Kurz-Review: Die Jagd

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Kurz-Review: Die Jagd
Quelle: Wild Bunch

In diesem atmosphärischem Drama wird Mads Mikkelsen Opfer einer Hetzjagd. Wie es dazu kommt und ob das einen sehenswerten Film hergibt, lesen Sie im Widescreen-Kurzzreview.

Der geschiedene Lucas arbeitet in seiner Heimatgemeinde als Kindergärtner, ist bei Kids wie Erwachsenen beliebt – bis eines Tages etwas Unfassbares geschieht: Die sich von ihm abgewiesen fühlende kleine Tochter eines guten Freundes behauptet, Lucas habe ihr seinen Penis gezeigt. Das Gerücht verbreitet sich rasch wie ein schleichendes Gift und was gerade noch nur die Behauptung eines Kleinkindes war, wird bald vermeintliche Wahrheit. Lucas verliert seinen Job und seine Freunde, wird körperlich angegangen und zum sozial Geächteten…

Thomas Vinterberg, einst gefeiert für sein Dogma-Drama Das Fest (1998), meldet sich mit einer neuen psychologischen Studie zurück. Dabei nähert er sich dem sensiblen Thema Kindesmissbrauch klar von einer Seite an: Die Frage für den Zuschauer ist nicht, was Lucas getan hat, sondern, was ihm angetan wird. Ein fein gespieltes Drama über menschliche Abgründe, dessen Realismus erschaudern lässt.

Fazit: Die Tragik einer öffentlichen Hetzjagd aufgrund einer "kleinen", aber folgenreichen Lüge. Erschütternd, weil spürbar wirklichkeitsnah.

Mads Mikkelsen - Das Erotikpaket:
Geboren 1965 in Kopenhagen und dort aufgewachsen, hat sich der dänische Schauspieler Mads Mikkelsen längst zum Exportschlager Nummer eins seines Landes entwickelt. Mit dem Drogenthriller Pusher (1996) von Nicolas Winding Refn fand er bereits erste Aufmerksamkeit, doch erst mit Susanne Biers Dogma-Liebesdrama Für immer und ewig (2002) geriet er endgültig in den internationalen Fokus. Es folgten Rollen in den Großproduktionen King Arthur (2004, als Tristan), Casino Royale (2006, als Bonds Gegner Le Chiffre), Kampf der Titanen (2010, als Söldnerhauptmann Draco) und Die drei Musketiere (2011, als Fiesling Rochefort). Laut zahlreicher Umfragen in deutschen Frauenmagazinen gilt er seit Jahren als erotischster Schauspieler Dänemarks. Doch anders als andere Darsteller zieht er nicht nach Hollywood, sondern bleibt seiner Heimat treu, auch in Form von Rollen in "kleineren" einheimischen Filmen wie Adams Äpfel (2005), Tage des Zorns (2008) und Die Königin und der Leibarzt (2012), mit denen er immer wieder hervorzustechen versteht. Für seine hervorragende Performance in Die Jagd – als Durchschnittstyp, dessen Leben durch eine unbedachte Äußerung für immer zerstört wird – erhielt Mikkelsen 2012 den Darstellerpreis in Cannes.

Wertung zu Die Jagd

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