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Kolumne Carlo Siebenhüner - Redakteur Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen 44,99 €
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Quelle: pcgames

Mit Herr der Ringe: Gollum erreicht Daedalic einen Tiefpunkt. Carlo Siebenhüner erklärt, wie es dazu kommen konnte und wie es um das Studio steht.

Der Herr der Ringe: Gollum wird zwar abgestraft und ist definitiv ein Anwärter auf das schlechteste Spiel des Jahres. Aber es liest eben leider nicht jeder den Test von PC Games. Hinter dem Spiel steht dann die Herr der Ringe-Lizenz, und die hat Zugkraft. Ich würde behaupten, dass nicht wenige das Spiel im Shop sehen und sich sagen: "Ach cool, Herr der Ringe. Das schau ich mir mal an!". Damit spielt es vielleicht gerade so sein Geld wieder ein und wird zur Nullrunde.

Doch selbst, wenn nicht, steht Daedalic als Unternehmen, wie erwähnt, auch nicht so schlecht da, dass jetzt alles von Gollum abhängt. Das Publishergeschäft läuft ganz ordentlich und sie sitzen unter dem Dach von Nacon. Die Franzosen sind bekannt dafür, Studios auch dann zu halten, wenn sie eher mittelmäßige Qualität abliefern. Gollum unterbietet den Schnitt zwar, aber sie werden das Entwicklerteam wahrscheinlich nicht gleich absägen. Trotzdem muss sich bei Daedalic etwas bewegen, denn einfach weitermachen kann man sich dann doch nicht leisten.

Fakt ist, dass neben Gollum bereits etwas Neues in der Mache. 2022 hat man dafür die deutsche Games-Förderung angezapft und zwei Millionen Euro für ein Projekt namens "It's Magic" bekommen. Ob das jetzt schon der Spieletitel oder ein geheimer Projektname ist, weiß man nicht.

Zwei Figuren aus Deponia schauen in den Himmel Quelle: Daedalic Ent.

Ich hoffe aber, man besinnt sich vielleicht doch wieder auf alte Stärken und entwickelt mal wieder ein waschechtes Adventure! Ja, der Plan war eigentlich, weg von Point & Click zu gehen, weil die Nachfrage schwindet. "Die Säulen der Erde" ist mittlerweile aber auch schon fünf Jahre her. Der letzte Deponia-Teil sogar schon sieben. Der Markt für Adventures ist wieder ausgetrocknet. Ich würde vermuten, gerade in Deutschland ist die Nachfrage deswegen wahrscheinlich sogar wieder gestiegen. Zückt man da jetzt erneut die bekannten Marken, könnte das etwas werden.

Ein neues Deponia, oder noch besser: ein neues "Harveys neue Augen" - vielleicht sogar mit der alten Band rund um Poki & Co, das wär' doch was. Ich hoffe auf jeden Fall, dass Daedalic sich besinnt und die richtigen Schlüsse zieht, denn es wäre wirklich tragisch, wenn die einstige Vorzeigestory der deutschen Spielebranche von der Odyssee zur Ikarusgeschichte wird. Hoch geflogen und am Ende tief gefallen.

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  1. Seite 1 Daedalic, was treibt ihr da?
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  3. Seite 3 Katastrophe
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    • Kommentare (18)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von fud1974 Mitglied
        Zitat von Matthias Dammes
        Wie halt mit GTA5 da immer noch ein 10 Jahre altes Ding auf den oberen Plätzen rumeiert.
        Inzwischen muss das Ding doch echt jeder zwei oder dreimal haben.
        Dem ist wohl buchstäblich so.

        Hauptsache wohl wegen GTA Online, wenn ein Account gesperrt wird, wird wohl flugs eine neue Lizenz für das Spiel geholt, dass soll schon seit Jahren den Verkauf anfeuern.
      • Von fud1974 Mitglied
        Zitat von Matthias Dammes
        Wie halt mit GTA5 da immer noch ein 10 Jahre altes Ding auf den oberen Plätzen rumeiert.
        Inzwischen muss das Ding doch echt jeder zwei oder dreimal haben.
        Dem ist wohl buchstäblich so.

        Hauptsache wohl wegen GTA Online, wenn ein Account gesperrt wird, wird wohl flugs eine neue Lizenz für das Spiel geholt, dass soll schon seit Jahren den Verkauf anfeuern.
      • Von Bonkic Mitglied
        was das budget angeht:
        in diesem französischen artikel spricht der nacon-boss von 15 mio. euro.
        verkaufserwartung: 1 mio. exemplare im ersten jahr.
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      • Von Matthias Dammes Redakteur
        Zitat von Bonkic
        bei steam spielt es wie gesagt (quasi) niemand.

        und auch in die deutschen top 20 hat es gollum nicht geschafft. ok, release war erst ende mai. aber normalerweise ist woche 1 ja auch die mit abstand verkaufsstärkste.

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        noch kein beleg, aber zumindest ein weiteres indiz, dass gollum der erwartete flop wird / ist.
        Wie halt mit GTA5 da immer noch ein 10 Jahre altes Ding auf den oberen Plätzen rumeiert.
        Inzwischen muss das Ding doch echt jeder zwei oder dreimal haben.
      • Von Bonkic Mitglied
        Zitat von Bonkic
        in der spitze ganze 750 spieler bei steam und mehr werdens wohl kaum werden. wenn diese zahl auch nur irgendwie halbwegs für die anderen plattformen repräsentativ ist, und das ist vermutlich nicht allzu unwahrscheinlich, dann kann ich mir kaum vorstellen, dass da schlussendlich was anderes stehen kann als ein dickes rotes minus. es sei denn natürlich, das budget war nochmal deutlich geringer als angenommen.
        bei steam spielt es wie gesagt (quasi) niemand.

        und auch in die deutschen top 20 hat es gollum nicht geschafft. ok, release war erst ende mai. aber normalerweise ist woche 1 ja auch die mit abstand verkaufsstärkste.

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        noch kein beleg, aber zumindest ein weiteres indiz, dass gollum der erwartete flop wird / ist.
      • Von fud1974 Mitglied
        Zitat von Garfield1980
        Wird ohne die Originalentwickler nicht mehr dasselbe sein. Von der Point`n Klick Phase ist kein einziger Entwickler noch bei dem Studio.
        This. Ich bezweifle dass das Know-How noch in der Firma sitzt. Aber wer weiß. Zumindest einer der zentralen Figuren ist ja schon seit 2020 oder so weg.

        Zitat von COReduct
        Wenn ich lese sie zapfen eine staatliche Spieleentwicklungsförderung an, schrillen bei mir schon die Alarmglocken!
        ALLE die können zapfen das an, Piranha Bytes, Egosoft , wie sie alle heißen, wer das nicht macht, wäre auch leichtsinnig weil er sich eine unvorteilhafte Position bringt.. ZUSÄTZLICH zu Investoren - Geldern und was es sonst noch so gibt.

        Der GAME Verband schreit auch zuverlässig Zeter und Mordio wenn absehbar wird dass die Fördertöpfe (wieder) leer werden, da ist schon fix eingeplant mehr oder minder bei den deutschen Studios mag man meinen. :P

        ist aber in Kanada z.B. auch nicht anders, ist ja einer der Gründe mit warum Ubisoft dort auch einen Sitz hat.. und auch warum sie in Deutschland einen Sitz haben (Ex-BlueByte),

        Ubisoft ist auch einer der größten Bezieher der deutschen Spieleförderungsmaßnahmen... Mag man seltsam finden, aber letztlich werden dadurch deutsche Arbeitsplätze gesichert.

        Zitat von COReduct
        Private Investoren hatten wohl kein Interesse?
        Investoren für Spiele waren (und sind vermutlich) in Deutschland schwierig.. wir haben ja noch nicht lange überhaupt eine Tradition für Start-Up Finanzierungen oder allgemein Finanzierungen für neues, innovatives. Und Spiele galten laaaange als eher ungewöhnlich und schwer abzuschätzen für Banken und Co.

        Factor5 (Turrican usw.) ist auch mit aus diesem Grund komplett damals in die USA ausgewandert... da war man Finanzierungen gegenüber offener wie es aussieht.

        Zitat von COReduct
        Aber damit sind wir wohl beim Hauptproblem - europäische Entwickler haben zumeist einfach nicht das Geld größere Produktionen zu stemmen.
        Zumindest deutsche Entwickler haben jeher ein Finanzierungsproblem, technisch war man " mit einer Hand" immer mal wieder dran (Factor5, Thalion, Crytek) , aber so richtig ein dauerhaftes Franchise etablieren UND technisch weiterentwickeln.. schwierig. Den Sprung zur Konsole - die etwas geschützter gegenüber Raubkopierern war als Amiga/Atari ST - schafften damals schon irgendwie wenige, forderte wohl auch schon Invest die kaum einer stemmen konnte/wollte, für mich was das ein "Breaking Point" wo es viele international spätestens aussortierte.

        .
        Zitat von COReduct
        Dann bleibt den kleineren Entwicklern nur mehr der Indiemarkt und die AAA Games werden zusehends von den immer gleichen internationalen Konzernen dominiert ?
        Na ja, das ist aber schon länger so. Wer in AAA Gefilden unterwegs ist, der hat seinen Weg schon gemacht, in Zeiten, wo die Invests zwar auch schon bedeutend, aber noch geringer waren. Da waren die deutschen Studios aber schon zu einem Gutteil aussortiert. Jetzt da noch reinkommen in die Region.. schwierig.

        Das fordert so viel Know How, Geld, Beziehungen..... ich weiß nicht ob das überhaupt noch realistisch ist.

        Schon vor gefühlten Ewigkeiten ist Massive Development (nicht verwechseln mit Massive Entertainment) mit "Schleichfahrt", was generell sonst gut ankam, in den USA dran gescheitert weil die einfach kein "shelf space" einkaufen konnten, sprich ihre Boxen mit dem Spiel nicht in die Märkte bekommen haben, das war prä-Steam auch ein Todesurteil. Da fehlte es halt auch an Connections usw.
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