El Matador
Außerdem ballern die Schergen der Drogenbosse durch jede noch so kleine Pixellücke. Gerade in späteren Missionen treffen die Gegner höllisch gut und sorgen für jede Menge Frustmomente. Erschwert wird das Vorankommen dadurch, dass die Gegner Sie mit einem einzigen Kopftreffer ins Jenseits befördern können. Manche Räume betreten Sie - und sterben einen Augenblick später, ohne den Feind überhaupt gesichtet zu haben. Auf diese Weise geraten manche Levels trotz Schnellspeichertaste zur reinen Geduldsprobe. Selbst die Zeitlupenfunktion hilft Ihnen dabei wenig, da Sie ankommende Projektile nicht wie bei Max Payne 2 sehen und dementsprechend auch nicht ausweichen können.
Alle paar Spielabschnitte treffen Sie außerdem auf Gangsterbosse, eine Art Endgegner. Die haben eine Lebensanzeige, die Sie erst einmal runterballern müssen. Allerdings verhalten sich die Fieslinge kaum schlauer als die Kanonenfutter-Untertanen. Einzig die derben Sprüche, die sie Ihnen um die Ohren hauen, sorgen für Abwechslung. Da wäre mehr möglich gewesen.
... was glänzt
El Matador sieht fantastisch aus. Die selbst entwickelte Grafik-Engine der tschechischen Entwickler schafft es, beeindruckende Innenlevels genauso realistisch darzustellen wie detaillierte Außenbereiche. Die sind besonders hübsch geworden. Einen Abschnitt lang schießen Sie sich zum Beispiel durch dichten Dschungel oder über eine an Far Cry erinnernde Insel - die sehenswerten Lichteffekte sorgen für Südsee-Stimmung, Bäume und Sträucher werfen realistische Schatten auf Umgebung und Spielfiguren.
In Gefechten ist eine nette Physik-Engine im Einsatz, die Gegenstände effektvoll durch die Luft wirbelt. Zwar ist nicht alles im Spiel zerstörbar, trotzdem zerbröseln Säulen im Matrix-Stil, Fässer explodieren und Kisten purzeln bei Beschuss durch die Gegend. El Matador zählt damit zu den grafischen Highlights des Jahres. Durch die Zensur sind allerdings die blutigen Effekte der ursprünglichen Version entfernt worden. Daher raten Sie meist, ob Sie einen Gegner überhaupt getroffen haben, bis er schließlich umfällt.
Filmreif
Die Geschichte um Drogen, Macht und Verrat wird in gut gemachten Cutscenes in Spielgrafik erzählt. Die fließen nahtlos ins Spielgeschehen ein und sorgen für Glaubwürdigkeit der Charaktere. Held Corbet wird übrigens von der deutschen Synchronstimme Kiefer Sutherlands (TV-Serie 24) gesprochen. Die actionreiche Story überrascht dabei mit der einen oder anderen Wendung. Welches Spiel der zwielichtige Corbet wirklich spielt und welche Rolle seine Kollegen einnehmen, erfahren Sie erst ganz am Schluss.
Waffennrarr
Wie schon erwähnt, stopft sich der Matador jede Menge Schießprügel ins Inventar. Die Auswahl reicht dabei von Pistolen über Schrotflinten, leichten und schweren Maschinengewehren bis hin zu Scharfschützengewehren. Manche Modelle, etwa leichte Maschinenpistolen, trägt Corbet in doppelter Ausführung, um beim Gefecht mit zwei Waffen gleichzeitig um sich zu ballern. Laut Tutorial ist es in El Matador sogar möglich, Geschosse von Wänden abprallen zu lassen, um so versteckte Gegner zu erledigen.
Das hat sich im Spiel aber als nutzlos herausgestellt, da gar nicht die Zeit bleibt, diese Option zu nutzen. Sehr bemüht wirkt die neue, nicht-tödliche Waffe im Spiel. Die benötigt keine Munition, hinterlässt keine Einschlaglöcher, haut Feinde aber genauso aus den Latschen wie ihre tödlichen Pendants. So rannten wir minutenlang durch ein Level und hielten dabei einfach die Feuertaste gedrückt. Unglaubwürdig, zumal die Waffe durch ihre hohe Schussfrequenz übermächtig wird.
El Matador hält nicht, was die ungekürzte Fassung versprach. Zwar geht die gut inszenierte, aber seichte Story als befriedigend durch und die Grafik ist eine Augenweide, doch verhageln zu viele Schnitzer den erwarteten Ballerspaß. Kurz vor Redaktionschluss hat Frogster einen Patch veröffentlicht, der einige schwere Bugs behoben hat. Das fade Gefühl vergebener Chancen bleibt dennoch.
