Katastrophe
Mit Herr der Ringe: Gollum erreicht Daedalic einen Tiefpunkt. Carlo Siebenhüner erklärt, wie es dazu kommen konnte und wie es um das Studio steht.
Daedalic hat sich verzettelt. Mit Herr der Ringe: Gollum liefern sie das bisher schlechteste Spiel des Jahres ab. Doch wie komnnte es dazu kommen? Da ist einerseits der technische Aspekt. Gollum setzt jetzt auf die Unreal Engine, mit der Daedalic bisher noch nicht gearbeitet hat. Nicht falsch verstehen, der Grafikmotor ist sehr mächtig und schon letztes Jahr habe ich am Beispiel Piranha Bytes aufgezeigt, dass ein Wechsel auch Vorteile bringen kann. Er ist aber natürlich trotzdem ein Risiko. Du benötigst Entwickler, die mit der Engine umgehen können, entweder indem sie sich intensiv einarbeiten oder du holst dir Leute ins Team, die das Wissen mitbringen.
Wie es bei Daedalic um diese Erfahrung steht - schwer zu sagen, doch Gollum zeugt nicht davon, dass sie die Technik wirklich beherrschen. Die Texturen sehen extrem grob aufgelöst aus. Die Gesichtsanimationen springen nach jedem Absatz in die Ausgangsposition zurück, das Movement und die Steuerung sind unvorhersehbar.
Obendrauf hatten wir im Test sogar einen fetten, spielstandzerstörenden Bug. Da wollten wir in den nächsten Abschnitt laden, sind aber immer durch die Levelarchitektur gefallen. Wir haben den Spielstand neu geladen, wir haben den Level neu geladen, wir haben das Spiel neu gestartet und die Playstation auf den Kopf gestellt - nichts hat geholfen.
Quelle: Daedalic Entertainment
Gollum schaut in das lodernde Auge Saurons
Das ist ein katastrophaler Zustand, im Vergleich zu dem ja sogar ein Redfall wie ein poliertes Spiel aussieht. Doch selbst, wenn die Technik laufen würde - das Gameplay von Gollum ist auch nicht wirklich durchdacht. Die Grundidee ist nicht verkehrt. Gollums Persönlichkeitsspaltung darstellen und über Dialoge in schweren moralischen Entscheidungen definieren. Nur benötigt man auch gute Texter, die spannende Charaktere und Storydilemmata stricken.
Stattdessen wird Gollum in seinem eigenen Spiel teilweise zur Nebenfigur degradiert, wenn höfische Intrigen im Turm von Sauron aufgemacht werden. Die moralischen Entscheidungen, in denen man mit sich selbst argumentieren muss, verkommen zusätzlich zum Trial & Error. Ganz allgemein ist der Charakter Gollum auch schwierig. Den Antagonisten zu spielen, ist zwar reizvoll, doch dann hätte man da einen anderen Abschnitt seiner Geschichte wählen müssen. Warum zeigt man beispielsweise nicht den Verfall von Sméagol. Das fände ich hoch spannend. Also vom Fund des einen Ringes bis zur völligen Transformation zu Gollum in verschiedenen zeitlichen Abschnitten.
Das könnte man sogar im Spielablauf interessant umsetzen, mit einem Rückwärts-Gameplaysystem. Am Anfang ist Sméagol noch ein halbwegs kompetenter Halbling, der vielleicht sogar ein wenig mit dem Schwert umgehen kann. Durch den stärker werdenden Einfluss des Rings werden moralische Entscheidungen jedoch beeinflusst und erschwert, er wird langsam zum Ausgestoßenen und durch den körperlichen Verfall verliert er seine Fähigkeiten, entwickelt aber auch neue. So könnte sich das Spiel parallel zum körperlichen Verfall vom Action-Adventure in ein Schleichspiel transformieren. Da wäre so viel möglich!
Aber gut, ich kann hier natürlich aus der gemütlichen Position des Kritikers sprechen nach dem Motto "Hätte, hätte, Fahrradkette." Viel wichtiger ist doch die Bedeutung, die Gollum für Daedalic hat. Ein herber Schlag ist es schon. Die große Neuausrichtung des Entwicklerstudios geht komplett schief. Ob Gollum aber der finanzielle Fehlschlag wird, den man vermuten würde? Da wäre ich mir nicht so sicher.

Inzwischen muss das Ding doch echt jeder zwei oder dreimal haben.
Hauptsache wohl wegen GTA Online, wenn ein Account gesperrt wird, wird wohl flugs eine neue Lizenz für das Spiel geholt, dass soll schon seit Jahren den Verkauf anfeuern.
in diesem französischen artikel spricht der nacon-boss von 15 mio. euro.
verkaufserwartung: 1 mio. exemplare im ersten jahr.
[Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
und auch in die deutschen top 20 hat es gollum nicht geschafft. ok, release war erst ende mai. aber normalerweise ist woche 1 ja auch die mit abstand verkaufsstärkste.
[Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
noch kein beleg, aber zumindest ein weiteres indiz, dass gollum der erwartete flop wird / ist.
Inzwischen muss das Ding doch echt jeder zwei oder dreimal haben.
und auch in die deutschen top 20 hat es gollum nicht geschafft. ok, release war erst ende mai. aber normalerweise ist woche 1 ja auch die mit abstand verkaufsstärkste.
[Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
noch kein beleg, aber zumindest ein weiteres indiz, dass gollum der erwartete flop wird / ist.
Der GAME Verband schreit auch zuverlässig Zeter und Mordio wenn absehbar wird dass die Fördertöpfe (wieder) leer werden, da ist schon fix eingeplant mehr oder minder bei den deutschen Studios mag man meinen. :P
ist aber in Kanada z.B. auch nicht anders, ist ja einer der Gründe mit warum Ubisoft dort auch einen Sitz hat.. und auch warum sie in Deutschland einen Sitz haben (Ex-BlueByte),
Ubisoft ist auch einer der größten Bezieher der deutschen Spieleförderungsmaßnahmen... Mag man seltsam finden, aber letztlich werden dadurch deutsche Arbeitsplätze gesichert.
Factor5 (Turrican usw.) ist auch mit aus diesem Grund komplett damals in die USA ausgewandert... da war man Finanzierungen gegenüber offener wie es aussieht.
.
Das fordert so viel Know How, Geld, Beziehungen..... ich weiß nicht ob das überhaupt noch realistisch ist.
Schon vor gefühlten Ewigkeiten ist Massive Development (nicht verwechseln mit Massive Entertainment) mit "Schleichfahrt", was generell sonst gut ankam, in den USA dran gescheitert weil die einfach kein "shelf space" einkaufen konnten, sprich ihre Boxen mit dem Spiel nicht in die Märkte bekommen haben, das war prä-Steam auch ein Todesurteil. Da fehlte es halt auch an Connections usw.