Dragon's Dogma 2 gespielt: Das Kult-RPG kehrt endlich zurück!
Capcom beschert einem seiner größten Kultklassiker endlich den verdienten Nachfolger - und wir haben ihn erstmals gespielt!
Der Erweckte und seine Quassallen
Zum Glück sind wir jederzeit in einem Viererteam unterwegs und können uns auf die tatkräftige Unterstützung unserer Vasallen verlassen, wenn wir selbst mal schwächeln. Nahkämpfer provozieren die Feinde und drücken sie auf den Boden, damit wir leichter draufhauen können, was vor allem bei Goblins hilfreich ist, die vorne einen dicken Schild als Rüstung tragen. Diebe platzieren Fallen und schlagen aus dem Hinterhalt zu. Magier sind besonders praktisch, denn sie erschaffen Heilauren und verzaubern unsere Waffen mit Elementarschaden, je nachdem, gegen was die aktuellen Monster empfindlich sind - falls sie dieses Wissen schon gelernt haben, versteht sich.
Weil die Partner sehr aggressiv vorgehen, können die Kämpfe gerne mal chaotisch werden, dafür kommen die KI-Kumpels in Dragon's Dogma 2 aber sehr kompetent rüber. Haben wir etwa zu viele Fähigkeiten benutzt und dadurch unsere Ausdauerleiste geleert, flitzt einer von ihnen zuverlässig zu uns und päppelt uns wieder auf. Zudem quasseln die Vasallen fröhlich vor sich hin, geben Tipps zu Quests oder Monstern und klauben selbstständig Items auf.
Quelle: Capcom
Wir sind schon gespannt darauf, ob Capcom den Vasallen diesmal ein paar mehr Sätze spendiert und wie sich ihre Gesprächigkeit generell einstellen lässt. Wer den ersten Teil auch nur ein paar Stunden gespielt hat, dem haben sich Sätze wie "Wolves hunt in packs" oder "Goblins ill like fire" nämlich garantiert ins Gedächtnis gebrannt.
Eine Chance hat Capcom aber liegen lassen: Die Vasallen reagieren zwar manchmal kurz auf den Satz eines ihrer Kollegen, wirkliche Dialoge führen sie allerdings nicht miteinander - mit uns sowieso nicht, da wir keine Stimme haben. Richtige Gespräche hätten das Abenteuerfeeling und unsere Verbindung mit den Vasallen sicherlich nochmal auf eine ganz neue Stufe heben und ihnen mehr Persönlichkeit geben können.
Verbunden, aber trotzdem solo
Ausgesucht werden die Mitstreiter an den Riftsteinen, die in fast jeder Siedlung herumstehen. Hier bekommen wir eine zufällige Auswahl an Vasallen präsentiert, die entweder offline generiert oder online von anderen Spielern übernommen werden. Mit umfangreichen Filteroptionen und Bestenlisten holen wir uns Kandidaten in die Lobby, checken ihre Fähigkeiten und Ausrüstung und heuern sie dann mit einer speziellen Währung an. Teils sind diese Vasallen aber auch einfach in der Spielwelt unterwegs und tragen dazu bei, dass sie sich belebt anfühlt.
Jeder Vasall, den wir treffen, ist dabei der Hauptvasall eines anderen Spielers, den dieser im Charaktereditor selbst gestaltet und ausgerüstet hat. Entlassen wir einen Vasallen, können wir ihm noch eine Bewertung und vermutlich auch wieder Geschenke für seinen Erschaffer mit auf den Weg geben. Wie in Teil eins ist dieses aufwändige System der Ersatz für einen Koop-Modus, denn den gibt's auch in Dragon's Dogma 2 nicht.
Größeres Monster = größerer Spaßfaktor
Beim Probespiel der anderen beiden Startklassen ließen wir uns von Capcom direkt zu den dicken Bossgegnern lotsen, für die Dragon's Dogma besonders bekannt ist. Und wir wurden nicht enttäuscht! Auf den Feldern vor der großen Hauptstadt Venworth treibt ein majestätischer Greif sein Unwesen, der mit der neuen Grafikengine noch eindrucksvoller aussieht. Während unser Magier versucht, sein Gefieder in Brand zu stecken, prügeln wir als Krieger mit Feuerschwert und -schild auf ihn ein und merken dabei schnell, dass wir das Monster besser erstmal in Ruhe gelassen hätten.
Neben unserem kaum vorhandenen Schadensoutput macht uns hier auch die Kamera Probleme, die Capcom gerne noch ein gutes Stück weiter herauszoomen könnte. Allgemein fällt auf, dass sich die Spielfigur in Dragon's Dogma 2 geerdeter, damit aber auch schwerfälliger anfühlt als in Teil eins. Wir spüren definitiv, dass wir eine dicke Rüstung anhaben.
Das hält uns aber nicht davon ab, den Greif mal beherzt an den Federn zu packen, zu seinen Schwachstellen zu kraxeln und ein paar gezielte Hiebe zu platzieren. Weil wir ihn dadurch aber auch nicht gebändigt kriegen, kommt, was kommen muss: Das Monster nimmt uns auf einen unfreiwilligen Rundflug mit und unsere Ausdauer geht mittendrin zur Neige. Zu allem Überfluss werden wir nicht über dem Wasser abgeworfen, sondern direkt über dem Rand einer Klippe, auf der wir eine tödliche Bauchlandung hinlegen. Cooles Detail: Wäre einer unserer Vasallen unter uns gestanden, hätte er uns sogar auffangen können. Weil wir noch einen Lazarusstein im Gepäck haben, dürfen wir uns immerhin direkt an Ort und Stelle wiederbeleben.

Du kannst auf viele Monster klettern, um ihre Schwachstellen anzugreifen oder sie ins Taumeln zu bringen. Zusätzlich umgibst du dich mit 3 KI-Begleitern (wovon einer von dir selbst erstellt wird). Diese Begleiter lernen aus Kämpfen, aus Quests und aus Entdeckungen.
Ersteres merkst du schnell im Kampf. Die Begleiter kennen die Schwächen und Stärken der Monster und rufe sie dir zu (Nutz Feuer! Ich halte es fest! Greift den mit dem Helm an, dann verstreuen sie sich! Zieht ihm den Helm ab! Ich versuche ihn umzustürzen! Achtet auf ihre Sprungangriffe! Schneidet zuerst den Schwanz ab ab! Undundund.) Zudem passen sie ihren Kampfstil an die Situation an (wenn es ihr Build erlaubt).
Die anderen zwei merkst du, wenn du Quests wiederholst oder Begleiter von anderen Spielern in deiner Party hast, die dir dann Hinweise auf die Quests und Entdeckungen geben können. Denn die Begleiter nimmst du aus einem Pool und dein erstellter Begleiter gehört dazu, sodass er auch bei einem anderen Spieler im Pool erscheinen kann. Mit seinem Wissen.
Teil 1 ist fantastisch aber leider recht klein.
Ich hoffe für den 2. Teil fahren sie mehr Monster auf, mehr Quests und mit mehr zu entdecken. Das Gameplay ist auch heute noch unerreicht gut.