Drachenläufer
Quelle: Universal
Amir (K. Abdalla) bekommt die Chance, seine Schuld zu sühnen.
Hauptdarsteller in Lebensgefahr! Die afghanischen Jungschauspieler aus Marc Fosters erschütternder Verfilmung über Kindesmisshandlung und ethnische Spannung im Vielvölkerstaat Afghanistan mussten aus Kabul ausgeflogen werden. Paramount Pictures befürchtete, sie könnten dafür attackiert werden, dass sie in Vergewaltigungsszenen mitgewirkt haben.
Damit ist die aufgeheizte Atmosphäre, unter der die Verfilmung des literarischen Überraschungserfolges "Drachenläufer" von Khaled Hosseini in Westchina entstand, wohl eindringlich umrissen. Und dennoch: Der Regisseur des nächsten Bond-Abenteuers schildert auf zärtliche Weise die Geschichte zweier zwölfjähriger Jungen, die Geschichte ihrer Freundschaft und deren Scheiterns.
Amir, der ängstliche Sohn eines wohlhabenden Paschtunen, genießt alle Privilegien der Oberschicht. Hassan, sein couragierter Freund, ist der Sohn des Hausdieners und zählt zur ethnischen Gruppe der Hazara, die in Afghanistan vielerorts verachtet werden. Hassan ist Amir - unahängig vom Klassenunterschied - uneingeschränkt ergeben. Doch die beinahe brüderliche Freundschaft findet ein jähes Ende. Denn der sozial höher stehende Amir begeht Verrat: Er lässt seinen Freund im Stich, als dieser von einer Gruppe Jugendlicher vergewaltigt wird.
Roman und Film verfolgen das Trauma der ungeheuren Tat, die Amirs ganzes Leben bestimmen wird, über die nächsten 28 Jahre: Schuld und Sühne auf afghanisch - realistisch, tragisch und dennoch hoffnungsfroh. Ein Schlüssel zum Verständnis von Land und Leuten.
(Rainer Fellmann)
