El Paso, Elsewhere im Test: Max Payne - Vampirjäger - Seite 2
El Paso, Elsewhere ist ein stylisher Third-Person-Retro-Shooter, in dem wir in bester Max-Payne-Manier gegen die Schergen unserer Ex-Freundin, der Vampirherrscherin Draculae bestehen müssen. Angetrieben von Hip-Hop-Beats und verschreibungspflichtigen Drogen ballern wir uns durch 50 Levels, bis wir der Schurkin gegenüberstehen.
Persönliche Noten wie diese verleihen dem Spiel einen charmanten DIY-Charakter, den wir so niemals in einem großen Studio-Titel finden würden. Auch, dass sämtliche Räume kein Dach mehr haben, schreit nach einer Designentscheidung, die früh getroffen wurde, um zu jeder Zeit die Übersicht über das Geschehen behalten zu können, ohne sich über die Kameraposition Gedanken machen zu müssen. Das erlaubt dem Team von Strange Scaffold aber gleichzeitig, das Setting um einiges einzigartiger zu gestalten. So erstreckt sich um die Areale herum ein schwarzer Himmel, der von leuchtenden Mustern durchzogen ist und einfach verdammt cool aussieht. Dass wir in manchen Gebieten aufs Mobiliar hüpfen und über die Wände in die umliegenden Räume blicken können wie ein perverser Spanner auf einer öffentlichen Toilette, mag uns hin und wieder einen kleinen Vorteil verschaffen, bricht aber keinesfalls das Spiel.
Der Schwierigkeitsgrad ist fix und über weite Strecken recht einfach gehalten, auch wenn manche Räume durchaus etwas unfair sein können. Wer schon mal ein Actionspiel gespielt hat, sollte aber eigentlich keine allzu großen Probleme haben, irgendwann das Ende zu erreichen. Falls doch, können im Menü auch Anpassungen vorgenommen werden, die uns zum Beispiel unendlich Munition verleihen oder die Wirkung von Painkillern erhöhen oder verringern. Dieses Feintuning erinnert an Spielereien, die man eher von einem New Game Plus Modus erwarten würde als von Standardoptionen, weshalb wir den meisten Leuten dazu raten würden, es im ersten Spieldurchgang vorerst links liegen zu lassen.
Quelle: PC Games
Nach ungefähr acht Stunden läuft dann auch schon der Abspann über den Bildschirm. Das mag kurz sein, ist aber für einen Shooter dieser Art genau richtig. Bei den 50 spielbaren Levels wiederholen sich eh irgendwann nur noch die Gegnertypen und Umgebungen, was bei längerer Spielzeit deutlich zu repetitiv geworden wäre.
Das Finale ist etwas abrupt und hätte einen etwas längeren Epilog vertragen können, das ist aber Geschmacksache und kein Kritikpunkt. Insgesamt sind wir von der entschlackten Inszenierung, die die Zeit des Publikums respektiert, wirklich angetan.
Obligatorisches Meckern
Ein paar tatsächliche Probleme haben wir dann aber doch noch mit El Paso, Elsewhere: So gibt es allem voran ein paar ärgerliche Bugs, die es teilweise unmöglich machten, weiterzuspielen. Einmal konnten wir beispielsweise unsere Waffen nicht mehr ziehen und auch keine Sprünge mehr ausführen, ein andermal wurde der Bildschirm durch einen Grafik-Glitch in Schwarz getaucht. Bei letzterem dachten wir erst, es handle sich um ein geskriptetes Ereignis, nur um dann festzustellen, dass wir das Spiel tatsächlich neu laden mussten, um das Bild wieder zu sehen. Zum Glück ließen sich diese Fehler mit dem Laden des letzten Kontrollpunktes beheben. Diese sind erfreulicherweise auch äußerst großzügig gesetzt, jedoch auch nicht ganz ohne ihre eigenen Macken.
Quelle: PC Games
So wird immer dann automatisch gespeichert, wenn wir zum ersten Mal ein bestimmtes Gebiet betreten, wobei wirklich alles von der Platzierung der Gegner bis hin zu unserer Lebensanzeige und unserem Inventar exakt so festgehalten wird. Das bedeutet, dass, wenn wir von Gegnern umringt die Flucht nach vorne antreten oder mit niedriger Gesundheit in ein Gebiet marschieren, nur um kurz nach dem Speichern von einem Monster niedergestreckt zu werden, nicht mehr zu einem früheren Punkt im Spiel zurückkehren können. Stattdessen starten wir fortan jedes Mal am letzten Speicherpunkt und haben, wenn's blöd kommt, nur eine Sekunde oder weniger Zeit, um irgendwie lebendig aus der Situation herauszukommen. Das erschuf in unserem Spieldurchlauf zwar zumindest auch ein paar spannende Herausforderungen, ab und zu mussten wir aber auch das gesamte Level neu starten, weil unser Speicherpunkt komplett unbrauchbar geworden war. Hier war Strange Scaffold vielleicht doch einen Tick zu altbacken unterwegs. Durch das Implementieren einer Quicksave- oder zumindest irgendeiner manuellen Speicherfunktion, die es in Max Payne ja auch gab, wäre dieses Problem aber leicht zu beheben.
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Der geringe Umfang und die in der zweiten Hälfte nachlassende Abwechslung hinsichtlich Gegner- und Leveldesign ist zu verkraften, mehr wäre aber sicherlich möglich gewesen.
Im Bereich der nervigen Kleinigkeiten stören uns dann noch die Untertitel, die sich bei jeder Cutscene erneut aktivieren und währenddessen manuell durch Drücken der Pause-Taste ausgeschaltet werden müssen. Warum gibt es hierfür nicht einfach eine Option im Menü? Untertitel sind jetzt zwar nicht so wahnsinnig störend, aber wenn es schon eine Möglichkeit zum Umschalten gibt, sollte die nicht so frustrierend umständlich zu nutzen sein.
Auch bei der Steuerungsanpassung stießen wir auf eine kleine Hürde, die mit einem Patch aber sicherlich korrigiert werden kann. So wollten wir die Tastenbelegung bei zwei verschiedenen Aktionen ändern, das sorgte jedoch dafür, dass beide Aktionen gleichzeitig ausgeführt wurden. Ein andermal stellte sich die Steuerung auch nach einer Zeit wieder zurück in die Standardeinstellung, mit der wir uns dann begnügten.
Fazit
El Paso, Elsewhere beweist, dass durchaus Wert darin liegt, alte Spielideen erneut aufzugreifen, auch ohne die Mechaniken groß zu modernisieren. Old-School-Max-Payne-Gameplay macht auch heute noch großen Spaß und der Wechsel von Pushern und Mafiosi zu Werwölfen und Vampiren sorgt dafür, dass der Titel sich nicht anfühlt wie ein blasser Abklatsch. Stattdessen punktet er durch eigene Schnörkel bei Setting, Story und Präsentation. Die Tatsache, dass wir uns dennoch ein wenig mehr von dem Spiel gewünscht hätten, spricht eigentlich auch dafür, dass das, was bereits vorhanden ist, einen Nerv getroffen hat, der schon viel zu lange nicht mehr ordentlich massiert wurde.
El Paso, Elsewhere ist seit dem 26. September 2023 auf Steam für anfangs 22,45 Euro und auf Xbox Series X|S und Xbox One für 19,99 Euro erhältlich. Eine Version für Playstation-Konsolen oder Nintendo Switch wurde bisher nicht angekündigt. Die USK hat dem Spiel eine Freigabe ab 18 Jahren erteilt.

Schade, dass das (soweit ich weiß zumindest) kein Spiel seitdem wieder so hinbekommen hat. Das war auch, was mich an MP3 am meisten gestört hat.
Werde hier dennoch mal reinschauen, klingt trotzdem sehr spannend.
wäre da nur nicht die optik: wirkt teilweise ja wirklich cool und stylisch, überwiegend aber leider einfach nur kackhässlich. :S