Die Siedler: Das Erbe der Könige
Im Auftrag Ihrer Majestät
Ein Ausrufezeichen über einem Mönch, Statthalter oder Bergmann signalisiert: Ich habe eine Quest für dich! Die ist in der Regel Pflicht, zuweilen aber auch Kür, mit der man sich die Lösung der Mission deutlich erleichtert (etwa, weil man zusätzliche Truppen an die Seite gestellt bekommt). In den Quests befreien Sie entführte Wissenschaftler, bauen Kathedralen, Universitäten, Wohnhäuser und Türme an vorgesehenen Stellen, begeben sich zwecks geschmeidigen Smalltalks in entlegene Dörfer, kommen Intrigen auf die Schliche, belagern Festungen, lauern Gegnern vor Höhlen auf, beseitigen eine Räuberplage greifen befreundeten Städten mit Geld- und Sachspenden unter die Arme und lassen es regnen und schneien. Das Anwerfen der Wettermaschine gehört zu den letzten Tiefausläufern des Technologiebaums - zu diesem Zeitpunkt haben Sie stets eine beachtliche und funktionierende Siedlung aufgebaut. Der Wetterturm funktioniert nur mit entsprechenden Kraftwerken, in denen der jederzeit auslösbare Wetterumschwung vorbereitet wird. Schneeflocken verwandeln die Karte dann in eine winterliche Grüße-aus-Schladming-Idylle - mit weit reichenden Konsequenzen: Flüsse und Seen gefrieren und werden anschließend passierbar - gut für Sie, wenn Ihre Leibeigenen auf Inseln gelangen wollen, schlecht für Sie, wenn das gegnerische Heer geradewegs über das gefrorene Eis marschiert und Ihre Basis an Stellen unter Beschuss nimmt, wo Sie es am allerwenigsten erwartet haben. Auf geschlossener Schneedecke kommen alle Siedler zudem deutlich langsamer voran - auch das ein taktisches Element. Wenn die Konkurrenz mit Kanonen vor Ihren Burgmauern steht, lohnt sich womöglich ein zünftiger Wolkenbruch - die Bindfäden reduzieren nämlich die Sicht-weite und damit auch den entscheidenden Vorteil von Bo--gen- und Armbrustschützen. Die Kampagne macht weidlich Gebrauch von diesem Wetter-Feature - verdörrte Bäume gieren nach Wasser, überflutete Regionen flehen hingegen um den Stopp sintflutartiger Regenfälle.
Qualität made in Germany
Musik, Synchronisation, Effekte, Story, Zwischensequenzen, Charaktere, Animationen, Menü-Design - all das ist handwerklich sehr solide gemacht. Die Grafik gehört mit zu den schönsten im Strategie-Sektor: Erkennbar viel Hingabe steckt in jeder einzelnen Figur, jedem einzelnen Bauwerk mit allerlei rotierendem mechanischem Gerät. Wer ranzoomt, macht Bekanntschaft mit dem - wie es Blue Byte nennt - "Aquariumeffekt". Kanonen werden hier tatsächlich Schritt für Schritt gegossen und per Lastkran aufs Fahrwerk gehievt, in der Schießanlage zielen Bogenschützen mit Inbrunst auf vorbeiflitzende Zielscheiben, Gelehrte krakeln an der Universität Formeln an die Schultafeln. Erst recht die Figuren sind ausgesprochen fein ausgearbeitet und schlagen in ihrem Detailgrad fast alles auf dem Markt - inklusive Schlacht um Mittelerde. Die meisten Ereignisse werden daher nicht zu Unrecht in Form von Spiel-Grafik erzählt. Die lebendige Spielwelt besteht zudem aus hoppelnden Karnickeln, he-rumstreunenden Wölfen und sich sanft im Wind wiegenden Wäldern. Geschmackssache: Diplomzyniker Oliver Kalkofe als "Mentor" kommentiert technologische Durchbrüche und strauchelnde Helden mit süffisantem Unterton.

Btw: Wer die Serie kennt und nur deshalb kauft, müsste eigentlcih wisen, dass vorher nie Könige drin vorgekommen sind, also "Das Erbe der Könige" stutzig machen müsste...
meiner meinung nach hätte das spiel 20 % abzug erhalten müssen, da der produktname "siedler" vorsätzlich irreführend vom studio weiterverwendet wird.
wäre das spiel unter einem anderen namen erschienen - ok, geschmackssache. aber mit siedler verbindet der gelegenheitsspieler knuddelgrafik und mit typischem siedler-flair. und diesen käufern (die eher selten spiele-zeitschriften kaufen) wird ohne vorwarnung die kohle aus den taschen gezogen.
mal im ernst - würde nich groß und breit siedler auf der packung stehen, wäre das spiel nicht auf platz 2 der verkaufscharts gelandet - und das wusste der publisher auch!
gerade in hinblick auf die für diesen teil anvisierte internationale vermarktung hätte ein anderer spiele-name nicht geschadet, denn dort kennt eh keine
ich mein - wenn metallica plötzlich eine schlager-cd unter dem namen metallica veröffentlichen, würde sich doch auch jeder vearscht vorkommen...
Ob es noch ein Siedler ist, darüber lässt dich streiten. ich persönlich finde es schon. Andere wieder nicht.
Die Grafik ist überragend, die Stimme des Mentors ist Geschmacksache.
Die Kampagnen sind gut zu schaffen,d.h. nicht zu schwer und nicht zu leicht.
Die 85% sind gerechtfertigt.
Ich finde das Spiel einfach genial.
Ob es noch ein Siedler ist, darüber lässt dich streiten. ich persönlich finde es schon. Andere wieder nicht.
Die Grafik ist überragend, die Stimme des Mentors ist Geschmacksache.
Die Kampagnen sind gut zu schaffen,d.h. nicht zu schwer und nicht zu leicht.
Die 85% sind gerechtfertigt.