Die Gräfin Bild (1)
Gräfin Erzébet Báthory (Julie Delpy), als Kind dazu erzogen Härte zu zeigen, ist nach dem Tod ihres Mannes, eines Kämpfers gegen die Osmanen, die mächtigste Frau Ungarns. Selbst der König ist ihr Schuldner. Als sie sich um 1600 unsterblich in den jüngeren Adeligen Istvan Thurzo (Daniel Brühl) verliebt, währt ihr Glück nur kurz: Istvans berechnender Vater (William Hurt) zwingt seinen Sohn eine andere zu heiraten.
Die Gräfin Bild (2)
Tief enttäuscht, verrennt sich die Gräfin in den Glauben, ihr verwelkendes Äußeres sei der Grund. Als sie das Blut einer jungfräulichen Magd als Schönheitsmittel gegen das Altern zu entdecken vermeint, müssen ihre Bediensteten fortan immer aufs Neue junge Mädchen herbeiholen, die sie ausbluten und wie Puppen entsorgen lässt. Unterstützt wird sie in ihrem Tun vom intriganten Masochisten Vizakna - und auch der alte Thurzo hat seine Finger im Spiel.
Die Gräfin Bild (3)
Das 39-jährige Multitalent Julie Delpy fungierte neben der Hautprolle auch als Autorin, Regisseurin, Produzentin und Komponistin an ihrem Film, der die Dracula-ähnliche Legende um die Blutgräfin Báthory (1560-1614) um eine Theorie reicher macht. Ihre Ungarin ist ein zwar kaltes, jedoch nicht leidenschaftsloses Weib, das ein Opfer der von Männern dominierten Gesellschaft wird. Als mächtige und reiche Frau beneidet und gefürchtet,
Die Gräfin Bild (4)
zerstören von Gier getriebene Adelige ihre Liebe und forcieren ihren dadurch aufkommenden Jugendwahn, um sie am Ende zu richten und sich ihren Besitz einzuverleiben. Ein mit einer internationalen, in den Nebenrollen hauptsächlich deutschen Besetzung aufwartendes, stellenweise bluttriefendes und düsteres Historiengemälde, etwas arg melodramatisch und an einer zu unsympathischen Hauptfigur krankend, aber optisch perfekt umgesetzt.
