25 Jahre Earthworm Jim: Ein Rückblick auf das Jump & Run

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Special Lukas Schmid - Autor Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
25 Jahre Earthworm Jim: Ein Rückblick auf das Jump & Run
Quelle: Shiny

Da ist der Wurm drin: Ein Wirbelloser mit Wunderanzug nimmt in diesem Retro-­Jump& Run das Hüpfspiel-­Genre und dessen Konventionen aufs Korn. Wir blicken zurück!

Earthworm Jim (jetzt kaufen 46,01 € ) ist eigentlich ein Maskottchen wie viele andere in den 1990er-Jahren. Während Acro Bat, Alex Kidd und Co. inzwischen aber größtenteils vergessen sind, hat der spaghettidürre Antiheld auch heute noch eine gewisse Fanbase. Diese ist aktiv genug, dass die Reihe nun sogar eine offizielle Fortsetzung aus den Händen der Macher des Originals erhält, wenn auch vorerst exklusiv für die Konsole Amico. Dabei ist die Earthworm-Jim-Geschichte keineswegs eine durchgehend erfolgreiche. Nach den positiv aufgenommenen ersten beiden Teilen folgten ein ziemlich mieser 3D-Ableger und ein viertes Spiel, mit dem das ursprüngliche Studio nichts mehr zu tun hatte und das bei Spielern und Presse gleichermaßen durchfiel. Danach folgte eine Reihe von Ankündigungen, die aber allesamt niemals Realität wurden.

Aufwurmübung

Aufstieg und Fall - aber was sorgte nun dafür, dass der erste Teil, mit dem alles begann und den wir in diesem Special in den Fokus rücken, auch heute vielen Spielern noch ein Begriff ist? Nun, weil es im Grunde ein Hüpfspiel ist, welches das Jump&Run-Genre und Maskottchen-Abenteuer dekonstruiert und gleichzeitig ein würdiger Vertreter ebenjener Art von Spielen ist. Das Vorgehen ist dabei keineswegs subtil, sondern brachial-derb, das Ergebnis aber wirklich humorvoll, wenn man sich darauf einlässt. Wir übernehmen die Kontrolle über den titelgebenden Wurm Jim - ein ganz gewöhnlicher Vertreter seiner Art, der sich durch einen aus dem Himmel auf ihn fallenden Spezialanzug in einen Superhelden verwandelt. Schon da fängt die gewollte Diskrepanz an, denn auch, wenn er so behandelt wird, ist Jim alles andere als der typische Maskottchen-Held. Er ist unhöflich, aggressiv und ein wenig eklig - ähnlich wie der zu einer ähnlichen Zeit ersonnene Charakter Booger Man, nur halt in diesem Fall in gut.
Ein Wurm im Anzug, viel derber Humor, eine Prinzessin, deren Geschichte etwas weniger harmonisch endet als jene von Peach: Das Spiel ist nicht subtil, aber unterhaltsam. Quelle: Shiny  Ein Wurm im Anzug, viel derber Humor, eine Prinzessin, deren Geschichte etwas weniger harmonisch endet als jene von Peach: Das Spiel ist nicht subtil, aber unterhaltsam.

Hat nicht alle Wurmeln

Das Spiel nimmt sich selbst und seine Handlung zu keinem Zeitpunkt ernst. Die zu errettende Prinzessin, die es natürlich geben muss, wird entsprechend ihrer Funktion als reines Mittel zum Zweck Princess What's-her-name, also Prinzessin Wie-heißt-sie-noch-mal, bezeichnet. Und am Ende der Erzählung erwartet Jim nach erfolger Rettung nicht der erhoffte Kuss, sondern eine rüde Zurückweisung; woraufhin sie von einer vom Himmel plumpsenden Kuh erschlagen wird, die Jim höchstselbst zu Beginn des Abenteuers in luftige Höhen befördert hat. Ja, Earthworm Jim ist seltsam. Passend zur Handlung sind auch die Levels alles andere als Standard. So verschlägt es uns etwa in eine vermüllte Stadt, eine mit Rotz gefüllte Schlucht und eine Unterwasserwelt, in der es ein diabolischer Goldfisch auf uns abgesehen hat.

Wie gesagt, derb, aber passend! Spielerisch wird zwar nichts Außergewöhnliches, aber dennoch hochwertige Kost geboten. Jim kann mit seinem Blaster schießen respektive seinen Kopf wie eine Peitsche benutzen, um Feinden einzuheizen. Zusätzlich kann er springen und sich - ebenfalls mit seinem Kopf - an Gegenständen festhalten, um Sprung- und Geschicklichkeitspassagen zu überwinden. Das ist ab und an recht knifflig, macht dank der abwechslungsreichen Welten aber auch dann Spaß, wenn man sich an einer Stelle eine Weile die Zähne ausbeißt. Zusätzlich erwarten uns immer wieder Spezial­abschnitte, in denen wir etwa einen KI-Begleiter beschützen müssen, sowie am Ende der Levels meist Bosskämpfe.
Earthworm Jim ist kein einfaches Spiel. Um gegen die zahlreichen Gegner zu bestehen, müssen wir geschickt ausweichen und unseren Blaster einsatzbereit haben. Quelle: Shiny  Earthworm Jim ist kein einfaches Spiel. Um gegen die zahlreichen Gegner zu bestehen, müssen wir geschickt ausweichen und unseren Blaster einsatzbereit haben.

Wurmfortsatz

1995 und somit nur ein Jahr nach dem Original folgte die Fortsetzung, 1999 der bisher letzte Titel der Reihe. Allerdings wurden die Spiele immer wieder für aktuellere Konsolen neu aufgelegt, etwa für die Wii. Zudem folgte 2010 ein HD-Remaster für PS3, als DSi-Download und Xbox 360. Anders als viele andere Versionen enthielt diese Fassung nicht nur neue Welten, sondern auch den Level "Intestinal Distress", der dereinst exklusiv Mega-Drive-Besitzern vorbehalten war. Ja, SNES-Spieler mussten nicht nur länger auf das Spiel ­warten, sie wurden auch um Inhalte betrogen! Wie das beim kommenden Spiel aussehen wird? Ob wir jemals mit einer Switch-Umsetzung rechnen können?

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    • Kommentare (9)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von sauerlandboy79 Mitglied
        Ich liebe die ersten beiden Teile, die verdienen unbedingt ein zeitgemäßes Remake.
      • Von sauerlandboy79 Mitglied
        Ich liebe die ersten beiden Teile, die verdienen unbedingt ein zeitgemäßes Remake.
      • Von Schalkmund Nerd
        Zitat von TobiasHartlehnert
        Da lag ich mit meinem Test von Teil 2 damals wohl nicht ganz falsch :)

        Anekdote dazu: Auf der Computer 95 in Köln traf ich Torsten Oppermann, damals Marketing Director von Sega Deutschland (später Gründer der indigo pearl GmbH - wer kennt nicht die tollen Kataloge?), und wohl auch zuständig für die EWJ-PR (Details sind mir entfallen...). Meine Wertung war einige der niedrigsten und das fand er nicht so toll wie er mir in Köln persönlich klar machte ;). Er zeigte uns außerdem eine Preview-Version (?) von Virtua Cop für Saturn, mit der coolen blauen Pistole.

        Mein Aussteller-Ausweis von damals hängt noch immer hinter mir im Büro. Die total vergilbte Plastik-Halterung ist für dieses Foto wegen Altersschwäche in diverse Einzelteile zerfallen lol
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        Na, der Marketing Manager muss ja eine hohe Meinung vom Spiel gehabt haben, wenn ihm eine 76 schon die Laune vermiest. Die Computer 95 sagt mir gerade so gar nichts, auch wenn mir das Logo irgendwie bekannt vorkommt. War das eine wichtige, große Messe die damals regelmäßig stattfand?

        Zitat
        Anekdote 2: Den MAN!AC-Stand teilten wir uns damals mit Chris Huelsbeck, der seine neue CD präsentierte. Dort konnte ich meinem Musik-Idol aus C-64- und Amiga-Zeiten die Hand schütteln. Später saßen wir bei einer Branchen-Party (IIRC war es das Reveal-Event von Dungeon Keeper) sogar am gleichen Tisch :-O. Am Ende verabschiedete ich mich mit den Worten "es war mir eine Ehre" ... :-B
        Der Mann ist ja schließlich auch eine internationale Legende, zumindest für die etwas älteren Spieler, die noch mit dem C64 und Amiga 500 groß geworden sind. :D
      • Von M4GIC Spiele-Novize/Novizin
        Danke für die Anekdoten:)
        Hach hab ich die MAN!AC geliebt! Damals mein Lieblings Magazin und einziger Informant, was die E3 anging ^^
      • Von TobiasHartlehnert Mitglied
        Zitat von Schalkmund
        Ich fand die Earthworm Jim Spiele eigentlich immer schon überbewertet. Ja, sie sahen nett aus, aber besonders Spaß haben sie nie gemacht.
        Da lag ich mit meinem Test von Teil 2 damals wohl nicht ganz falsch :)

        Anekdote dazu: Auf der Computer 95 in Köln traf ich Torsten Oppermann, damals Marketing Director von Sega Deutschland (später Gründer der indigo pearl GmbH - wer kennt nicht die tollen Kataloge?), und wohl auch zuständig für die EWJ-PR (Details sind mir entfallen...). Meine Wertung war einige der niedrigsten und das fand er nicht so toll wie er mir in Köln persönlich klar machte ;). Er zeigte uns außerdem eine Preview-Version (?) von Virtua Cop für Saturn, mit der coolen blauen Pistole.

        Mein Aussteller-Ausweis von damals hängt noch immer hinter mir im Büro. Die total vergilbte Plastik-Halterung ist für dieses Foto wegen Altersschwäche in diverse Einzelteile zerfallen lol
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        Anekdote 2: Den MAN!AC-Stand teilten wir uns damals mit Chris Huelsbeck, der seine neue CD präsentierte. Dort konnte ich meinem Musik-Idol aus C-64- und Amiga-Zeiten die Hand schütteln. Später saßen wir bei einer Branchen-Party (IIRC war es das Reveal-Event von Dungeon Keeper) sogar am gleichen Tisch :-O. Am Ende verabschiedete ich mich mit den Worten "es war mir eine Ehre" ... :-B
      • Von Wut-Gamer Spiele-Kenner/in
        Egal, welche Schicksalsschläge mir noch bevorstehen im Leben, an eine Sache werde ich immer zurückdenken: "Shiny said, I'm the best..."
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