Die Siedler: EdK: Legenden
Überfälle auf die Dörfer im Norden von Darios Königreich bilden den Hintergrund der ersten Kampagne.
Nicht viele offizielle Add-ons verdienen dieser Tage die Bezeichnung "Missions-CD". Auf Legenden, die zweite Erweiterung zu Siedler: Das Erbe der Könige, trifft dieses Attribut jedoch voll und ganz zu - neben zusätzlichen Aufträgen gibt es keine nennenswerten spielerischen Neuerungen.
Im Unterschied zum Hauptspiel folgt man keinem durchgängigen Feldzug, sondern wählt zwischen vier voneinander unabhängigen Legenden: In jedem Abschnitt erleben Sie ein Abenteuer einer anderen Gruppe bekannter Helden. Beispielsweise verteidigen in der Kampagne "Brennende Ufer" Drake, Yuki (beide aus dem ersten Add-on Nebelreich), Helias und Pilgrim die nördliche Küste gegen Barbarenüberfälle. In "Das Böse in mir" kehrt der dunkle Kerberos zurück, um mithilfe des Spielers Darios Thron zu erobern.
Leider kommt zu keinem Zeitpunkt eine so intensive, spannende Atmosphäre auf wie im ursprünglichen Erbe der Könige. Den maximal fünf Missionen kurzen Kampagnen fehlt es an Zusammenhang und einer überzeugenden Story. Beispiel: Der garstige Ritter Scorillo steht in Feldzug Nummer 2 kurz vor der Eroberung der Smaragdebene, einem der reichsten Gebiete des Königreichs.
Doch welch ein Zufall: Kriegerzwerg Pilgrim befindet sich gerade in der Nähe und vereitelt die Pläne des Angreifers. Fesselnd, wirklich. Für sich genommen überzeugen die Einsätze jedoch durch abwechslungsreiche Aufgaben, überraschende Herausforderungen und ansprechendes Design. Die Entscheidungsschlacht gegen einen Barbarenstamm versetzt Sie etwa in ein Dorf, das nur ein breiter Fluss vor feindlichen Angriffen schützt.
Die Mission startet bei Sonnenschein und das reißende Gewässer hält die Barbaren zurück. Dennoch bleibt kaum Zeit, um sich an den malerischen Blumenfeldern, dichten Wäldern und fröhlich hüpfenden Wildtieren der neuen Küstenlandschaft satt zu sehen. Nach kurzer Zeit vereist ein Kälteeinbruch den Fluss und ebnet den Weg für die Feinde; gleichzeitig treibt der nahrungsarme Winter Wölfe in die Siedlung. Letztere sind übrigens stärker als viele Soldaten, können etliche Heldentreffer einstecken und sogar Türme zerbeißen.
Mit vereinten Kräften wehren Drake, Yuki, Pilgrim, Helias und die anfangs in der Gegend stationierten Soldaten die erste Offensive ab - der Sommer kehrt zurück. In der Folge entwickeln Sie Technologien und stampfen ein Heer aus dem Boden, um zunächst die Wolfsbaue in der Nähe zu zerstören und schließlich den Gegenangriff einzuleiten. Unerwartete Winter kündigen neue Überfälle an und sorgen für stete Spannung.
Verglichen mit Nebelreich ist der Schwierigkeitsgrad ausgewogener; man steht nicht ständig unter Zeitdruck. Bis auf wenige sehr knifflige Ausnahmen liegt der Anspruch auf dem Niveau des Originals.
