Divinity: Dragon Commander im Test - Schwächen, deutsche Fassung und Fazit
Jetpackdrachen im erbitterten Kampf um Macht, Politik und Homo-Ehe: Dank Dragon Commander weht endlich wieder frischer Wind durch's Strategie-Genre. In unserem Test klären wir, ob Larian Studios' neues Werk nicht nur originelle Ideen, sondern auch handfesten Spielspaß liefert. Update: Wir haben den Test um die finale Wertung erweitert.
Deutliche Schwächen
Abgesehen vom originellen Drachen-Modus spielen sich die simplen Echtzeitgefechte zwar flott und eingängig, allerdings gibt's auch einige Problemzonen. Die freie Kamera, die man in jede Richtung drehen und zoomen kann, reagiert beispielsweise etwas empfindlich (wenn auch weniger fehleranfällig als noch in der Beta) und erfordert ständiges Nachjustieren. Die kleineren KI- und Wegfindungsprobleme, die in der Beta noch ab und an auftreten konnten, sind immerhin deutlich seltener geworden, in der Releaseversion haben wir sie kaum noch erlebt. Positiv: Die Entwickler haben in den letzten Wochen mehrere Tutorials und kleine Videos eingefügt, um Einheiten und Spielprinzip besser zu erklären. Trotzdem bleiben manche Regeln (warum beispielsweise Rekruten zum Gegner überlaufen) für den Einsteiger im Dunkeln, ebenso wie das Balancing. Wie stark oder schwach bestimmte Einheiten gegen andere Truppen auf der Rundenkarte sind, das ist oft nicht nachvollziehbar. Wenn man sehr viele Einheiten verwaltet, wird das Geschehen auf der Karte auch arg unübersichtlich und teilweise sogar unlogisch: Als wir einmal dutzende Einheiten in einem Feindgebiet absetzten, tauchten nur die wenigsten davon tatsächlich in der Echtzeit-Mission auf: Nur die schwachen Landungsboote wurden in die Schlacht übernommen, unsere teuren, starken Panzer und Fußtruppen hingegen waren scheinbar verschollen. Solche Schnitzer sollten die Entwickler noch ausbessern - zum Beispiel mit einer Truppenbegrenzung pro Gebiet.
Das größte Problem des Spiels liegt aber darin, dass Dragon Commander einfach ziemlich schnell eintönig wird: Egal ob Spieler oder Gegner, jede Partei verwendet die immergleichen, wenigen Einheiten und Gebäude, jeder Einsatz läuft nach demselben Muster ab. Da vermisst man Überraschungen auf der Map, variierende Aufgaben, Heldeneinheiten, zusätzliche KI-Gegner, ab und an einen Story-Einsatz, interessante Wendungen, kurz: Abwechslung. Die wenigen Einheiten kann man auf der Raven zwar mit einem Upgrade-System aufwerten und so etwas der eigenen Spielweise angleichen, doch allzu aufregend ist das simple Forschungsmenü nicht: Neben einigen passiven Boni bestehen viele Upgrades darin, Einheiten aktive Fähigkeiten zu verpassen, die man dann von Hand im Kampf auslösen muss. Da die Gefechte aber oft hektisch und unübersichtlich ausfallen, verspürten wir wenig Lust, in dem Einheitengetümmel noch gezielt Tarnfelder, Schockwellen oder Schutzschilde einzusetzen - solches Mikro-Management wäre in einem Starcraft 2 besser untergebracht. Einzig den Feuerregen der Hexer haben wir häufig genutzt, auch wenn genau dieser Zauber in der Hand der Gegner-KI (die natürlich zig Aktionen gleichzeitig umsetzen kann) etwas zu übermächtig wirkt.
Quelle: PC Games
Divinity: Dragon Commander im Test - Im Runden-Modus leitet man seinen Feldzug auf dieser schönen Karte, die an den Brettspielklassiker Risiko erinnert.
Nicht perfekt, aber eine launige Mischung
Egal ob Dialog-Rollenspiel, Rundentaktik, Echtzeitstrategie oder Drachenaction, in keiner Disziplin erreicht Dragon Commander den Tiefgang großer Genre-Vorbilder. Dafür bietet das Spiel aber einen unvergleichlichen Mix, der ohne Abstriche in der Kampagne, im Skirmish (einer Freies-Spiel-Kampagne ohne Story) und im Multiplayer funktioniert, online wie über LAN. Atmosphärisch, einsteigerfreundlich, originell - alles in allem ergibt das ein rundes Paket, das auch Strategie-Muffeln einen Blick wert sein sollte. Wie gut es um die Multiplayer-Zukunft des Spiels bestellt ist, wird sich erst in den nächsten Wochen zeigen. Larian Studios hat zwar ein aufgeräumtes Menü zur Match-Suche, umfangreiche Optionen für Siegesbedingungen und Leaderboards bereitgestellt, allerdings bekamen wir bislang kaum Partien zustande - ob's am Spiel liegt oder an der Community, die sich noch nicht an den Multiplayer rantraut, das lässt sich derzeit nicht genau sagen.
Die deutsche Fassung
Wer gerne auf Deutsch spielt, kann beruhigt sein: Die Lokalisation ist trotz einiger Einschränkungen gut gelungen. Alle Sprecher geben sich hörbar Mühe und sind passend besetzt. Leider büßen aber gerade einige der charismatischen Figuren auf der Raven etwas von ihrem Charme ein. Wo der schmierige Zwergen-Botschafter Sir Falstaff Silberader im Original beispielsweise noch mit einem wunderbar rauen, schottischen Akzent spricht, fehlt davon in der deutschen Fassung jede Spur. Auch gibt es in den meisten Dialogen kurze, auffällige Pausen, teils mitten im gesprochenen Satz - das macht den Eindruck, als habe man bei der Nachbearbeitung der Tonaufnahmen vergessen, die unnatürlichen Aussetzer rauszuschneiden. Auch wenn die deutsche Fassung ansonsten gelungen ist: Wer entsprechende Sprachkenntnisse hat, spielt lieber die englische Version, die klingt unterm Strich einfach noch etwas besser. Das trifft allerdings nicht auf die Einheitenkommentare in den Echtzeitkämpfen zu - die sind in beiden Sprachfassungen auf Dauer etwas anstrengend. Da auch die Musik in den Echtzeitschlachten manchmal eher nervig als atmosphärisch ist, haben wir den Ton hier manchmal einfach leiser gedreht.
Wo kaufen? Die Versionen von Dragon Commander
Hierzulande erscheint Dragon Commander in einer von Daedalic vertriebenen, deutschen DVD-Version. Diese Fassung muss einmalig über Steam aktiviert werden und ist danach auch offline spielbar. Toller Service: Die Packung enthält zusätzlich (!) noch einen Key für GOG.com, wo man Dragon Commander auch als DRM-freie Version herunterladen kann. Zudem ist das Spiel über andere Quellen wie larianvault.com erhältlich. Alle Fassungen sind im Multiplayer miteinander kompatibel. Nur wer Steamworks-Features nutzen möchte, muss natürlich dafür die Steam-Edition spielen. Vorbesteller erhielten ein Gratis-Upgrade auf die Imperial Edition, die unter anderem den Soundtrack, eine Bonus-Karte und Making-of-Material mitliefert.

In den E3 Videos hat man auch noch Luft-Festungen gesehen, die anscheinend gestrichen wurden. In ihrer FAQ steht "vielleicht kommen sie ja irgendwann zurück". Ich hoffe das doch, das sah eigentlich sehr interessant aus.
Alles in Allem hat das Spiel Macken. Aber es ist mal wirklich was neues, was es so noch nicht gegeben hat. Mod-Tools sollen angeblich auch noch kommen. Und n paar Patches oder DLCs könnten aus diesem wirklich guten Spiel sogar ein richtig geniales Spiel machen.
sag ich ja, es hat viel Potential
Mal ganz vorweg: Das Setting und die stilistische Umsetzung ist ja mal einfach nur sau gut! Lange nicht son tolles Setting gesehen.
Spielerisch gefällt es mir bisher auch. Der RTS-PArt hat zwar nicht unbedingt viel Tiefgang, spielt sich aber flott und hat n tolles Spielgefühl. Die Möglichkeit als Drache zu spielen ist super.
Die Karte gefällt mir bisher auch. Hat ein wenig was von Risiko ^^
Die Politischen Entscheidungen integrieren sich auch gut ins Spiel.
Die Charaktere find ich alle spitze. Sehr gut ausgearbeitet. Die Synchronisation und Übersetzung (beides voll Deutsch) ist herausragend gut!
Was allerdings ein wenig unschön ist, dass jeder die gleichen Einheiten hat. Da hätten sie vielleicht etwas mehr machen können. Zwar wird das durch die Story begründet wieso das so ist, aber ein wenig Abwechslung wär toll gewesen.
In den E3 Videos hat man auch noch Luft-Festungen gesehen, die anscheinend gestrichen wurden. In ihrer FAQ steht "vielleicht kommen sie ja irgendwann zurück". Ich hoffe das doch, das sah eigentlich sehr interessant aus.
Alles in Allem hat das Spiel Macken. Aber es ist mal wirklich was neues, was es so noch nicht gegeben hat. Mod-Tools sollen angeblich auch noch kommen. Und n paar Patches oder DLCs könnten aus diesem wirklich guten Spiel sogar ein richtig geniales Spiel machen.
Mal sehen was da noch kommt Patches,DLC's,AddOn's oder nen MODKit, abwarten was aus dem Potial wird.
Und das balancing ist streckenweise ein schlechter witz, einzelne einheiten können leicht ganze armeen vernichten weil einige aktive fähigkeiten einfach nur lächerlich OP sind, welche die KI auch oft und stets 100% zielgenau einsetzt, was man selbst als spieler nur schwer kann, da man ja als drache rumfliegt.
Ab dem 2. Kapitel wirds extrem zäh weil die KI einem wirklich WIRKLICH extrem auf den Sack geht, zumindest auf hoher schwierigkeitsstufe.
Wenn dir die KI zu hart ist, dann spiel das Spiel doch mit geringerer Schwierigkeit.... ;-)
Und das balancing ist streckenweise ein schlechter witz, einzelne einheiten können leicht ganze armeen vernichten weil einige aktive fähigkeiten einfach nur lächerlich OP sind, welche die KI auch oft und stets 100% zielgenau einsetzt, was man selbst als spieler nur schwer kann, da man ja als drache rumfliegt.
Ab dem 2. Kapitel wirds extrem zäh weil die KI einem wirklich WIRKLICH extrem auf den Sack geht, zumindest auf hoher schwierigkeitsstufe.