Umtriebiger Reporter trifft schizophrenes Musikgenie in den Straßen von L.A. Robert Downey Jr. und Jamie Foxx in einem Drama mit Emotion und Tiefgang.
Quelle: Universal
Der Solist (4)
Genie trifft Schnauze. Der eine ist ein verwirrt wirkender, verwahrloster Straßenmusiker, der in den Gassen von L.A. auf einer Violine mit nur zwei Saiten Beethoven geigt. Der andere ein an sich umtriebiger, aktuell aber ausgebrannter Journalist, der für seine Kolumne in der Los Angeles Times auf der Suche nach einer Story ist. Durch einen Zufall zusammengebracht, beginnt Reporter Steve Lopez (Robert Downey Jr.), über den unverkennbar musisch begabten Obdachlosen Nathaniel Anthony Ayers (Jamie Foxx) zu recherchieren. So erfährt er, dass Ayers einst ein großes Talent auf dem Cello war, bis der Beethoven-Fan begann, Stimmen in seinem Kopf zu hören. Nun lebt der Paranoid-Schizophrene seit Jahrzehnten auf der Straße. Als Lopez sich für Ayers einzusetzen beginnt, wird die neu erwachsende Freundschaft der beiden auch zu einer Prüfung für den Journalisten und eröffnet ihm eine erschreckende Welt jenseits des bürgerlichen Lebens in der Armut und Gosse von L.A.
Quelle: Universal
Der Solist (2)
Zwischen zwei Iron Man-Filmen gönnte sich Robert Downey Jr. einen Abstecher ins ernstere Fach und fand in Jamie Foxx einen gut mit ihm harmonierenden Filmpartner, der nach Ray erneut in die Rolle eines musikalischen Genies schlüpft. Joe Wright inszenierte nach zwei Kostümdramen (Stolz und Vorurteil, Abbitte) diese auf einem wahren Fall basierende Geschichte auf der Grundlage der Artikel des echten Steve Lopez. Er erzählt von einem Entwicklungsprozess zweier Männer, die den jeweils anderen und seine Welt erst zu verstehen lernen müssen. Zwar bügelt Wright die Story an einigen Stellen für die Leinwand etwas glatt, ohne jedoch bei aller Emotion zu sehr ins Rührselige abzugleiten. Zudem erscheint das Milieu, in dem sich die beiden Protagonisten bewegen, zu jedem Zeitpunkt authentisch - was auch den schwerpunktmäßig mit echten Obdachlosen der amerikanischen Westküstenmetropole besetzten Statistenrollen zu verdanken ist. Ein tiefgründiges, berührendes und nur in wenigen Szenen leicht aufgesetzt wirkendes Drama über Talent und Krankheit, ungleiche Freundschaft und Obdachlosigkeit in L.A.
Fazit:
Zwei fein zusammenspielende Darsteller in einem Drama über Freundschaft, Musik und das Leben auf der Straße.
Kommentar: Gut, aber nicht preisverdächtig
Quelle: Universal
Der Solist (5)
Ursprünglich sollte Der Solist bereits am 19. Februar 2009 in unseren Kinos starten. Dann wurde er überraschend in den USA von Januar auf März und darauffolgend in Deutschland sogar auf Herbst verschoben. Verwunderlich, nahm das Studio den Film damit doch aus dem Oscar-Rennen 2009 - und das bei zwei preisverdächtigen Hauptrollen. Meine Erwartungshaltung war damit erst mal gedämpft. Als ich Der Solist dann sah, war ich von den beiden Schauspielern und ihrer Interaktion sehr angetan. Dass diese aber reicht, um 2010 einen Preis einzuheimsen, glaube ich eher nicht.
