufähig.

Erkunden, kämpfen, sterben

Die acht Helden unterscheiden sich in erster Linie in ihren Grundwerten: Manche können stärker austeilen, andere dafür mehr einstecken. Einige sind auch besonders gut darin, beschädigte Geschütze zu reparieren oder zu verbessern - eure Türme sammeln nämlich Erfahrungspunkte und lassen sich dann einmal aufwerten. Doch unterm Strich ist das Spielgefühl aller Helden recht ähnlich, einzig ihre Bonusfähigkeiten unterscheiden sich deutlich: Jede Spielfigur besitzt zwei Spezialkräfte, die sich mit Zeit aufladen, dann könnt ihr dann zum Beispiel Minen legen, Gegner betäuben, eine Explosionswelle auslösen oder die Party mit einem Tempo-Buff stärken. Das ist zwar alles nützlich und hübsch in Szene gesetzt, doch ihr ahnt es bestimmt schon: So richtig interessante Upgrades für diese Skills gibt es ebenfalls nicht, auch daraus hätte man also mehr machen können.

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