Elex-Lesertest: Kritik an der Technik, Lob fürs Jetpack
Haben die Leser beim Elex-Spielen auch Kritkpunkte ausgemacht? Seite 2 der Sneak Peek nimmt Stellung zu Technikmacken und kleinen Designfehlern des Rollenspiels.
Elex Sneak Peek: Kleine Technik-Ärgernisse
"Ich habe mir da dieses coole Schwert geklaut", erzählt uns der Nürnberger Patrick stolz. Und fügt dann enttäuscht hinzu: "Aber jetzt kann ich es nicht benutzen!" Kein Wunder: Patricks Avatar fehlen die nötigen Stärke- und Geschicklichkeitspunkte; beim Levelaufstieg darf der Spieler zehn Pünktchen auf die insgesamt fünf Attribute verteilen. Diese wiederum bedingen, welche Fähigkeiten Jax bei in der Spielwelt verstreuten Lehrern gegen Geld steigern darf. "Das System finde ich ich okay", meint Michael.
Für ihn ist vieles an Elex neu, aus Zeitmangel hat er immer noch nicht Risen 2 und 3 gespielt. "Die liegen noch auf dem Stapel", erklärt der 41-Jährige, der sich vor acht Jahren schon mal (erfolglos) für eine Sneak Peek bei uns beworben hat - für das erste Risen. An Elex gestört hat ihn vor allem eines: Der konstante Wind im Spiel bewegt die Blätter von Büschen und Bäumen. Eigentlich ein Atmosphäre-Bonus, doch aufgrund der beschränkten Animationsstufen geht Michael das ständige Zuckeln und Ruckeln schon bald auf die Nerven; besonders wenn die Bäume in den Gesprächen Schatten auf die Gesichter von Charakteren werfen. "Das verursacht epileptische Anfälle", meint der Reiseleiter nur halb im Scherz. "Es wäre schön, wenn man den Wind ausschalten könnte."
Quelle: PC Games
Bei gezückter Fernkampfwaffe wechselt das Jetpack in den Schwebemodus. Perfekt zum Abknallen lästiger Viecher!
Nicht allein ist Michael zudem mit seiner Kritik am Überstrahleffekt: Wenn der Spieler in Elex am hellichten Tag ein Haus betritt, wird das Bild für mehrere Sekunden fast komplett schwarz - selbst mit einer Fackel sieht man dann so gut wie nichts von der Innenausstattung. Das soll das Verhalten des menschlichen Auges simulieren, das sich an unterschiedliche Lichtverhältnisse erst anpassen muss. Im Spielbetrieb empfanden aber alle Leser diese aufgezwungene Wartezeit als nervig.
Davon abgesehen finden die Sneak-Peek-Teilnehmer aber zumeist lobende Worte für die Technik von Elex. Die im Vorfeld kritisierten Animationen stören keinen der vier Leser nachhaltig, auch wenn die Grafik "nicht total up to date" ist, wie Michael anmerkt. Dafür ist der aus Polen angereiste Reiseleiter von den Gesichtern und ihren natürlichen Hauttönen begeistert. "Das ist eine große Verbesserung im Vergleich zur Gothic-Serie." Patrick hat derweil die Supersampling-Option entdeckt: Auf Wunsch wird Elex mit bis zu 200 % der in der eingestellten Auflösung verwendeten Pixel gerendert, was für ein deutlich glatteres, schöneres Bild sorgt. Allerdings bricht auf unserem Testrechner mit Geforce GTX 980 Ti dann auch die zuvor bombenfeste Framerate von 60 Bildern pro Sekunde auf 27 Fps ein. Besitzer eines High-End-PCs können so die Optik des Rollenspiels verbessern; für den Großteil der Spieler wollen Designer Björn Pankratz und Kollegen die Systemanforderungen aber gering halten. Elex soll auch auf älteren Rechnern flüssig laufen, das Grafikmenü bietet dafür viele Einstellungsmöglichkeiten.An das Kampfsystem musste ich mich erst gewöhnen.
Dominic über die Anfangsphase
Quelle: PC Games
Frederik Jirmann hat von allen Teilnehmern das meiste von Elex gesehen, was reine Quadratmeterfläche angeht.
Für Frederik ist es nebensächlich, dass nicht jede einzelne Textur gestochen scharf daher kommt - "der Look muss aus einem Guss sein", findet der 31-Jährige aus dem Chiemgau. Und wenn Elex in einem punkten kann, dann ist das ganz sicher die Natürlichkeit der Spielwelt, bei der man sich stets fragt, was wohl hinter der nächsten Bergkuppe auf einen wartet, und wo ein kurzer Abstecher zu einer verlassenen Tankstation zu einem mehrstündigen Abenteuer werden kann, von dem man seinen Freunden erzählt. So loben dann auch alle Leser die Atmosphäre - der ungewöhnliche Szenario-Mix aus Fantasy- und Science-Fiction-Elementen kommt gut an. "Das passt besser zusammen, als ich dachte", gibt Frederik zu. "Fühlt sich gut an!" Und Dominic gibt trotz ungewohntem Szenario Entwarnung für langjährige Fans: Elex unterscheide sich im Grunde nicht so stark von Gothic und Risen, besonders nicht in Sachen Humor. "Das gefällt mir auch sehr an Piranha Bytes."
Elex' beste Neuerung: Zum Abheben
Den größten Eindruck schindet während der Sneak Peek aber ein anderes Feature. "Am meisten hat mir das Jetpack gefallen", vertraut uns Patrick an. Der Student findet es "besonders faszinierend, dass es sich in den Kampf einbauen lässt". Egal ob man im Schwebemodus Pfeile und Lasersalven auf die Feinde herabregnen lässt oder per Sprungangriff aus großer Höhe mit gezücktem Schwert zu Boden stürzt und den Widersachern so die Lebensenergie entzieht: Das Jetpack ist im Gefecht extrem nützlich. Doch nicht nur da.
Michael nennt als einen seiner Höhepunkte aus der fünfstündigen Anspielsitzung den Moment, als er das Jetpack das erste Mal benutzt hat. "Als ich von einer großen Höhe gefallen bin, dachte ich schon: 'Oh, jetzt bin ich tot!' Doch dann bin ich zufällig auf die Leertaste gekommen und auf einmal geht das Jetpack an und man überlebt so einen Sturz, den man sonst nicht überlebt hat in den Piranha-Bytes-Spielen. Das ist schon mal sehr gut." Die Möglichkeit, eventuellen Fallschaden durch einen kurzen Boost zu vermeiden, ist ebenso wertvoll wie die Fähigkeit, steile Felswände in Sekundenschnelle zu überwinden.
Quelle: PC Games
Dominic Kowalski erfuhr erst am Abend vor der PC Games Sneak Peek zu Elex von seinem Glück; eine Bewerberin war kurzfristig abgesprungen.
Dabei passt die Balance: Die Jetpack-Energie ist nach einigen Augenblicken aufgebraucht und muss sich erst wieder aufladen; wer den Boost sparsam dosiert, legt längere Strecken in der Luft zurück. Sehr nützlich! Auch für Dominic ist die Sache klar: "Am besten hat mir das Jetpack gefallen. Das war etwas völlig Neues für mich." Doch Obacht: Der Raketenrucksack von Elex ist kein Gottmodus, viele Gegner besitzen einen alternativen Fernkampfangriff. Mehr als einmal erwischen die von Mutanten geschleuderten Plasmabälle und von Banditen abgeschossenen Armbrustbolzen unsere Leser im Flug und provozieren den ein oder anderen (gutmütigen) Fluch.
Als Michael auf eine Gruppe Wegelagerer trifft, entscheidet er sich deshalb gegen einen direkten Angriff: Einmal angelockt, verfolgen die Banditen seinen Charakter hartnäckig. Mit dem Jetpack fliegt er ein paar Meter weiter zu einem riesigen Troll. Der Unhold soll für Michael die Drecksarbeit erledigen - und die künstliche Intelligenz enttäuscht nicht. Die zueinander gelockten Widersacher gehen aufeinander los und Michael schaut zu, wie die Banditen in kürzester Zeit von den Fäusten des Trolls in den Boden gerammt werden. Anschließend durchsucht er die Leichen nach wertvoller Ausrüstung - das Manöver hat sich gelohnt. Elex-Designer Björn Pankratz sieht solche Szenen gerne, kehren sie doch die Stärken des Open-World-Rollenspiels heraus.So viele Frauen bin ich
gar nicht gewohnt!
Patrick Seitz über die NPCs
Elex ist eine große Sandbox, Spieler können von Anfang an alle Winkel der Spielwelt bereisen. Es gibt keine künstlichen Grenzen, nur die Gegnerstärke schränkt das Vorankommen ein. Dieses Konzept wird von allen Lesern begrüßt, auch wenn es so manchen überflüssigen Bildschirmtod zur Folge hat, weil man sich aus Versehen in ein Gebiet gewagt hat, für das man noch nicht die richtige Charakterstufe besitzt. Aber gerade diese fehlende Bevormundung dürfte so manchen Spieler faszinieren, der vom in vielen AAA-Titeln allgegenwärtigen Händchenhalten erschöpft ist.
Dabei enthält Elex durchaus Komfortfunktionen und Interface-Erleichterungen wie ein Radar, Quest-Markierungen auf der Karte oder Einblendungen bei für den Story-Ausgang wichtigen Entscheidungsmomenten. Allerdings sind diese komplett optional und lassen sich im Hauptmenü jederzeit abschalten, wovon einige der Sneak-Peek-Teilnehmer Gebrauch machen - genauso wie von der Möglichkeit, den Schwierigkeitsgrad im laufenden Spiel zu senken, wenn der begrenzte Ausdauervorrat und die Aggressivität der Gegner doch einmal zu anspruchsvoll werden. Selbst die Schwierigkeit von (nicht störenden) Minispielen beim Hacken und Schlösserknacken können sie so variieren. Es lässt sich gar das Intervall bestimmen, in dem automatische Spielstände angelegt werden; aber die PC-Games-Leser hauen ohnehin regelmäßig auf die F5-Taste. "Quicksave ist Rollenspiel-Usus", kommentiert Patrick.

Ansonsten würde ich auch immer gog.com den Vorzug geben, immer!
Ansonsten würde ich auch immer gog.com den Vorzug geben, immer!
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