Unser Nachtest + Video im Stream
Seit dem Verkaufsstart von Die Gilde 2 ist rund ein Monat vergangen. Die Entwickler waren indes nicht untätig und spendierten zwei reguläre Patches, inklusive einem zusätzlichen Szenario. Es wird Zeit, unsere damaligen Ausführungen zu ergänzen und eine Wertung für den aktuellen Stand auszusprechen. Daher haben wir uns den Titel noch einmal zur Brust genommen, versehen übrigens mit dem derzeit noch im Betastadium befindlichen dritten Patch auf Versionsnummer 1.16.
Es Läuft! Nur nicht ganz rund ...
Erfreulich: nach einer kompletten Reinstallation und frischer Karriere war der Titel nun ohne wirklich schwerwiegende Probleme spielbar. Wir hatten tatsächlich keinen Absturz mehr zu verzeichnen, Effekte wie längere Hänger und die bisher fortwährend schlechter werdende Performance blieben ebenfalls aus. Allerdings läuft das Programm auf manchen unserer Rechner nach wie vor nicht flüssig, zahlreiche kleinere Fehler sind nach wie vor vorhanden, wenngleich diese dem Spielspaß nicht mehr so deutlich Abbruch tun.
Diebische Freude ...
Dass es ordentlich Freude macht, sich mit dunklen Machenschaften nach oben zu arbeiten, hatten wir bereits im ersten Test festgestellt. Warum steigt dann Die Gilde 2 doch nicht in die oberen Spielspaß-Ränge auf? Die anfängliche Entdeckungslust aufgrund der vielen Möglichkeiten klingt irgendwann ab. Nachdem wir nun in der Lage sind, eine Dynastie über mehrere Generationen aufzubauen, fällt aber vor allem immer mehr auf, dass es bei Die Gilde 2 in punkto Spielmechanik kräftig hakt. Daran werden auch kommende Patches kaum etwas ändern können.
... und Schwachstellen
Es lohnt sich schlichtweg nicht, mit geschickten Schachzügen Konkurrenten auszustechen und mit ausgeklügelt Produktionsketten ein Wirtschaftsimperium aufzubauen. Um nur ein paar Beispiele zu nennen:
Nach wie vor verwaltet der Computer Ihre Betriebe eher schlecht als recht. Deshalb und aufgrund des dynamischen Preissystems scheffeln findige Kaufmänner durch einfaches Ver- und wieder Aufkaufen von ein und denselben Gütern an den Marktständen mehr Reibach, als mit "ehrlicher" Arbeit in Betrieben. Nach vier, fünf Wechseln macht das Programm die Preise zwar unrentabel, dann geht das Spielchen aber einfach mit der nächsten Ware und schließlich auf dem nächsten Markt weiter.
Auch verwenden betuchte Spieler am besten einfach wahllos die angebotenen Artefakte, um Erfahrungspunkte zu sammeln, statt durch Interaktion und fleißiges Pauken Lernerfolge zu verbuchen. Das ist auch nötig, denn sonst können Nachkommen erst nach zig Runden überhaupt nützlich ins Geschehen eingreifen. Sicherlich gibt es praktisch in jedem Computerspiel solche Schwachstellen. Hier sind diese jedoch zu zahlreich und offensichtlich. Das eigentliche Spielprinzip wird geradezu überflüssig. Wenn Sie an solchen Unzulänglichkeiten nicht weiter stören, können Sie mit Die Gilde 2 inzwischen ganz ordentlich Spaß haben. Deshalb heben wir unsere Wertung deutlich an.
