Diablo Immortal im Test: Ein Mobile-Game zwischen Hit und Hölle

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Test Felix Schütz - Redakteur Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Diablo Immortal im Test: Ein Mobile-Game zwischen Hit und Hölle
Quelle: Blizzard

Gute Nachrichten: Wir haben Telefone! Darum haben wir Diablo Immortal zwei Wochen lang intensiv getestet, am Smartphone und natürlich auf dem PC. In unserem großen Test mit Video klären wir, ob die Kritik am Free2Play-Modell gerechtfertigt ist, was Diablo Immortal trotzdem richtig gut macht - und ob Blizzard den Ruf des Spiels noch retten kann.

Nach ein paar Stunden bestätigt sich aber leider der Verdacht, den wir schon während der Beta-Phase hatten: Das Free2Play-Modell in Diablo Immortal zählt eindeutig zu der gierigen Sorte. Was aber nicht heißen soll, dass man zum Kauf gezwungen wird, um mit Diablo Immortal Spaß zu haben. Wer einfach nur die Story durchspielen will und gar nicht die Absicht hat, danach noch viel Zeit in das Spiel zu stecken, kann die Ingame-Käufe vollständig ignorieren. Für diese Spieler ist Diablo Immortal also tatsächlich gratis, und das auch in Zukunft - schließlich sollen alle künftigen Updates inklusive neuer Klassen, Features, Gebiete und so weiter kostenlos bleiben.

Aber: Diablo Immortal beschränkt seine Ingame-Käufe eben nicht nur auf Kosmetik (z.B. Kostüme ohne spielerischen Wert) oder simple Komfortfunktionen wie einen Fernzugriff auf den Marktplatz. Wer das Action-RPG so intensiv wie seine Vorgänger spielen und auch im Endgame erfolgreich sein will, muss sich auf einen unglaublich zähen Fortschritt einstellen - oder irgendwann echtes Geld in die Hand nehmen. Und bevor ihr euch Illusionen macht: Selbst wenn ihr hunderte, sogar tausende Euro investiert, werdet ihr manche Upgrades wohl niemals an ihr Maximum bringen.
Mit fragwürdigen Angeboten versucht uns das Spiel immer wieder in den Shop zu locken.  Quelle: PC Games Mit fragwürdigen Angeboten versucht uns das Spiel immer wieder in den Shop zu locken. 

Free2Play aus der Hölle

Die Entwickler machen aus ihren Absichten auch kein großes Geheimnis: Wenn ihr beispielsweise zum ersten Mal einen großen Story-Dungeon gepackt habt, erhaltet ihr als "Belohnung" keine schöne Beute, sondern... eine Lootbox! Nicht geschenkt, wohlgemerkt, sondern zum Kaufen. Nach jedem Dungeon wird dem Shop eine weitere Kiste hinzugefügt, eine teurer als die nächste. Und dabei bleibt es natürlich nicht. Denn wie in so vielen Free2Play-Games wimmelt es auch in Diablo Immortal nur so vor unterschiedlichen Währungen und Fortschrittssystemen. Die greifen zum Teil so geschickt ineinander, dass man die Kosten dahinter kaum noch abschätzen kann. Zumal vieles erst nach mehreren Spielstunden freigeschaltet wird, das heißt: Als Einsteiger hat man da keinen Einblick, sondern freut sich anfangs noch über den rasend schnellen Fortschritt.

Doch hat man die ersten 30, 40 Level geschafft, wird es immer deutlicher: Fast alles kann irgendwie, irgendwo verbessert werden. Und fast alles setzt den Einsatz von seltenen Ressourcen voraus, die man sich nur mit enormem Zeitaufwand erspielen kann. Aus jeder Ecke winken wertvolle Fortschritte für euren Charakter und das Spiel wird auch nicht müde, euch mit geschickten Tricks daran zu erinnern. Zum Beispiel könnt ihr eure Ausrüstung nun in Rängen aufwerten. Ab Rang 6 werden dann neue, wertvolle Attribute freigeschaltet, die ihr anschließend mit Umschmiedesteinen neu auswürfeln könnt. Wenn ihr drei Effekte vom gleichen Typ in einen Gegenstand einsetzt, gibt's sogar einen weiteren Bonuseffekt. Also eigentlich ein cooles Feature! Bis ihr aber die nötigen Materialien zusammengekratzt habt, um alle drei Bonusattribute freizuschalten, solltet ihr viel, wirklich viel Zeit einplanen. Wir vermuten, der Großteil der Spieler wird von der ganzen Spielmechanik nie etwas zu Gesicht bekommen - und das kann nicht der Sinn dahinter sein.
Auf dem Markt könnt ihr Fertigkeitssteine und Juwelen verkaufen, dafür erhaltet ihr wertvolles Platin. Quelle: PC Games Auf dem Markt könnt ihr Fertigkeitssteine und Juwelen verkaufen, dafür erhaltet ihr wertvolles Platin. Ein anderes Beispiel ist das Vermächtnis der Horadrim. Für dieses Upgrade-System müsst ihr im Grunde nur ein paar Kisten mit Schlüsseln öffnen, aus denen ihr dann spezielle Ressourcen für weitere Upgrades bekommt. Je mehr Kisten ihr öffnet, desto mehr Beute gibt es. Das ist nicht nur stinklangweilig, weil ihr tagein, tagaus den gleichen öden Dungeon erledigen müsst. Die Schlüssel sind auch in Windeseile aufgebraucht. Zwar könnt ihr euch jeden Tag ein paar davon kostenlos verdienen, aber auf längere Sicht wird euer Fortschritt spürbar gebremst. Darum gibt's noch eine zweite Möglichkeit, die Kisten aufzubekommen - nämlich indem ihr statt der Schlüssel einfach Platin ausgebt.

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    • Kommentare (46)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Zybba Mitglied
        Zitat von Jakkelien
        Das wird so was von Schule machen.
        Naja, Mobile Games mit gigantischen Gewinnmargen sind ja nichts neues.

        Ist halt nur die Frage, ob und wie es die Core Games nachhaltig beeinflusst.

        Solange man irgendwelche Spin-Offs macht und die auf Handys veröffentlicht, stört mich das erst mal nicht. Wenn Diablo 5 dann deswegen gar nicht mehr oder primär auf Mobile erscheinen würde, schon eher!
      • Von Zybba Mitglied
        Zitat von Jakkelien
        Das wird so was von Schule machen.
        Naja, Mobile Games mit gigantischen Gewinnmargen sind ja nichts neues.

        Ist halt nur die Frage, ob und wie es die Core Games nachhaltig beeinflusst.

        Solange man irgendwelche Spin-Offs macht und die auf Handys veröffentlicht, stört mich das erst mal nicht. Wenn Diablo 5 dann deswegen gar nicht mehr oder primär auf Mobile erscheinen würde, schon eher!
      • Von Jakkelien Hobby-Spieler/in
        Zitat von -JB-
        Hast du es denn gespielt?
        Nein. Irrelevant. Die zahlreichen Mechanismen werden bestens erklärt und demonstriert. Das reicht völlig.

        Ist aber auch alles egal. Das Spiel bricht Rekorde und hat 24 Mille Umsatz in den ersten 2 Wochen gemacht.
        Das wird so was von Schule machen. Der Drops ist eh gelutscht.
      • Von fud1974 Mitglied
        Zitat von Worrel
        Ab Level 30 wirst du mit dem Shop und Dailies zugeschmissen und ich musste jedenfalls erstmal 4 Level leveln, bevor ich in der Story weiter machen konnte.
        Jo, aber das passiert für mich so nebenbei.... Das notwendige Leveling ging wie gesagt relativ problemlos.

        Ich denke mal nach der Kampagne habe ich auch erstmal die Schnauze voll vom "Totklicken"... aber bis dahin wurde ich eigentlich sowohl mobil als auch auf dem PC recht gut unterhalten.
      • Von Free23 Gelegenheitsspieler/in
        Ich habe bisher Spaß mit DI, laufe aber zB auch nicht in die Story-Lvl-Caps, da ich immer wieder zwischendurch die Dailys mache.
        Die Monetarisierung umgehe und ignoriere ich - mal sehen, wie lange, bis ich es nicht mehr spiele...

        Hauptsache ich gebe keinen Cent dafür aus. Ist mir viel zu dreist gestaltet. Da "leeche" ich eher den F2P Teil und rebelliere so gegen das System :)

        Eigentlich schade, da ich selbst Blizzard gerne etwas dafür gegeben hätte. Aber so nicht. SO NICHT!!! :P
      • Von Worrel Mitglied
        Zitat von Zybba
        Ich das achte, dass die auch bereits während der Kampagne einsetzen. Wie gesagt, bei Level 30.
        Ab Level 30 wirst du mit dem Shop und Dailies zugeschmissen und ich musste jedenfalls erstmal 4 Level leveln, bevor ich in der Story weiter machen konnte.
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