EA Sports FC 26: Ultimate Team & Kritik am System

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Kolumne Tobias Meyer - Redaktionsleiter Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Volta Stadion
Quelle: Electronic Arts

K.-o.-Turniere, Bounties, Tier-System: EA FC 26 überarbeitet FUT - aber der Preis für den Fortschritt ist hoch. Unser Fazit ist klar.

EA Cashcow namens Ultimate Team mal wieder radikal überarbeitet und auch hier einige Features eingestreut, die wir so schon von früher kennen. Ausnahmsweise muss ich hier auch mal vorsichtiges Lob aussprechen. Ein paar Ideen sind tatsächlich gut, auch wenn ich ein paar Hintergedanken vermute.

K.-o.-Turniere und SBCs - Der Weg der Reichen

Fangen wir mal mit den K.-o.-Turnieren an. Die melden sich zurück und kommen direkt mal mit einer Art Squad-Building-Challenge daher. Soll heißen: Man kann an verschiedenen Turnieren teilnehmen, die jeweils über bis zu vier Runden gehen. Verliert man, fliegt man raus. So weit, so gut. ABER jedes Turnier hat Voraussetzungen, die ein Team erfüllen muss - alle Spieler aus der gleichen Liga beispielsweise.

Das mag auf den ersten Blick nicht allzu dramatisch sein. Aber denkt mal an die ganzen SBCs, die locker anfangen, dann aber komplett eskalieren und die Preise am Transfermarkt in die Höhe treiben.

Jamal Musiala im Zweikampf mit Manchester City Spielern Quelle: Electronic Arts Jamal Musiala im Zweikampf mit Manchester City Spielern Ich bin mir recht sicher, dass die entsprechenden Rewards von der Komplexität der Squads abhängig sein werden. Dadurch landen wir wieder beim Prinzip: Wer viel Kohle hat, kann sich die guten Belohnungen sichern.

Immerhin soll sich die Liga nicht mehr allzu sehr nach Grind anfühlen. Bisher war es so, dass nur der Sieg gezählt hat. Mit den sogenannten Bounties gibt es jetzt kleine Aufgaben, die während einer Partie erledigt werden sollen und Extras bringen.

Das sind dann eben Aufgaben wie "Erziele das erste Tor" oder "Behalte eine weiße Weste". Je nach Aufgabe gibt es dann Rivals-Punkte oder auch Packs - ganz egal, ob man gewinnt oder verliert.

Das ist an sich eine nette Idee, könnte aber auch dazu führen, dass manche nur den Aufgaben nachjagen oder einfach herumtrollen. Die Belohnungen scheinen zwar nicht allzu groß zu sein, aber der Verstand mancher meiner Online-Gegner war das in der Vergangenheit auch nicht.

Bounties, Serien und Abstiege - Mehr Dynamik, mehr Frust?

Damit man noch mehr Hass oder Panik schieben kann, sieht man jetzt auch, wenn der Gegenspieler gerade eine Siegesserie hat. Die ist an sich ziemlich praktisch, weil man bei einem Sieg direkt zwei Stufen aufsteigt und doppelte Punkte kassiert. Ich sehe aber schon, dass ich am Ende zu viel Respekt vor diesen Typen habe oder im Gegenteil komplett aggro auf die bin.

Immerhin kann man wieder absteigen. Ja, das ist eine gute Sache! In den letzten Teilen ging es im Grunde nur nach oben. Erst am Ende einer Saison wurde man wieder zurückgesetzt. Jetzt geht es direkt nach unten, wenn man auf einer Stufe zu viele Niederlagen kassiert hat. Man könnte also wieder mit den Gegnern auf einem Niveau sein. Wurde auch Zeit!

Die Schere zwischen Arm und Reich

Andererseits schafft EA mit der neuen Tier 2 Competition eine Schere zwischen den Spielerniveaus. Neben FUT Champions kommt nun Challengers dazu. Champions ist für alle High Skilled Spieler gedacht, also ab Division 5 und höher. Alle anderen toben sich derweil in der Weekend League light aus.

Die Idee ist gut, ich sehe aber die Gefahr, dass die Belohnungen im unteren Segment zu belanglos sind, als dass man sich damit nach oben arbeiten könnte.

Aber hey - immerhin haben wir hier endlich eine Verbindung zum echten Fußball. Du kannst noch so gut sein, wie du möchtest - wenn es an den monetären Mitteln fehlt, wird der Weg nach oben ziemlich hart. Einmal oben angekommen, trifft man dann auf "die Etablierten", die aus den Wettbewerben viel mehr Kohle und Spieler ziehen. Der kleine Kämpfer wird es schwer haben.

Alex Morgan taucht als Ikone auf Quelle: Electronic Arts Alex Morgan taucht als Ikone auf

Gewohnheit statt Spielspaß

Was am Ende bleibt, sind zwei Lager: Die, die das Spiel ohnehin kaufen, weil sie abgesehen von EA FC eh nichts anderes spielen - na ja, vielleicht noch Call of Duty oder GTA Online - und sich nicht eingestehen können, dass sie süchtig sind. Und die, die das Spiel noch holen, um ab und zu mit Freunden oder die Offline-Reste der Karriere zu spielen.

Die "Neuerungen" in EA Sports FC 26 (jetzt kaufen 18,00 € ) klingen eher nach Taktiken eines Straßendealers. Dem Konsumenten wird etwas Neues versprochen, das hinter der Fassade einfach nur dafür sorgt, dass er noch viel abhängiger wird.

Der Karrieremodus bewegt sich immer weiter in eine unattraktive Richtung. Wer Bock auf echtes Management hat, der ist mit dem Football Manager viel besser dran - und was bleibt dann überhaupt noch vom Spiel?

Übrig bleibt ein Modus, der mit Erfolg lockt, solange man am Ball bleibt - und am besten Kohle oder zumindest Zeit investiert. Neue Modi verlangen, dass man neue Teams baut. Wofür man wiederum Geld und Nerven braucht - ein Teufelskreis.

Und das bringt mich zur Frage: Warum kaufen wir den Kram überhaupt noch? Vermutlich ist die Antwort bei den meisten nicht, weil es ein tolles Spiel ist, sondern einfach aus Gewohnheit. Gibt ja nichts anderes, ne?! Für mich wird das Spiel jedenfalls immer unattraktiver, je mehr Fokus auf Ultimate Team gelegt wird. Da spiele ich dann lieber Rematch oder einfach einen alten Teil.

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  1. Seite 1 Seite 1: Hype, Trailer & die Rückkehr der Phrasen
  2. Seite 2 Seite 2: Zwischen Retro-Bugs & Manager-Visionen - Das steckt im Spiel
  3. Seite 3 Seite 3: Ultimate Team & Abrechnung - EA FC 26 im Endspiel
    • Kommentare (14)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Bonkic Mitglied
        die horrenden lizenzzahlungen dürften zumindest auch mit ein grund für das knallharte durchmonetarisieren gerade von sportspielen sein. ich will ea bestimmt nicht in schutz nehmen und fut und co. sind die reine pest, aber nur mit spielverkäufen ist das vermutlich nicht mal mehr rentabel.

        nur 1 beispiel: an die nfl geht derzeit pro jahr wohl so ca. ne viertelmilliarde dollar.
        demgegenüber stehen vielleicht geschätzte 10 mio. verkaufte exemplare pa.
        kann sich jeder selbst ausrechnen, dass das nur mit zusatzmonetarisierung überhaupt noch funktioniert.
        wobei sich lizenzkosten und einnahmen natürlich wiederum gegenseitig bedingen: hat ea einen goldesel gefunden, wollen die lizenzinhaber (verständlicherweise sogar) auch was davon ab haben.

        und so schaukelt sich das munter hoch und wir bekommen jahr für jahr dasselbe spiel mit marginalen änderungen. 🤷‍♂️
      • Von Bonkic Mitglied
        die horrenden lizenzzahlungen dürften zumindest auch mit ein grund für das knallharte durchmonetarisieren gerade von sportspielen sein. ich will ea bestimmt nicht in schutz nehmen und fut und co. sind die reine pest, aber nur mit spielverkäufen ist das vermutlich nicht mal mehr rentabel.

        nur 1 beispiel: an die nfl geht derzeit pro jahr wohl so ca. ne viertelmilliarde dollar.
        demgegenüber stehen vielleicht geschätzte 10 mio. verkaufte exemplare pa.
        kann sich jeder selbst ausrechnen, dass das nur mit zusatzmonetarisierung überhaupt noch funktioniert.
        wobei sich lizenzkosten und einnahmen natürlich wiederum gegenseitig bedingen: hat ea einen goldesel gefunden, wollen die lizenzinhaber (verständlicherweise sogar) auch was davon ab haben.

        und so schaukelt sich das munter hoch und wir bekommen jahr für jahr dasselbe spiel mit marginalen änderungen. 🤷‍♂️
      • Von Paisen Hobby-Spieler/in
        Okay. Danke für die Aufklärung :)

        Ändert am Ende nichts daran, dass sich das Angebot von DAZN für mich deutlich verschlechtert hat.
      • Von McDrake Mitglied
        Zitat von Paisen
        Es ging jahrelang so. Vor dem ganzen Bundesliga-Krempel hat es wohl gut genug funktioniert.
        Nicht ganz...
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
      • Von Bonkic Mitglied
        Zitat von Paisen
        Es ging jahrelang so. Vor dem ganzen Bundesliga-Krempel hat es wohl gut genug funktioniert.
        nee, das hat nie funktioniert. dazn war nie profitabel, sondern hat immer gewaltige verluste verzeichnet.
        ohne den milliardär im hintergrund würde es dazn nicht (mehr) geben.

        das ist aber jetzt auch nicht unüblich, beinahe jeder abo-service in dem bereich agiert so. das ist immer ne wette auf die zukunft. läuft immer und überall auf die ein und selbe weise ab: mit dumping-preisen werden die kunden ins abo gelockt, dann wird an der preisschraube gedreht. das trägt sich dann irgendwann, oder eben nicht.

        natürlich ist das irgendwo ein hausgemachtes problem. denn diese anbieter sind ja (mindestens mit) dran schuld, dass die lizenzkosten für die ligen dermaßen explodiert sind.
      • Von Paisen Hobby-Spieler/in
        Zitat von McDrake
        DAZN hätte mit 10.- nie funktioniert in dem Umfang, den die angeboten haben.
        Der Preis war bewusst für den Kundenfang so niedrieg.
        Es ging jahrelang so. Vor dem ganzen Bundesliga-Krempel hat es wohl gut genug funktioniert.
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