Wir würden Elden Ring: Nightreign so gerne noch mehr lieben, aber es hasst uns einfach zu sehr - XXL-Test!

3
Test Stefan Wilhelm - Redakteur Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Wir würden Elden Ring: Nightreign so gerne noch mehr lieben, aber es hasst uns einfach zu sehr - XXL-Test!
Quelle: From Software

Alles gleich, alles anders: Statt eines Open-World-Rollenspiels ist das neue Elden Ring ein Koop-Roguelite mit Battle-Royale-Elementen - und obwohl das Spielprinzip klasse funktioniert, hat es aktuell mit gravierenden Problemen zu kämpfen.

Vor allem im eingespielten Dreierteam werdet ihr irgendwann nur so über die Karte fliegen und koordiniert alles platthauen, was euch vor die Füße kommt. Da wagt ihr es dann auch mal, euch aufzuteilen, um in der gleichen Zeit noch mehr Runen und Loot einzusacken. Selbst ein kurzer Trip in den Feuerkreis kann sich lohnen, wenn ihr schnell genug erledigen könnt, was ihr euch vorgenommen habt.

Mit dem einfachen Ping-System klappt auch die Kommunikation mit zufälligen Mitspielern gut genug, wegen des hohen Schwierigkeitsgrades und der nötigen Planung würden wir euch aber trotzdem empfehlen, in einem festen Team mit Voicechat loszuziehen.

Innerhalb der Runs gelingt dem Spiel ein fabelhaftes Fortschrittsgefühl. Stufenaufstiege und besseres Equipment sind deutlich spürbar, und ihr habt immer den nächsten starken Feind vor der Nase, an dem ihr euch versuchen dürft.

Das fühlt sich dann wirklich an wie eine extrem beschleunigte, aber nicht minder motivierende Version eines Elden-Ring-Durchgangs. Der Roguelite-Faktor zündet außerdem besonders gut, wenn euch das Spiel mächtige Waffen mit mehreren Statuseffekten zusammenwürfelt oder wenn es Locations, die ihr immer mitnehmen müsst, besonders günstig zusammenlegt.

Und auch wenn der Feuerring für unseren Geschmack etwas zu schnell die Map einschränkt, so zwingt er euch doch auch immer wieder dazu, mittendrin die Planung anzupassen. Sowas kann im kompletten Desaster enden, aber eben auch in noch viel mächtigeren Charakteren, was die Spannung über viele dutzend Runs aufrechterhält.

Einer der großen Bosse aus Nightreign Quelle: From Software Die besonderen Welt-Events tun ihr Übriges: Hier und da erscheinen spezielle Zonen auf der Karte, die mit großen Gefahren, aber auch nützlichen Belohnungen aufwarten, wenn ihr sie absolviert. Und auch wenn die Power-Ups für den Abschluss nicht bei jedem Charakter und Nachtfürsten gleich gut zünden, so findet ihr dort stets viele Bosse auf einem Fleck.

Perfekt für geübte Spieler, um sich in kurzer Zeit hochzuleveln. Hier würden wir uns allerdings noch eine verlässlichere Methode wünschen, um diese Events spawnen zu lassen oder durchzurotieren - beim ersten Durchgang bekommt ihr nämlich offenbar nur begrenzt viele Chancen, sie mitzunehmen.

Außerdem kann der Zufallsfaktor ein richtiges Biest sein. Bei den sogenannten Raubzügen erscheint meistens einer der Nachtfürsten zufällig in eurem Spiel und traktiert euch mit verschiedenen Mechaniken. Ignorieren könnt ihr die kaum - da ist es natürlich doppelt nervig, wenn der Ort, an den ihr müsst, um sie wieder loszuwerden, im Feuer spawnt.

Die Kehrseite der Medaille sind die mächtigen Boni, die ihr freischaltet, wenn ihr die Raubzüge abschließt, und zumindest in unseren Runden wurden wir nie vor unlösbare Herausforderungen gestellt.

... dann zu Tode betrübt

Wäre das alles, dann könnten wir nun schreiben, dass Nightreign eine tolle, frische Methode ist, um noch mehr Zeit im Elden-Ring-Kosmos zu verbringen und dass die Zufallselemente für Abwechslung sorgen. Volle Empfehlung für alle experimentierfreudigen Elden-Ring-Spieler also - aber leider wären da noch zwei Punkte. Erst einmal gipfelt jede Runde in einem ganz neuen, für drei Spieler designten Bosskampf, der die vorherige Planung auf die Probe stellt.

Und außerdem sollte ein solches Spiel auch eine gute Meta-Progression auf die Beine stellen, also uns immer wieder mit permanent freischaltbaren Boni belohnen, um langfristig motivierend zu sein. Und diese beiden Aspekte hat From Software leider ziemlich vermasselt - aber, und das ist der entscheidende Punkt: Es wäre auch nicht schwer, sie zu fixen.

Die Nachtfürsten, und damit die eigentlichen Highlights jeder Runde, sind mit dem aktuellen Balancing viel zu oft totale Spaßbremsen. Obwohl sie alle unterschiedlich aussehen, anders kämpfen und viele Schauwerte bieten, so teilen sie sich doch durch die Bank die gleichen Schwächen.

Ein weiterer Boss aus Nightreign Quelle: From Software Einerseits sind sie, vor allem im Dreierteam, mit absurden Lebensleisten und Resistenzen ausgestattet - nach dem Network Test im Februar ist From Software offenbar auf den Reglern ausgerutscht. Die Builds, die ihr euch vorher mühsam und mit guter Planung zusammengestellt habt, verpuffen dadurch in den allermeisten Fällen im Nichts.

Egal, ob ihr nur mit Stufe 12 oder mit dem Maximallevel von 15 die Arena betretet, ob ihr Statuseffekte auslösen, Haltungen brechen oder die speziellen Elementschwächen des Bosses ausnutzen wollt: Ihr werdet in wahnsinnig zähen Ausdauerkämpfen landen, ihr werdet kaum Schaden anrichten und ihr werdet meistens nach zwei, drei Angriffen tot auf dem Boden liegen.

Und selbst das wäre gerade noch verschmerzbar, wenn die Viecher nicht auch noch permanent vor euch weglaufen, wegfliegen oder sich durch die Gegend teleportieren würden. Das mündet alles in einem unbefriedigenden Kampfgefühl, bei dem ihr ständig dem Boss hinterherhechelt, um hoffentlich mal eine Attacke zu landen, und die trifft dann mit der Wucht einer zu lang gekochten Nudel. Die Eldenbestie lässt grüßen.

3
    • Kommentare (3)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Weedotastisch Gelegenheitsspieler/in
        Irgendwie wollt ich mal die Vorgänger nachholen. Da kommen soviel Spiele immer raus, daß der Stapel nicht weniger wird. Und das bei einem Vielspieler, da geht ja bei normalen Leuten noch viel weniger.

        Aber schauen ja lustig aus, die Souls Spiele.
      • Von Weedotastisch Gelegenheitsspieler/in
        Irgendwie wollt ich mal die Vorgänger nachholen. Da kommen soviel Spiele immer raus, daß der Stapel nicht weniger wird. Und das bei einem Vielspieler, da geht ja bei normalen Leuten noch viel weniger.

        Aber schauen ja lustig aus, die Souls Spiele.
      • Von Fireball8 Spiele-Enthusiast/in
        Erstmal danke für den Test!

        Die Kritikpunkte lesen sich aber irgendwie erstmal so, als wären es die normalen Features eines Rogue-Lites :B
        Mich würde dazu interessieren, wie viele Stunden ihr vor dem Test gespielt habt und wie sich die Meta-Progression im Vergleich zu einem Hades oder Dead Cells verhält. Ich will ja nicht in der Lage sein in den ersten 10 Stunden easy peasy den Endboss legen zu können - außer ich habe wirklich richtig Glück gehabt und einen hammer Build zusammenstellen können.

        Genauso will ich ja auch nicht in den ersten Kämpfen gegen die Bosse schon jeden Move raffen und den entsprechenden Konter dazu erlernen. Das ist doch der (masochistische) Reiz an Rogue-Lites/Likes, die ersten Stunden komplett auf's Maul zu bekommen, bis es dann irgendwann Klick macht, weil man die Bosse oft genug gesehen hat - auch wenn die Kämpfe dann teilweise in Sekunden vorbei waren.

        Es gehört bei dem Genre einfach für mich dazu, dass die Runs dann damit enden, dass der Endboss oder auch schon Zwischenbosse, nicht gelegt werden. Egal wie lang der Run bis dahin schon lief und egal wie mächtig ich mich bis dahin gefühlt habe.

        Wie gesagt, so 'nen Vergleich mit anderen Genre-Vertretern würde mich echt interessieren, sofern er denn möglich ist :)

        Aber gut, das muss ich dann wohl irgendwann selber herausfinden, wenn ich mal wieder genug Zeit habe, um sie mit meinem Kumpel in das Game zu stecken. Vielleicht ist bis dahin dann ja auch schon der 2-Spieler-Modus da.
      • Von Gast1754039402 Mitglied
        Tja, nee.
        Dieses Mal lässt mich ein FromSoftware Spiel mal wirklich völlig kalt und irgendwie bin ich auch völlig übersättigt mit Soulslikes.
        Aber wünsche allen die es spielen viel Spaß.
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 07/2026 PCGH Magazin 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 07/2026 Linux Magazin 07/2026 LinuxUser 07/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk