Doctor Strange: Der neueste Streich aus der Marvel-Schmiede auf dem Prüfstand!

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Konzept-Art zu "Doctor Strange" (2016)
Quelle: Marvel

Es ist soweit! Diesen Donnerstag, den 27. Oktober 2016, startet mit "Doctor Strange" der 14. Film im Marvel Cinematic Universe (MCU) und der zweite Eintrag in Phase Drei des besagten Universums in den deutschen Lichtspielhäusern. Wir sagen euch, ob und warum sich ein Kinobesuch lohnt.

Brilliant, aber überheblich und egozentrisch? Luxusleben inklusive schnelle Autos und riesiger Penthouse-Wohnung? Eine Koryphäe auf seinem Gebiet? Ein verhängnisvoller Tag, der alles verändert? Moment, das kennen wir doch irgendwoher! Aber der 14. Streifen des Marvel Cinematic Universe (MCU) erzählt nicht etwa noch einmal die Origin-Story von Tony Stark aka Iron Man sondern die von Dr. Stephen Strange aka Doctor Strange, dem mächtigen, Dimensionen bereisenden Sorcerer Supreme. Zu Beginn der Handlung ist Strange ein weltberühmter Neurochirurg, jedoch ein unangenehmer Zeitgenosse, der sich für etwas Besseres hält und Patienten nur behandelt, wenn es ihm im Gegenzug Prestige und Ruhm einbringt. Doch vor Unheil ist auch das Genie nicht gefeit: Nach einem schrecklichen Autounfall sind seine Hände so verkrüppelt, dass er seinen innig geliebten Job nicht weiter ausführen kann. Strange stürzt in ein seelisches Tief, als ihm auch die besten (und teuersten) Ärzte nicht weiter helfen können. Doch dann ein Lichtstreif am Horizont: Im nepalesischen Kamar-Taj soll es jemanden geben, der die Feinmotorik seiner Finger wieder herstellen kann. Der inzwischen abgebrannte Strange begibt sich zu der geheimnisvollen Enklave und muss schon sehr bald feststellen, dass dieser mystische Ort und seine Bewohner nicht das sind, was er sich vorgestellt hat - und seine zerstörten Hände sein kleinstes Problem sind.

Das Marvel Cinematic Universe (MCU) hat im Grunde bisher mit zwei Ebenen aufgewartet: Es gab 1) im "normalen" Leben verwurzelte Geschichten wie etwa die Filme rund um Iron Man, Captain America, Ant-Man & Co., weiterhin haben wir mit Donnergott Thor und den unkonventionellen Guardians of the Galaxy bereits 2) die kosmische Ebene des MCU kennen gelernt. Doch ein weiteres, sehr wichtiges Bestandteil der Marvel-Comics ist das übernatürliche Element. Was mit Scarlet Witch bereits leicht angeklungen ist, entfaltet mit der Einführung der Figur des Doctor Strange nun endlich seine ganze Pracht: Magie. Und fast so magisch wie der Inhalt präsentiert sich auch der Film, zumindest in optischer Hinsicht ist Scott Derricksons ("Sinister") "Doctor Strange" ein echter Leckerbissen. Es sei hier jedem Kinogänger guten Gewissens die 3D-Fassung ans Herz gelegt, die bei diesem Effektkino nur Sinn macht!

Wertung zu Doctor Strange

Wertung:

8.0 /10

Leider kränkelt "Doctor Strange" - wie bisher ausnahmslos alle Marvel-Abenteuer - an einem viel zu blassen und schwachen Bösewicht. Der Däne Mads Mikkelsen ("Die Jagd", "Hannibal") ist ohne Frage ein großartiger Schauspieler, aber bei einem wenig überzeugend angelegten Charakter nützt bekanntlich auch der beste Mime nichts. Und in noch einer Sache bleibt sich Marvel bedauerlicherweise treu: Mit Stranges Love Interest, der von Rachel McAdams ("Spotlight", "Sherlock Holmes") verkörperten Dr. Christine Palmer, weiß man (mal wieder) nicht wirklich etwas anzufangen. Klar, sie ist hübsch und nett, die Stimme der Vernunft und sorgt zudem für ein paar Lacher. So ein bisschen eben wie Natalie Portmans ("Black Swan", "V wie Vendetta") Jane Foster, bei der man sich insgeheim immer fragt, was der coole, mächtige Donnergott Thor eigentlich an ihr findet.

Ob es trotz der Gewissheit, dass der (grade frisch angelernte) Gute dem (seit Jahren den mystischen Künsten verschriebenen) Fiesling letzten Endes ordentlich eins auf die Mütze gibt und die Menschheit vor dem Untergang bewahrt, Spaß macht, sich "Doctor Strange" anzusehen? Und ob! Das MCU ist nun mal das MCU. Kenner des Superhelden-Franchise wissen doch eh, dass es immer so läuft. Das sind kleine Makel in der bewährten Erfolgsformel, mit denen wir uns schon lange arrangiert haben. "Doctor Strange" liefert genau das, was wir uns von einem Marvel-Abenteuer erwarten: Unterhaltung. Rund zwei Stunden lang bekommen wir wirklich spektakuläre Actionszenen, tolle Kampfchoreographien und unerwartet amüsante verbale Schlagabtäusche präsentiert. Überhaupt ist der neueste Marvel-Streich hinsichtlich Witz & Charme ein äußerst gelungenes Exemplar geworden: Während die Handlung selbst keine große Überraschungen bereit hält, ist der Zuschauer manchmal tatsächlich überrascht, wie lustig das Dargebotene ist. Besonders Stranges Interaktionen mit Wong, dem Wächter der mystischen Bibliothek, und noch viel mehr der eigensinnige Umhang der Levitation sorgen für herzhafte Lacher. Und natürlich absolviert auch Stan Lee wieder seinen obligatorischen, gewohnt witzigen Cameo-Auftritt.

Zu guter Letzt noch etwas zu Hauptdarsteller Benedict Cumberbatch ("The Imitation Game", "Sherlock"): Hat überhaupt irgendjemand auch nur eine Sekunde an der Besetzung gezweifelt? Wenn jemand ein Händchen für perfekte Casting-Entscheidungen hat, dann wohl Marvel. Das gilt auch für das fantastischste aller bisherigen Marvel-Abenteuer: Die Rolle des mächtigen Doctor Strange scheint dem markanten Cumberbatch wie auf den Leib geschrieben zu sein.

Fazit / Optisches Marvel-Meisterwerk mit altbekannten Schwächen. Typisch MCU eben? Nicht ganz, denn visuell zündet "Doctor Strange" wirklich das ganz große Feuerwerk und auch in Sachen Witz brauch sich das neueste Werk aus der Marvel-Schmiede nicht zu verstecken.

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    • Kommentare (3)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Celerex Mitglied
        Ich liebe fast alle Marvel Filme, aber nachdem ich den Trailer zu Dr. Strange bereits gefühlte 10x in den Vorabtrailern im Kino gesehen habe, stand für mich fest, dass das der erste Marvel Film seit längerer Zeit sein wird, für den ich nicht in's Kino gehe. Der Trailer sieht mehr zu sehr nach Inception auf Ritalin aus. Das brauch ich wirklich nicht.
      • Von Celerex Mitglied
        Ich liebe fast alle Marvel Filme, aber nachdem ich den Trailer zu Dr. Strange bereits gefühlte 10x in den Vorabtrailern im Kino gesehen habe, stand für mich fest, dass das der erste Marvel Film seit längerer Zeit sein wird, für den ich nicht in's Kino gehe. Der Trailer sieht mehr zu sehr nach Inception auf Ritalin aus. Das brauch ich wirklich nicht.
      • Von OldShatterhand Mitglied
        Zitat
        Es sei hier jedem Kinogänger guten Gewissens die 3D-Fassung ans Herz gelegt, die bei diesem Effektkino nur Sinn macht!
        Ist ja nicht so, als ob ich in unserem beschissenen Thega-Kino die Wahl hätte
      • Von RedDragon20 Mitglied
        Mehr hab ich auch nicht erwartet und gewollt. :) Ich liebe das MCU und Ermüdungserscheinungen machen sich bei mir längst nicht breit. Werde mit Sicherheit gut unterhalten.
      Direkt zum Diskussionsende
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