Der Plan - Großes Review

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Wäre das eine Szene aus der Bourne-Trilogie, hätten die Schlapphüte nicht mehr lang zu leben.
Quelle: Universal

Etwas simpel gestrickt anmutende Sci-Fi-Adaption. Mehr romantisches Drama mit übersinnlichem Touch als packender Thriller.

Mit Blade Runner und Total Recall verdanken wir Kultautor Philip K. Dick die Vorlagen für zwei große Klassiker des Science-Fiction-Films. Es folgten die Verfilmungen Minority Report, Paycheck und Next, was man durchaus als allmählichen Abstieg verstehen kann. Während Ridley Scotts Blade Runner noch eine genial stilsicher inszenierte Zukunftsvision war, blieb bei Next bis auf die Grundidee nur noch ein austauschbarer Actionthriller übrig. Ein bisschen ähnlich verhält es sich nun mit Der Plan nach Dicks Kurzgeschichte "Umstellungsteam" von 1954.

Paranoide Szenerie Ist das der romantischste Ort für die Liebe auf den ersten Blick? Nein! Quelle: Universal Ist das der romantischste Ort für die Liebe auf den ersten Blick? Nein!
Im Mittelpunkt der Handlung steht der aufstrebende Jungpolitiker David Norris (Matt Damon), der kurz vor der Wahl zum Senator von einer Jugendsünde eingeholt wird. Das einzige Gute an dem desaströsen Wahltag ist seine Begegnung mit der schnuckeligen Elise (Emily Blunt) auf der Herrentoilette. Ein Kuss – und die Schöne ist entfleucht. Doch einige Zeit später begegnet David der Ballerina zufällig in einem Bus wieder und bekommt ihre Telefonnummer. Doch wie sich herausstellt, war das nicht geplant. Und kurz darauf platzt David in eine paranoid anmutende Szenerie: Männer mit Fünfzigerjahre-Trenchcoats und -Hüten, die von überallher aufzutauchen scheinen, konfrontieren ihn mit der Information, dass sie im Auftrag einer höheren Macht die Geschicke der Menschheit lenken – und der smarte Beau Elise nie wieder sehen darf. Aus Angst vor den ihm angedrohten Folgen gehorcht David und widmet sich wieder seiner Karriere – mit Erfolg. Doch dann begegnet er Elise ein weiteres Mal …

Anfangs faszinierend Matt Damon und Emily Blunt Quelle: Universal Matt Damon und Emily Blunt
Wer auf einen actionreichen oder hochspannenden Sci-Fi-Thriller hofft, sollte seine Ansprüche zurückschrauben. Dieser Film lässt sich nur schwer in ein Genre-Korsett zwängen, ist irgendwie Krimi, Drama, Romanze und Vision zugleich. Doch wo Matrix seine Visionen atemberaubend kunstvoll inszeniert und Total Recall sie actionreich verpackt, reduziert sie sich in Der Plan auf die etwas naiv anmutende Theorie, dass eine mysteriöse Organisation tagtäglich nach einem Plan Einfluss auf unser Leben nimmt. Deren Fähigkeiten, die physikalischen Gesetzmäßigkeiten des Raumes durch plötzliche Ortswechsel außer Kraft zu setzen, werden durch den optisch durchaus toll in Szene gesetzten und anfangs noch faszinierenden, sich aber schnell abnutzenden Effekt des Durchschreitens von Türen inszeniert. Das wirkt alles ein wenig kindisch, wie die Umsetzung einer Geschichte für ein jugendliches Publikum, und ist vom anspruchsvollen, erwachsenen Kino à la Blade Runner oder Matrix weit entfernt.

Erfrischende Dialoge
Was grundsätzlich nicht bedeuten soll, dass Der Plan den Zuschauer enttäuschen muss. Vergisst man beim Eintritt in den Kinosaal den Vergleich mit oben genannten Klassikern, weiß der Film durchaus zu unterhalten. Wo Der Plan zudem punkten kann, ist hinsichtlich der Chemie seiner beiden Hauptfiguren, die sich in ihren kurzen Begegnungen auf kecke Art und Weise verbal die Bälle zuspielen. Hier kommt eine gute Portion Romantik auf, auch wenn die Figur der Ballerina Elise eindimensional bleibt.

Bildergalerie

(ts)

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