Die Siedler: Das Erbe der Könige: Nebelreich
In muffigen Sumpfgebieten mit ausgedehnten Mooren machen Ihre Helden Jagd auf das Nebelvolk.
Schockgefrostete Flüsse per Wettermaschine sind nicht länger die einzige Methode für Ihre Truppen, um Flüsse trockenen Fußes zu überqueren: Erforschte "Mathematik" vorausgesetzt, errichten Architekten an vorgegebenen Stellen ein Baugerüst. Wer 1.000 Steine angespart hat, lässt anschließend von seinen Leibeigenen eine Brücke bauen. Wie in allen Konfliktfällen (und in der Kampagne gibt es davon eine Menge) sind solche Übergänge von enormer strategischer Bedeutung: Wer die Brücken kontrolliert, kontrolliert auch den Nachschub an Mann und Material. Natürlich ist eine Brücke selten eine Einbahnstraße: Auch die Rivalen Ihrer Siedler freuen sich über diese steingewordene Einladung zum Angriff. Unschlagbarer Vorteil: Die Brücke bleibt auch bei einem Wetterumschwung - etwa von Schneefall auf Regen - intakt.
Jetzt wird scharf geschossen
Kaum ist der letzte Quader gesetzt, stürmt das "Nebelvolk" über die nigelnagelneue Brücke.
Im direkten Vergleich zu Die Siedler: Das Erbe der Könige - einer der absoluten Renner im Weihnachtsgeschäft 2004 - hat der Schwierigkeitsgrad des Erweiterungspakets spürbar zugelegt. Der Daumenschrauben-Dreiklang der Blue-Byte-Entwickler lautet: weniger Rohstoffe, mehr Zeitdruck, stärkere Gegner. Mehr als einmal zählt ein unbarmherziger Countdown die Minuten, ehe bis an die Zähne bewaffnete Schergen vor den Toren stehen.
Wie gut, dass Sie sich da auf die bewährten Talente Ihrer Helden verlassen können: Dario, Erec, Ari oder Pilgrim überzeugen mehr denn je als Bombenleger, Aufklärer und strapazierfähige Kämpfer. Die beiden heldenhaften Neuzugänge grüßen bereits von der Verpackung: Kopfgeldjäger Drake (ein begnadeter Scharfschütze) und Martial-Arts-Spezialistin Yuki, die mit Tritten und Handkantenschlägen ordentlich austeilt; später folgt noch Hexe Kala, eine Vertreterin des Nebelvolkes.
Kundschafter und Diebe, zwei neue Einheitentypen, rekrutieren Sie in Tavernen und Wirtshäusern - zwei von mehreren zusätzlichen Bauwerken. Ihre Armee aus Bogen- und Armbrustschützen, Schwertkämpfern und Lanzenträgern ergänzen Sie zudem mit leichten und schweren Scharfschützen. Deren Gewehrsalven haben zwar eine enorme Durchschlagskraft, allerdings dauert das Nachladen etwas länger. Und die Feuerkraft ist bitter nötig: Die Karten zwingen Sie förmlich zum Einsatz der vielen neuen Einheiten und Funktionen. Ohne die Dynamitfässer der findigen Diebe können Ihre Truppen beispielsweise keine Brücken hinter sich abbrechen, um Verfolger abzuschütteln. Extrem nützlich: Die "Rohstoffe finden"-Funktion der Kundschafter zeigt die Richtung von Eisen-, Lehm- oder Schwefelminen an. Und der Dieb tarnt sich hinterhältigerweise als Leibeigener und bedient sich schamlos an den Vorratslagern der Konkurrenz.
Abwechslung durch Quests
Kampfsportlerin Yuki nimmt es mit einer ganzen Schar Gegner auf einmal auf.
Jede Mission konfrontiert auch Siedler-Kenner mit originellen Herausforderungen: In "Land unter" haben Sie etwa die Wahl zwischen drei Siedlungen - eine sichere, aber rohstoffarme, eine ausgewogene und schließlich eine hart umkämpfte mit enormen Bodenschätzen. Zehn umfang- und abwechslungsreiche Landstriche, verknüpft durch Zwischensequenzen in der Spielgrafik, motivieren nicht zuletzt durch Überraschungen: Wer entlegene Ecken erkundet und besiedelt, wird mit Extra-"Quests" belohnt.
Geblieben sind die Stärken des "neuen" Siedler: Die 3D-Welt mit ihren vielen Details und liebevollen Animationen, die einfache Steuerung und die enorme Vielfalt an Gebäuden und Einheiten; geheimnisvolle Sumpfgebiete ergänzen die mediterran anmutenden Regionen. Zwar macht auch das Nebelreich aus einem installierten Erbe der Könige (ist wie üblich Voraussetzung, um das Add-on spielen zu können) kein gemütliches Aufbauspiel wie die Vorgänger, dafür spricht das Spieldesign auch weiterhin eher die Fans eines Age of Empires denn eines Anno 1503 an. Ein gelungenes Zusatzpaket für alle, die Siedler 5 bereits durchgespielt haben!
