Dying Light: The Beast im Test - Fazit und Wertung
Dying Light: The Beast im Test: Hier hält der Horror ins beschauliche Castor Woods Einzug. Anstelle eines DLCs erwartet euch ein eigenständiges Abenteuer mit Parkour-Gameplay, packenden Kämpfen und den neuen Bestienkräften von Kyle Crane.
Kletterprobleme und lange Wege
In der freien Wildbahn sieht es etwas anders aus. Gerade bei Kletterpartien an Felswänden zeigt Dying Light: The Beast kleinere Schwächen. Bei längeren Kraxeleien kommt es immer wieder zu Kamera- und Navigationsproblemen. Trotz weißer Markierungen ist nicht immer eindeutig, wo wir uns tatsächlich festhalten können.
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Auch das Klettern über Ecken ist mitunter unpräzise. Zudem stößt das Spiel an einige Logikgrenzen: Warum können wir beispielsweise problemlos an Regenrinnen hochsteigen, aber nicht auf Bäume? Bei vielen späteren Umgebungsrätseln - etwa beim Erobern von Sicherheitszonen, die sich auf Antennenmasten befinden - beschränkt sich das Spiel daher eher auf das Suchen nach dem richtigen Weg als auf das freie Erkunden der Möglichkeiten.
Hilfsmittel wie der Kletterhaken, mit dem man sich an Objekten schwingen kann, feiern ebenso ihr Comeback wie Fahrzeuge. Im ganzen Park entdecken wir Jeeps, die wir per Tastendruck kapern können. Allerdings müssen wir sowohl deren Zustand als auch den Füllstand des Tanks im Auge behalten. Ohne Benzin bleiben die Boliden logischerweise stehen und bei zu viel Schaden explodieren sie.
Quelle: Medienagentur plassma / Olaf Bleich
Dynamische Ereignisse lockern das Geschehen innerhalb der Spielwelt auf. So müssen wir beispielsweise immer wieder Überlebende vor Zombies oder den Truppen des Barons schützen.
Letzteres lockt wiederum Zombie-Horden an, was gefährliche Situationen verursachen kann. Wichtig: In Dying Light: The Beast gibt es keine Schnellreisefunktion. Trotz erweiterter Sprintfunktionen und besagter Fahrzeuge sind die Wege mitunter lang. Dies fällt gerade in der zweiten Spielhälfte stärker ins Gewicht, in der uns das Abenteuer oftmals wie bei einer Schnitzeljagd von einem Ort zum nächsten schickt.
Und überall lauert der Zombie
An dieser Stelle sei gesagt, dass Techland mit Castor Woods ein überaus gelungenes und vor allem auch atmosphärisches Szenario auf die Beine gestellt hat. Sowohl visuell als auch akustisch holt man viel aus dem Szenario heraus und so verwandelt sich Dying Light: The Beast zwischendurch vom trashigen Zombie-Metzler zum intensiven Horror-Erlebnis. Bei Nacht oder auch in Innenräumen dröhnen uns dann bei Dunkelheit Schreie und andere Geräusche in die Ohren. Das erzeugt ungemein viel Spannung. Zugleich verändert sich die Spielwelt mit der Zeit. Je mehr der Konflikt mit dem Baron aufbrandet, desto mehr Patrouillen sind auf den Straßen unterwegs. Die Spielwelt von Dying Light: The Beast ist angenehm dynamisch und entwickelt sich ständig weiter. Eingestreute Ereignisse, wie etwa Versorgungskisten oder zu rettende Überlebende, lockern die Reisen von einem Punkt zum nächsten auf.
Auch die Reaktionen der NPCs auf unser Tun sind stimmig. Wenn wir beispielsweise eine Horde Zombies mit einer Granate in die Luft jagen, rückt sofort eine weitere Meute aus der Distanz an. Auch die Truppen des Barons geraten gelegentlich mit den Untoten in Konflikt. Diese Dynamik passt ausgezeichnet.
Das Design der Zombies passt ebenfalls. Neben den 08/15-Zombies treffen wir etwa auf Befallene. Diese sind extrem schnell und verfolgen uns auch tagsüber über weite Distanzen. Besondere Mutationen umfassen etwa auch fette Untote, die auf kurze Distanz explodieren, oder auch Schreihälse, die weitere Zombies anlocken. Das Repertoire der Gegner ist aber dank der menschlichen Widersacher durchaus ansehnlich, auch wenn sich Archetypen aufgrund der häufigen Gefechte natürlich wiederholen.
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Schleichen oder kämpfen?
Das Kampfsystem selbst fußt diesmal stärker auf Schusswaffen wie Pistolen, Sturmgewehren oder Schrotflinten. Munition können wir in liegengebliebenen Militärkonvois finden oder bei Händlern kaufen. An dieser Stelle hätten wir uns noch ein wenig mehr "Basteloptionen" gewünscht. Warum dürfen wir an den Ballermännern nur Modifikationen vornehmen, aber keine weiteren Arbeiten in Form von Griffen, Mündungen oder Visieren? Andere Shooter bieten in diesem Punkt mehr Freiheiten. Die Steuerung der Waffen selbst ist hingegen ordentlich. Zugleich übertreibt es Dying Light: The Beast aber auch nicht mit der Wucht und dem Waffenfeedback. Auch hier geben andere Spiele mehr Gas.
Der Nahkampf und die Animationen bei Treffern gefallen uns dagegen weiterhin gut. Wenn wir mit Baseballschläger, Macheten oder Sensen zuschlagen, dann sind die Auswirkungen spür- und sichtbar: Gegner taumeln, fallen oder verlieren im schlimmsten Fall sogar Gliedmaßen. Klare Sache, Dying Light: The Beast ist erneut kein Kinderspiel. Gewalt und Brutalität gehören hier zum Konzept - sowohl in der etwas formelhaften, aber spannenden Story als auch in den Gefechten. An dieser Stelle sei gesagt, dass zum Zeitpunkt des Tests der PC-Version noch keine Informationen über das Ausmaß der Änderungen der Gewaltdarstellung in der deutschen Version vorlagen.
Quelle: Medienagentur plassma / Olaf Bleich
Der Fähigkeitenbaum ist in vier Bereiche unterteilt. Am spannendsten sind sicherlich die Bestienfertigkeiten. Diese schalten wir im Verlauf der Geschichte durch das Erledigen der Chimären frei.
Die Stealth-Mechanik funktioniert solide, ohne jedoch nennenswert hervorzustechen. In der offenen Spielwelt können wir uns beispielsweise ins hohe Gras oder hinter Bäume ducken, um nicht gesehen zu werden. Sehr gut umgesetzt ist, dass Regen die Sichtweite und die Wahrnehmung von Geräuschen durch die NPCs deutlich reduziert. Als sehr hilfreich erwies sich dabei der Fokusblick, der die Position lebendiger (!) Feinde offenbarte - jedoch nicht die von Untoten. In Innenräumen ist Dunkelheit schließlich unser bester Freund. Für Leisetreter stellt Dying Light: The Beast wieder eine Reihe von Hilfsmitteln bereit. Unser Favorit für Distanzangriffe waren Pfeil und Bogen, darüber hinaus gibt es auch Wurfmesser.
Altbekanntes Crafting
Die Rollenspiel- und Charakteroptionen ähneln stark denen der Vorgänger. Wie bereits erwähnt, schalten wir Bestienfertigkeiten durch das Meistern von Hauptmissionen und das Töten von Chimären frei. Die weiß markierten Charakterfertigkeiten verbessern wir hingegen durch Stufenaufstiege, indem wir Erfahrung sammeln. So weit, so gewöhnlich.
Gleiches gilt auch für die Crafting-Optionen. Grundsätzlich durchforsten wir jede Ecke von Castor Woods. Besonders in den sogenannten Dark Zones - also Mini-Dungeons - finden sich neben fiesen Infizierten auch jede Menge Ressourcen, Ausrüstungsgegenstände und Waffen. Auch The Beast überschüttet uns geradezu mit Rohstoffen, die wir vor allem für Reparaturen, den Bau neuer Waffen und Ausrüstungsgegenstände sowie für Upgrades und Modifikationen benötigen. Und ja, irgendwann spielt es schlicht keine Rolle mehr, was wir da eigentlich aus den Regalen kramen. Es landet einfach alles im Rucksack.
Das Crafting-System erweist sich als handlich: Einfache Verbrauchsgegenstände wie Verbände können wir unterwegs im virtuellen Rucksack basteln. Für neue Schießprügel oder Upgrades müssen wir hingegen Werkbänke in zentralen Schauplätzen wie dem Rathaus oder Cranes Hauptquartier aufsuchen.
Meinung
Dying Light: The Beast erscheint am 18. September für PC, PS5 und Xbox Series X. Versionen für PlayStation 4 und Xbox One sind ebenfalls noch geplant. Transparenzhinweis: Für die Erstellung dieses Artikels wurde uns die Releasefassung zu Dying Light: The Beast durch Publisher Techland zur Verfügung gestellt.
