Dying Light: The Beast im Test - Neuer Zombie-Hit oder aufgemotzter DLC?
Dying Light: The Beast im Test: Hier hält der Horror ins beschauliche Castor Woods Einzug. Anstelle eines DLCs erwartet euch ein eigenständiges Abenteuer mit Parkour-Gameplay, packenden Kämpfen und den neuen Bestienkräften von Kyle Crane.
Die Sonne geht über den Bergen von Castor Woods unter. Eigentlich ein malerischer Anblick. Doch in uns steigt Panik auf. Denn wenn in Dying Light: The Beast die Nacht anbricht, kriechen Zombies und vor allem die blutrünstigen Schattenjäger aus ihren Höhlen. Die Nacht gehört den Toten und wir sollten uns bei Dunkelheit schnellstmöglich in eine der mit UV-Licht versehenen Sicherheitszonen in unser Bettchen zurückziehen.
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Diese Spielmechanik ist Kennern der Dying-Light-Reihe des polnischen Entwicklerstudios Techland bereits vertraut. Das wird aber nicht der einzige Aha-Moment von Dying Light: The Beast sein. Ursprünglich war das Projekt als Erweiterung zu Dying Light 2 geplant. Im Verlauf der Entwicklung avancierte es jedoch zu einem eigenständigen Spiel. Glücklicherweise fühlt sich das Abenteuer zu keiner Sekunde wie ein aufgeblähter DLC an. Während unserer mehr als 30-stündigen Testsession begeisterte Dying Light: The Beast mit intensiven Momenten, gruseligen Schockmomenten und brutalen Kämpfen. Übrigens: Unsere Kollegen von PC Games Hardware nehmen die Technik hinter Dying Light: The Beast ganz genau unter die Lupe!
Vom Labor nach Castor Woods
In den Mittelpunkt des Interesses rückt Kyle Crane, den die Spieler bereits aus dem ersten Dying Light kennen. Der Arme verbrachte die letzten Jahre in einem geheimen Labor in Gefangenschaft. Dort führten Wissenschaftler schmerzhafte Experimente an ihm durch. Denn obwohl Kyle mit dem "Zombie-Virus" infiziert ist, ist er nie mutiert. Die Quacksalber wollten diesen Effekt extrahieren und im Namen des Barons, dem Oberschurken aus Dying Light: The Beast, für den Waffeneinsatz aufbereiten.
Glücklicherweise gelingt Crane zu Beginn des Spiels die Flucht. Kaum ist er frei, sinnt er auf Rache am Baron, doch dafür benötigt er Unterstützung. Diese findet er in der Wissenschaftlerin Olivia und einer kleinen Gruppe von Überlebenden, die sich im Rathaus von Castor Woods verschanzt haben.
In den Hauptmissionen steht vor allem die Jagd auf den Baron und auf Chimären im Mittelpunkt. Denn deren Gene dienen Kyle Crane als "Zombie-Doping". Nachdem wir einen dieser Kolosse gefällt haben, entnehmen wir eine Probe und spritzen sie Kyle. Dadurch werden neue Bestienfertigkeiten aktiviert und der Hauptcharakter gestärkt.
Der Schöne ist das Biest?
In Dying Light: The Beast fungiert Kyles Mutation als Wut-Modus. Das bedeutet: Wenn wir im Kampf Schaden nehmen, selbst austeilen oder in Bedrängnis geraten, füllt sich eine rote Leiste. Ist diese voll, bricht das Biest aus Kyle heraus. In den ersten Spielstunden können wir die Aktivierung des Biest-Modus nicht kontrollieren. Er geschieht einfach. Später schalten wir über den bereits angesprochenen Fähigkeitenbaum ein Talent frei, mit dem wir den Biest-Modus im passenden Moment selbst aktivieren können.
Als Biest ist Kyle Crane stärker, schneller und vor allem widerstandsfähiger. Wir können uns dann problemlos einer Horde Zombies stellen und die Modersäcke in Windeseile auseinandernehmen. Das ist in diesem Fall wörtlich gemeint, denn auch in Dying Light: The Beast wird die Zombie-Gewalt zelebriert. In Auseinandersetzungen fliegen die Körperteile daher im Dutzend billiger durch die Luft.
Quelle: Medienagentur plassma / Olaf Bleich, Techland
Dicker Brocken: Diese Mutationen bewachen nur allzu gerne Relaisstationen und fungieren als Mini-Bosse. Mit ihrem Hammer führen die Monster Wirbelattacken aus, durch die sie Kyle zu Boden schleudern.
Auch wenn wir natürlich einen Wut-Modus schon in vielen anderen Spielen gesehen haben, fügt er sich in Dying Light: The Beast sehr gut ein. Zum einen ist Kyles Mutation der Dreh- und Angelpunkt der Geschichte, zum anderen bringt die Wucht des Biests auch eine taktische Komponente ins Spiel. Denn wann wir das Monster herauslassen, kann über Leben und Tod entscheiden. Diese Neuerung ist aber dennoch kein absoluter Gamechanger.
Leicht ist anders
Dying Light: The Beast richtet sich sowohl an Neueinsteiger als auch an Serienprofis. Techland holt Anfänger mit einem kurzen, aber guten "Was bislang geschah"-Video ab. Das Spiel bietet die drei Schwierigkeitsgrade "Story", "Überleben" und "Brutal", die sich jederzeit anpassen lassen. Die Stufen beeinflussen das Gameplay deutlich. So kostet der Bildschirmtod auf den höheren Levels beispielsweise Erfahrungspunkte und die vorhandenen Ressourcen sind weitaus geringer. Je nach gewähltem Schwierigkeitsgrad ändert sich die Herangehensweise: Im Modus "Story" können wir uns auch mal unkoordiniert in eine Zombie-Horde stürzen und kommen damit durch. Auf "Brutal" hingegen müssen wir häufiger schleichen oder direkte Attacken vermeiden.
Zugleich ist Dying Light: The Beast ein durchaus forderndes Abenteuer. Abseits des Biest-Modus macht es zwar nur wenig anders als seine Vorgänger, punktet aber dennoch mit seinem vielschichtigen Gameplay und der dynamischen Spielwelt. Castor Woods mag zwar kleiner sein als etwa die Karte aus Dying Light 2, bietet aber dennoch eine ganze Menge interessanter Schauplätze und Biome.
Im Zentrum befindet sich die beschauliche Altstadt. In den Straßen wimmelt es vor Zombies, deshalb weichen wir immer wieder auf die Dächer aus. Dank der bewährten Parkour-Mechanik springen wir geschickt von einem Haus zum nächsten, balancieren über Stromleitungen oder ziehen uns an Balkonen empor. Es dauert eine Weile, bis wir die perfekten Routen gefunden haben, doch dann funktioniert das Parkour-Gameplay ausgezeichnet.
