Die Insel der besonderen Kinder: Unsere Rezension zum neuen Film von Tim Burton
Tim Burton ist ein Meister des skurillen - kein Wunder, dass er sich des fantastischen Jugendromans über Kinder mit außergewöhnlichen Fähigkeiten angenommen und für die Leinwand adaptiert hat. Es geht um einen Jungen namens Jacob, der unter den Flügeln der Miss Peregrine flügge wird und lernt, dass nur er seine Freunde vor einer Gefahr beschützen kann, die nicht nur die Insel eine außerordentliche Bedrohung darstellt. In den deutschen Kinos können wir den Film ab dem 6. Oktober anschauen.
Er ist der ideale Regisseur für die Verfilmung des fantastischen Jugendbuchs von Ransom Riggs: In Tim Burtons filmischem Schaffen wimmelt es nur so von skurrilen und seltsamen Typen. Jetzt kommt eine ganze Schar besonderer Kinder dazu, die allesamt äußerst spezielle Begabungen haben und auf den ersten Blick sehr befremdlich anmuten. Der Jugendliche Jake kennt diese Wunderkinder bereits seit seiner Kindheit, weil sein geliebter Opa ihm immer vor dem Einschlafen von ihnen erzählt hat. So sehr er die Geschichten als kleiner Junge geliebt hat, so enttäuscht ist er, als sie sich später als Märchen zu entpuppen scheinen. Trotzdem gibt er seinem Großvater, als dieser unter mysteriösen Umständen ums Leben kommt, kurz vor dessen Tod das Versprechen, auf die englische Insel zu fahren, auf der dieser im Zweiten Weltkrieg mit den besonderen Kindern in einem Waisenhaus gelebt haben will. Dort angekommen findet er sich bald in den 1940er-Jahren wieder und erfährt dabei nicht nur Erstaunliches über seinen Opa, sondern auch über sich selbst...
Tim Burtons Buchadaption ist ein wahrer Bilderrausch, bei dem sich vor allem in den surrealen Szenen die 3D-Effekte auszahlen. Ein bisschen erinnert der Zeitreise-Plot in Kombination mit einer Coming-of-Age-Geschichte an "Zurück in die Zukunft", doch Burtons Film ist viel doppelbödiger, fantastischer, düsterer und böser. Die Hollows, gegen die sich die Kinder zur Wehr setzen müssen, sind ein sehr gruseliger Haufen. Und auch dass Kinder, die nicht der Norm entsprechen, zur Zeit des Nationalsozialismus auf einer Insel Zuflucht suchen, gibt der Geschichte eine dunkle Grundierung. Ransom Riggs hat bereits zwei Fortsetzungen für sein Buch geschrieben, und man kann nur hoffen, dass Burton auch diese verfilmen wird.
