Diablo 3: Reaper of Souls - Akt 5 - Kreuzritter - Mystikerin - Abenteuermodus
Diablo 3: Reaper of Souls im Test: Hat sich Blizzards Mühe ausgezahlt? Immerhin wurde das Hauptspiel aufwendig gepatcht, das Auktionshaus ist Geschichte und das erste Add-on liefert endlich frische Inhalte: Für 40 Euro gibt's einen fünften Akt, den Kreuzritter als sechste Klasse, ein höheres Levelcap, mehr Crafting-Optionen und einen neuen Endgame-Modus. Im Test mit Wertung überprüfen wir, ob Reaper of Souls damit den satten Kaufpreis wert ist.
Diablo 3: Reaper of Souls - Die Inhalte des Add-ons
Diese Features sind nur für Käufer der Erweiterung Diablo 3: Reaper of Souls verfügbar. Alle anderen Verbesserungen - etwa die neuen Loot- und Paragonsysteme - gibt's auch für Besitzer des Hauptspiels.
Der fünfte Akt: Reaper of Souls handelt von dem Todesengel Malthael, der sich zu Spielbeginn den schwarzen Seelenstein unter den Nagel reißt und sich dann frisch ans Werk macht, um die Menschheit mit einer Untotenarmee auszuradieren. Für das neue, fünfte Kapitel besinnt sich Blizzard wieder auf die düstere Grundstimmung der Diablo-Reihe: Zunächst verteidigt ihr die mittelalterliche Stadt Westmarsch gegen eine Untoten-Invasion, erkundet danach schummrige Nephalem-Tempel, teuflische Kerker und gefährliche Moore - das alles ist zwar nicht originell, aber wunderbar finster und stimmungsvoll designt. Die neuen Levels bestehen auch aus mehr Zufallsbausteinen und Mini-Ereignissen als in den vier alten Akten - das tröstet ein wenig darüber hinweg, dass man den fünften Akt schon in wenigen Stunden durchgespielt hat, natürlich abhängig vom gewählten Schwierigkeitsgrad. Im letzten Drittel des fünften Aktes geht's dann in gänzlich neue Gefilde, nämlich zu den Ebenen des Wahnsinns - ein gewaltiges Schlachtfeld, auf dem seit Urzeiten der Kampf zwischen Himmel und Hölle tobt. Vor allem hier setzen euch Blizzards Designer interessante neue Monstertypen vor den Mauszeiger, nachdem ihr in der ersten Spielhälfte eher altbekannte Skelette und Todesengel vermöbelt habt.
Der herrlich düstere fünfte Akt ist zwar toll gestaltet, doch bei der Geschichte und den Quests kommt Reaper of Souls leider nicht über das Niveau des Hauptspiels hinaus. Als Oberschurke bleibt der neue Bösewicht Malthael ähnlich blass wie schon Diablo im vierten Akt. Überraschungen, fesselnde Dialoge oder dramatische Ereignisse sollte man ebenfalls nicht erwarten. Nur kurz vor Schluss gibt es eine sehr kurze Sequenz, in der wir mal auf einem riesigen Rammbock kämpfen dürfen - eine richtig nette Idee, die aber leider die Ausnahme bleibt. Warum nicht mehr davon, Blizzard? Ebenfalls schade: An den bisherigen vier Akten aus dem Hauptspiel ändert sich mit Reaper of Souls leider nix - es gibt keine zusätzlichen Quests, Dungeons, Monster oder Zufallselemente in den alten Levels, einzig die verfluchten Schatztruhen und Schreine sind mit dem Patch 2.0 hinzugekommen.
Der finale Bosskampf gegen Malthael fällt dafür erfreulich knackig aus. Selbst wenn wir uns zuvor noch problemlos durch die Monstermassen prügeln konnten, macht uns der Todesengel beim ersten Anlauf ganz schön zu schaffen. Beim zweiten Versuch verdreschen wir den gefallenen Sensenschwinger dann aber doch problemlos - und sind enttäuscht, dass Blizzard kein aufwendiges Abspann-Video für uns parat hat. Die Endsequenz im groben Zeichenstil und die banale Auflösung der Geschichte sind selbst für Diablo 3-Verhältnisse ziemlich unbefriedigend geraten. Hier sind wir von Blizzard einen anderen Standard gewohnt.
Quelle: PC Games
Als sechste Klasse kommt der Kreuzritter hinzu - er erinnert bewusst an den beliebten Paladin aus Diablo 2.
Der Kreuzritter: Wer schon den Paladin aus Diablo 2 mochte, wird sich beim Kreuzritter gleich zu Hause fühlen. Der schwer gepanzerte Glaubenskrieger setzt auf starke Nahkampfwaffen, Rüstungen und Schilde, teilt aber vor allem mit heiliger Magie aus. Das Ergebnis ist - typisch Diablo 3 - ein fabelhaft spielbarer Fantasy-Superheld, der im Kampf für ein tolles Effektfeuerwerk sorgt: Wenn sich Lichtsäulen vom Himmel ins Schlachtfeld bohren, wir magische Krieger an unsere Seite beschwören, glühende Zauberhämmer durch die Luft wirbeln und leuchtende Auren unsere Gruppe mit Buffs unterstützen, dann steht der Kreuzritter seinen fünf Kollegen in keinster Weise nach: Diese neue Klasse macht einfach Spaß und passt prima ins bisherige Heldenangebot hinein. Nur allzu originell ist sie eben nicht - das Diablo-Universum hätte sicher noch kreativere Helden ermöglicht als "nur" einen Ritter mit Zauberkräften. (Man erinnere sich an Diablo 2: Lord of Destruction, das mit Druide und Assassine sogar gleich zwei interessante Helden mitbrachte.) Wäre schön, wenn Blizzard mit der nächsten Erweiterung wieder etwas mutigere Wege geht!
Auch die alten Klassen profitieren vom Add-on, da durch Reaper of Souls die Levelgrenze auf Stufe 70 angehoben wird. Hinzu kommt ein vierter Slot für passive Fähigkeiten und einige neue Skills für die bekannten Helden. Da der große Patch 2.0.1. auch viele Talente und Runen überarbeitet hat (Zauberer erhalten beispielsweise die aus Diablo 2 bekannte Frostsphäre zurück!), müssen selbst erfahrene Spieler ihre Skillung neu austüfteln - das überarbeitete Balancing und die höhere Levelstufe sorgen für Wiedersehensfreude und bringen wieder frischen Wind in die Monsterjagd. Trotzdem hätten wir uns noch etwas mehr neue Fähigkeiten und Runen für die alten Klassen gewünscht, immerhin ist besonders das Talentesystem noch stark ausbaufähig.
Die Mystikerin: Lange überfällig und nun endlich enthalten: Die Mystikerin fügt sich sehr gut ins bisherige Crafting-Angebot (Schmied und Juwelier) ein. Bei ihr kann man eine magische Eigenschaft eines Items neu auswürfeln lassen, um den Gegenstand so weiter den eigenen Wünschen anzupassen. Fair: Wer mit den neuen Werten nicht zufrieden ist, lässt die bereits veränderte magische Eigenschaft (und zwar nur diese!) beliebig oft neu auswürfeln, genügend Gold vorausgesetzt. Nebenbei kann die Mystikerin auch das Aussehen von Gegenständen verändern. Auch hier gilt: Nicht innovativ, aber gut gemacht!
Quelle: PC Games
Das neue Loot 2.0-System sorgt für eine deutlich spaßigere Beutejagd.
Der Abenteuermodus: Nachdem man die Geschichte einmal durchgespielt hat (egal auf welchem Schwierigkeitsgrad), wird in Reaper of Souls ein neuer Spielmodus für das Endgame freigeschaltet. In diesem Abenteuermodus fehlen sämtliche Story-Elemente wie Dialoge und Cutscenes, hier geht es einzig und allein um die Jagd nach Beute und Erfahrungspunkten. Dazu kann man auf einer praktischen Kartenübersicht jeden Schnellreisepunkt quer durch sämtliche Akte ansteuern. An wechselnden Orten warten zufällige Kopfgelder auf den Spieler - das sind simple Mini-Aufgaben, etwa einen Bossgegner erledigen, eine verfluchte Schatzkiste säubern oder einen bestimmten Mini-Event absolvieren. Als Belohnung erhält man dafür Blutscherben, eine neue Währung in Reaper of Souls. Mit den Scherben marschiert man zu einem neuen Händler, der sie gegen zufällig ausgewürfelte Gegenstände tauscht - ganz ähnlich dem Glücksspielhändler aus Diablo 2.
Nur im Abenteuermodus kann man außerdem Nephalemportale öffnen. Dahinter verbergen sich kleine Dungeons oder Areale, die vollständig zufallsgeneriert sind - beispielsweise kann man hier in einem Wüstengebiet gegen die Todesengel aus Akt 5 antreten oder man kämpft in den Himmelsreichen gegen die Zombies, die man zuvor nur in Tristram verdroschen hat. Am Ende eines Nephalem-Dungeons wartet stets ein ebenso zufälliger Bossgegner, der nach seiner verdienten Abreibung natürlich besonders viel Beute fallen lässt.
Kopfgelder und Nephalem-Portale sorgen für schnelle, unkomplizierte Sessions, in denen man zügig an frische Items kommt und nebenbei ordentlich Erfahrungspunkte absahnt - ein Segen für Vielspieler, die von den ständig wiederkehrenden Dialogen und Cutscenes im Story-Modus genervt waren. Allerdings geht Blizzard bei seinem Abenteuermodus auch sehr auf Nummer sicher - abwechslungsreiche Aufgaben, verrückte Zufallsdungeons mit überraschenden Rahmenbedingungen, neue Elite-Bosse oder ein kreativerer Einsatz der Blutscherben sucht man vergebens. Hier bleibt abzuwarten, wie lange das Endgame in dieser Form tatsächlich motivieren kann - wir haben jedenfalls selbst nach einer durchgespielten Woche noch lange nicht genug.
Blizzard will das Endgame zusätzlich mit einem Ladder-System ausbauen, das kostenlos per Patch nachgeliefert werden soll. Hier haben wir die Hoffnung, dass mit angepassten Spielregeln und spezieller Beute auch langfristig für Motivation gesorgt ist. Aber man soll den Tag nicht vor dem Abend loben, immerhin ist das Ladder-System noch gar nicht da - und spätestens seit dem gestrichenen PvP-Modus weiß man als Diablo-Spieler, dass solche Ankündigungen durchaus mit Vorsicht zu genießen sind.
.
In diesem Artikel
- Seite 1 Diablo 3: Reaper of Souls im Test: Wenig Umfang, aber viel verbessert
- Seite 2 Diablo 3: Reaper of Souls - Akt 5 - Kreuzritter - Mystikerin - Abenteuermodus
- Seite 3 Diablo 3: Reaper of Souls - Patch 2.0.1 - Auktionshaus - Accountgebundene Items - Loot 2.0 - Paragon 2.0 - Schwierigkeitsgrade - Clan-System
- Seite 4 Bildergalerie
Bildergalerie
- Seite 1 Diablo 3: Reaper of Souls im Test: Wenig Umfang, aber viel verbessert
- Seite 2 Diablo 3: Reaper of Souls - Akt 5 - Kreuzritter - Mystikerin - Abenteuermodus
- Seite 3 Diablo 3: Reaper of Souls - Patch 2.0.1 - Auktionshaus - Accountgebundene Items - Loot 2.0 - Paragon 2.0 - Schwierigkeitsgrade - Clan-System
