Dragon Age: Origins im Retro-Special - Wie meine Liebe für das Universum mit einem Spontankauf begann

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Dragon Age: Origins im Retro-Special - Wie meine Liebe für das Universum mit einem Spontankauf begann
Quelle: PC Games

Dragon Age: The Veilguard steht am Horizont und Dragon Age: Origins wird 15 Jahre alt. PC-Games-Redakteur Matthias Dammes blickt zurück auf den RPG-Klassiker.

Anfang 2010 bin ich durch einen örtlichen Elektronikmarkt geschlendert und habe ohne ein bestimmtes Ziel das Regal mit den Videospielen in Augenschein genommen. Es fühlt sich für mich heute wie eine glückliche Fügung an, dass ich seinerzeit aus irgendeinem Grund bei Dragon Age: Origins hängen geblieben bin und das Spiel aus einer spontanen Laune heraus gekauft habe. Schließlich sollte ich mit dieser Impulsentscheidung eines meiner bisher heute liebsten Videospiel-Universen überhaupt entdecken.

Ich hatte im Vorfeld bereits von dem Titel gehört. Was ich in Vorschauen und Testberichten gelesen hatte, holte mich damals aber aus irgendeinem Grund erstmal nicht wirklich ab. Daher landete das Spiel, als es im November 2009 erschien, auch nicht auf meinem Radar für unverzügliche Release-Anschaffungen. Die glückliche Fügung wollte es aber irgendwie, dass ich an jenem schicksalhaften Tag im Frühling in ein Abenteuer eintauchte, das mich so schnell nicht mehr loslassen sollte. Während ich just dieser Tage neue Informationen zum kommenden Dragon Age: The Veilguard aufsauge, feiert Dragon Age: Origins (jetzt kaufen 4,77 € ) in diesem Jahr bereits seinen 15ten Geburtstag. Grund genug, dass ich mich dem Rollenspiel-Klassiker für ein Retro-Special nochmal widme.

Es beginnt vor über 20 Jahren

Rückblickend ist meine zunächst zurückhaltende Aufmerksamkeit für Origins selbst für mich verwunderlich. War es doch die Rückkehr von Bioware, den Machern von Baldur's Gate, zur klassischen Fantasy. Das Spiel fiel jedoch in eine Zeit, in der ich tief im Sumpf der Online-Rollenspiele wie World of Warcraft steckte. Ist man einmal in dieser Welt gefangen, bekommt man nicht mehr so viel von all den anderen Vorgängen in der Spieleindustrie mit. Entsprechend wusste ich seinerzeit auch nicht viel über die bewegte Entwicklungsgeschichte des Rollenspiels.

Denn schon mit der Veröffentlichung von Biowares letzten D&D-Spiel Neverwinter Nights im Jahre 2002 begannen die Arbeiten an Dragon Age: Origins. In den sieben Jahren, die es schließlich bis zum Release dauern sollte, hat das Projekt einige Veränderungen durchgemacht. Den Grundstein für das heute von mir so geliebte Universum legte damals Autor David Gaider, der damit beauftragt wurde, eine ganze Fantasywelt aus dem Nichts zu erschaffen.

Eine Magierin zaubert auf einen anstürmenden Dämon Quelle: PC Games Dazu versuchte er, sich der Thematik aus Blickwinkeln zu nähern, die ihm an Dungeons & Dragons nicht gefallen. Ein großer Aspekt war dabei die Magie, deren Existenz vom D&D-Setting nicht wirklich erklärt oder in Frage gestellt wird. Daraus entstand die Grundlage für den Zirkel der Magi und deren politische Verflechtungen in der Welt von Dragon Age.

Wo sind die Drachen?

David Gaider hat sich zur Ausgestaltung aller möglichen Aspekte der Welt von Dragon Age sehr viele Gedanken gemacht. Dabei schrieb er viel mehr Lore zusammen, als jemals in einem einzigen Spiel verarbeitet werden könnte. So definierte er bereits bis ins kleinste Detail Namen, Kultur, Geschichte und ihre Rolle in der Welt für jede einzelne Nation von Thedas. Und das, obwohl der erste Teil lediglich in Ferelden stattfindet und Orte wie Orlais und Tevinter nur am Rand erwähnt werden.

In dem Zusammenhang ist es schon irgendwie witzig, dass ausgerechnet der Name der Welt selbst eher durch Zufall entstanden ist. Thedas war ursprünglich nur ein Arbeitstitel, der nichts anderes als "The Dragon Age Setting" bedeutet. Ideen wie Pelledia wurden diskutiert, aber nie wirklich ernst genommen. Als es schließlich zu einem Meeting zur Namensfindung kam, hatte sich das Team bereits so sehr an Thedas gewöhnt, dass man einfach dabei geblieben ist.

Ein Drache breitet seine Flügel aus und schreit in den Himmel. Quelle: PC Games Eine andere Komplikation erzeugte die Namensfindung des Spiels selbst. Lead Designer James Ohlen erstellte dazu zunächst zwei Listen mit typischen Fantasybegriffen und kombinierte diese auf verschiedenste Weise miteinander. Bei einer Abstimmung unter allen Bioware-Mitarbeitern setzte sich schließlich Age of Dragons durch. Das Problem daran war, dass Autor David Gaider in der Lore gar keine Drachen vorgesehen hatte. Also musste er die Geschichte um Drachen erweitern und rief das Zeitalter der Drachen ins Leben. Die beiden Begriffe hat man schließlich noch zu Dragon Age umgedreht, da die erste Variante anderen Spielen zu ähnlich klang.

Der Detailreichtum bei der Ausgestaltung der Welt ist es aber auf jeden Fall, der mich immer mehr in seinen Bann gezogen hat. Man konnte in Dragon Age: Origins, aber auch darüber hinaus, so viel über diese Welt lernen. Viele andere Spiele bleiben da bei ihrer Weltgestaltung doch deutlich oberflächlicher. Davon haben dann auch die Nachfolger sowie die vielen Romane und Comics profitiert, die mich noch weiter in diese Fantasywelt eintauchen ließen.

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    • Kommentare (19)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Svenc Gelegenheitsspieler/in
        Zitat von MarcHammel
        Genau deswegen erwarte ich auch kein komplexes RPG, sondern ein RPG-Lite, das einem alles vorkaut, was man zu tun hat. Natürlich mit unfassbar viel Sammelkram und hundert Stunden repetetives Gameplay.

        Aaaber ich lass mich auch gern eines besseren belehren.
        David Gaider hatte da übrigens letztens aus dem Nähkästchen geplaudert. Das war zwar vor EA schon nicht groß anders. Immer ging es darum, mit aller Macht (idealerweise) noch mehr Leute zu erreichen. Aber nachher sowieso nicht -- was auch erklärt, das selbst das "BG lite" (also Origins als "Back to the roots"-Titel) bereits nach einem Spiel zugunsten mehr Kawumm in die Tonne geworfen wurde. Aber wie gesagt: "We want Call Of Duty's audience."

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        Larian hatten sich natürlich letztes Jahr fürstlich für die Marktlücke bedankt. Und abgeräumt, ohne jetzt auch den Hamster eurer Tante beeindrucken zu wollen. Eigentlich schon davor -- denn Bioware ist es ganz erheblich mit zu verdanken, dass Anfang der 2010er ein (Crowdfunding)-Bedarf existierte. Von dem Larian zu Beginn mitprofitierten. Aber wer weiß schon, was die als nächstes anstellen. :D
      • Von Svenc Gelegenheitsspieler/in
        Zitat von MarcHammel
        Genau deswegen erwarte ich auch kein komplexes RPG, sondern ein RPG-Lite, das einem alles vorkaut, was man zu tun hat. Natürlich mit unfassbar viel Sammelkram und hundert Stunden repetetives Gameplay.

        Aaaber ich lass mich auch gern eines besseren belehren.
        David Gaider hatte da übrigens letztens aus dem Nähkästchen geplaudert. Das war zwar vor EA schon nicht groß anders. Immer ging es darum, mit aller Macht (idealerweise) noch mehr Leute zu erreichen. Aber nachher sowieso nicht -- was auch erklärt, das selbst das "BG lite" (also Origins als "Back to the roots"-Titel) bereits nach einem Spiel zugunsten mehr Kawumm in die Tonne geworfen wurde. Aber wie gesagt: "We want Call Of Duty's audience."

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        Larian hatten sich natürlich letztes Jahr fürstlich für die Marktlücke bedankt. Und abgeräumt, ohne jetzt auch den Hamster eurer Tante beeindrucken zu wollen. Eigentlich schon davor -- denn Bioware ist es ganz erheblich mit zu verdanken, dass Anfang der 2010er ein (Crowdfunding)-Bedarf existierte. Von dem Larian zu Beginn mitprofitierten. Aber wer weiß schon, was die als nächstes anstellen. :D
      • Von Felix Schuetz Redakteur
        Zitat von Rdrk710
        Hat Matthias denn gar nichts zu neuen Trailer zu sagen? %) Der, ähm, existiert… :O
        Ich hab das Thema hier aufgegriffen:
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      • Von ChaosCreator Mitglied
        Das muss das Gameplay im neuen Teil aber von einem anderen Stern sein, ich bin gespannt.
      • Von Gast1730761802 Mitglied
        Zitat von Svenc
        Biowares Motto ist seit Anbeginn der Zeit: "Neue Zielgruppen zuerst!"
        Genau deswegen erwarte ich auch kein komplexes RPG, sondern ein RPG-Lite, das einem alles vorkaut, was man zu tun hat. Natürlich mit unfassbar viel Sammelkram und hundert Stunden repetetives Gameplay.

        Aaaber ich lass mich auch gern eines besseren belehren.
      • Von Svenc Gelegenheitsspieler/in
        Warum überhaupt die "Überraschung" über den Trailer? Biowares Motto ist seit Anbeginn der Zeit: "Neue Zielgruppen zuerst!" Schon Baldur's Gate war nur in Teilen auf ihrem Genius gewachsen. Denn ursprünglich pitchten sie Interplay ein MMORPG/RTS, bis Interplay ihnen den Richtungswechsel vorschlug -- zwei der größten "Me, too"-Trends, denen man Mitte/Ende der 1990er verzweifelt hinterherjagen konnte. Und selbst Origins war kaum eine Fußball-EM später intern bereits als "Back to the roots"-Projekt geflagt. Muss man auch erst mal hinkriegen.

        Daneben sind sie so ziemlich das, was Metallica zu Zeiten des Schwarzen Albums/Load waren: Im besten Fall der Einstieg in besseren Stoff -- auch und gerade von anderen Künstlern. Im schlechtesten Fall die Industrie-Version eines Genres für Menschen, die dieses Genre gar nicht mögen. Bioware sind der Spiele-Inbegriff all dessen, was Musikfans aller Genres jemals meinten, wenn sie von "Sellouts" sprachen. Meist immer dann, wenn es mit der Brechstange in Richtung Formatradio, Morningshow und Dudelfunk gehen sollte. Oder wie es um die 2010er-Jahre ganz offen hieß: "We want Call Of Duty's audience." Die meinten das schon immer ernst. Spätestens, seit ihnen die Autoren flöten gingen, fällt es nur immer mehr Menschen ein bisschen auf.

        Wer sich auch beim morgigen Gameplay-Trailer erstmals leicht irritiert fühlt, weil die Kanadier womöglich mal wieder einen raushauen: Willkommen im Club, Digger.
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